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Du suchst dir nen Wolf. Rennst von einem Seminar zum nächsten und trotzdem fühst es sich an, an würdest du nach kurzer deiner Sinnsuche immer noch nicht näher zu kommen. 

In diesem Beitrag erkennst du vielleicht, dass du nur den hungrigen Wolf fütterst statt da anzukommen, wo du eigentlich hin willst.

Oh man, mein Weg war lang, sehr lang. Grob geschätzt war ich ein dreivietel meines Lebens auf der Suche. Wonach? Gute Frage und lange hatte ich wirklich keine Anwort darauf.

Ich rannte von einem Seminar zum nächsten, in der Hoffnung meine Antworten zu bekommen. Ich machte Ausbildungen  (hier ist eine kleine Übersicht) ohne Ende, um Worte für das zu finden, was ich eigentlich tat.

Bekommen habe ich immer mehr Fragen. War es der berühmte Sinn des Lebens den ich suchte? Macht all das überhaupt einen Sinn? Wann hört diese verflixte Sinnsuche endlich auf?

Kleine Ergänzung: Es geht nicht darum, dass das, was wir auf unserer Sinnsuche ausprobieren in die Tonne kloppen und denken, dass ist alles umsonst gewesen. Ist es nicht aber dazu später mehr.

Wo bin ich eigentlich in diesem Theater?

Tja, da war ich nun. Suchte immer noch verzweifelt, fasst kurz Hoffnung und war wieder enttäuscht. Immer wieder, denn was ich eigentlich suchte war ich. Aber woher zum Kuckuck sollte ich das denn wissen.

Man redete mir ein, wer ich sein sollte, wie ich zu sein habe, wie ich angepasst reagiere, damit man mich akzeptieren würde. Aber wurde ich akzeptiert? Natürlich nicht. Stattdessen, wurde ich immer mehr geschliffen und verarbeitet und verlor mich immer mehr.

Aber weißt du was? Wenn du ganz ehrlich bist, ist es nicht viel schöner mit Ecken und Kanten, mit kleinen und größeren Macken glücklich und erfüllt zu sein als etwas, das erschaffen wurde aus Erwartungen und keinen Sinn im Leben sieht?

Was ist der Sinn von Fehler suche und Bewertungen?

Gucken wir uns also mal an, was da so passiert ist. Da gehen wir fröhlich und voller Erwartung auf den ersten langersehnten Schultag zu. Endlich. Viele Kinder freuen sich doch schon lange bevor es losgeht oder?

Dann ist es endlich soweit und dann… böse Falle. Erinnerst du dich daran, wie du zum ersten Mal ausgelacht wurdest, weil du etwas falsch ausgesprochen hast?

Wie du etwas nicht verstanden hast und dich nicht trautest nachzufragen, weil dich alle für dumm hielten.

Das jeder noch so kleine Makel mit rotem Stift quittiert wurde? Erinnerst du dich, wie du es nciht erwarten konntest, dass dieser Alptraum endlich zu ende gehen würde…

Dieses ständige vergleichen. Es hat so müde gemacht. Weißt du was? Vielleicht hast du dich nur nicht dafür interessiert, weil es für dich keinen Sinn ergeben hat. 

Als ich mein Leben reflektiert habe und in jede noch so kleine Ecke geschaut habe, hatte ich das erkannt. Ich hatte schon ein gewisses Interesse aber schnell habe ich festgestellt, dass das gar nicht sinnvoll erschien. 

Wie war das für dich? Erkennst du dich? Schreib es gerne in die Kommentare.

Auf zur großen Sinnsuche: oh, ein Seminar

…und noch eins, ein Workshop, eine von zig weiteren Ausbildungen und unzähligen Zertifikaten. Hurra! Irgendwo muss es doch etwas geben das der Sinnsuche ein Ende bereitet.

Statt Tapete hängen die ganzen Auszeichnungen an den Wänden. Kann man machen aber woran erinnern die uns letztendlich wirklich? Doch nur daran, dass wir uns als Versager fühlen, weil wir nicht so ticken wie andere oder? 

Tja und jetzt? Aufgeben? Nein, das ist einfach keine Option. Dafür war der Weg einfach zu lang. Ein zurück gibt es nicht mehr. Du bist so weit gekommen, wen willt du jetzt noch fragen? Alle da draußen haben dir die große Erleuchtung versprochen. 

Du sitzt in deinem Kämmerlein und vergießt die eine oder andere Träne und dann spürst du es. Ganz leise ist da diese sanfte Stimme die dich anschreit: „ERINNERE DICH!„

Du erschrickst vielleicht, weil man dir gesagt hat, dass dieser ganze Spiri Kram so soft und weichgespült ist. Und jetzt sitzt du da und dein Seelchen grinst breit: „Hey, schön das du mich endlch gehört hast. Die, die sich nen Wolf sucht, kann jetzt Feierabend machen.“

 

Ab jetzt übernehme ich!

So, jetzt ist es also soweit. Deine Sinnsuche wird von deiner inneren Weisheit geführt. Hi hi, der ist gut oder?

Du sitzt da, weißt, dass andere dir nicht mehr sagen können wer du bist… Spoiler, hast du dir das denn nicht gewünscht? Schließlich wurdest du doch dein ganzes Leben lang in Formen und Schubladen gestopft. Jetzt kannst du da raus und was ist? Du traust dir nicht.

Verflixt. Irgendwas ist ja immer oder? Die Sinnsuche ist also immer noch nicht beendet, hat aber eine andere Qualität bekommen. Du fängst an dir selbst öfter zuzuhören. Dein Körper ist ein Barometer geworden und Bäm… Vorsicht Falle.

Denn, hat man dir in den diversen Ausbildungen nicht gesagt, dass du dich vor Triggern in Acht nehmen sollst? Das du immer drauf achten sollst, dass es sich cosy anfühlt, wenn es für dich bestimmt ist?

Ha, falsch gedacht Schätzelchen. Was, wenn genau diese Trigger dich aufmerksam machen wollen? 

Überall unterdrückte Emotionen und wenn die frei gelassen werden…

Mein ganzes Leben besteht quasi aus forschen, reflektieren, hinterfragen und alles auf den Kopf stellen. Nichts, was von der Stange war, schien für mich zu funktionieren. Nicht weil ich besonders war, sondern weil ich mich nicht zufrieden gegeben habe. Nur wusste ich es damals noch nicht.

Dann fing ich bewusst an den kleinen Rebellen in mir raus zu lassen. Und ganz ehrlich, dass fühlte sich nicht wie ein Befreiungsschlag an, denn diese kleine Caroli wurde von klein auf eingestampft.

Eine eigene Meinung? Dinge aus einer anderen Brille betrachten? Ach, jetzt wollen wir auch noch aufmüpfig werden? Ab in die Ecke…

Dann hat sich gezeigt, dass ich voller unterdrückter Wut steckte. Ich habe sie nie gespürt aber sie war da und jetzt wollte die raus. Jahre in Depressionen, die von Angst, Einsamkeit und tiefer Traurigkeit geprägt waren, haben spuren hinterlassen und waren eigentlich Wächter, dieser unterdrückten Wut.

Wer hätte das gedacht? Also ich habe mich selbst überrascht. Noch ein Spoiler: nicht zum letzten Mal.

Welche Gefühle hast du unterdrückt? Was hat dich auf deiner Sinnsuche überrascht?

Rebellen an die Front

Jo, jetzt ist es raus. Du bist ein Rebell. Willkommen. Aber du weißt noch gar nicht, was du damit anstellen sollst. Also erstmal alles blöd finden.

Und andere finden, du bist ganz schön zickig geworden. Aber was, wenn das endlich mal ein Fleißbienchen für dich ist und überhaupt vielleicht sogar eine kleine Tapferkeitsmedaillie.

Die anderen stellen doch lediglich fest, dass du dich verändert hast. Klar, du hast sogar gelernt NEIN zu sagen und das auch so zu meinen. Du hast gelernt Grenzen zu setzten und dich ernst zu nehmen. Findest du dich zickig?

Aus der, die sich nen Wolf sucht, ist eine Persönlichkeit geworden. Du solltest stolz auf dich sein.

Auf der anderen Seite, könnte es sein, dass sich einige von dir entfernen. Du bist schließlich eine Gefahr geworden. Jemand, der sich auflehnt? Geht ja gar nicht.

Aber weißt du was wirklich dahinter steckt? Du erinnerst sie. Du zeigst ihnen, was sie sich unbewusst wünschen aber sich nicht trauen.

Na klar fühlt sich das zunächst an als würde man ausgestoßen. Aber das kennst du doch. Vielleicht ist jetzt die Zeit gekommen, dich Allein auszuhalten. Du musst dich ja auch erst mal kennenlernen. Das ist keine Einsamkeit. Dieser Rückzug, kann deine Heilung werden. 

Darf ich vorstellen: Der kleine Arschengel

Wer hätte das gedacht. Du bist ein Aussteiger. Hast die Suche nicht aufgegeben aber jagst ihr auch im Außen nicht mehr nach. Du kommst gut mit dir alleine klar und magst dich sogar.

Wat für Meilensteine oder? 

Und dann kommt der kleine Arschengel um die Ecke und fängt an zu stänkern. „Hey, guck mal, die anderen sind viel weiter, schöner, cleverer als du. Irgendwas machst du falsch. Du bist einfach nicht gut genug. GIB AUF!“

Aber das machst du natürlich nicht. Erinnere dich: Aufgeben ist immer noch keine Option. Jetzt erst recht nicht. Was jetzt wichtig ist. NICHT KÄMPFEN!!! Lass doch den Arschengel reden. Hör zu oder nicht und lass den Giftzwerg sein Ding machen. Ist halt sein Job. 

Du hast doch inzwischen ganz andere Stärken oder? Du weißt doch längst, dass du auf dem Weg zu deinem eigenen Ursprung bist. Da kann der randalieren wie er will. Gönn dir eine Pause. Ich geb einen aus. Das muss schließlich gefeiert werden.

 

Das Ende der Sinnsuche: Wenn Stille langweilig wird

Klingt komisch oder? Als ich an diesem Punkt angekommen war, dachte ich wieder mal, ich sei irgendwie kaputt gegangen. Ich hatte es mir irgendwie spektakulärer vorgestellt. Die Engel spielen auf der Posaune, ein himmlischer Chor, mein Seelchen mit Pon-Pons oder so. Konfetti vielleicht. Nüscht.

Wieder meldet sich der kleine Arschengel: „Boah, das ist so langweilig hier. Wollen wir was unternehmen? Zurück in alte Muster? Die alten Kumpels anrufen? Ein bisschen Schattenarbeit?“

Du stellst fest, dass er zwar bemüht ist aber die Luft ist raus. Klar musst du dich an dieses Gefühl erstmal gewöhnen. Lass dir Zeit und möglicherweise kannst du es sogar schon genießen. 

Solltest du noch den einen oder anderen blinden Fleck bemerken, melde dich gerne. Gemeinsam durchleuchten wir die hintersten Ecken, wo sich noch kleine Arschengel eingenistet habe. 

Die Sinnsuche ist vorbei. Deine Vergangenheit eine Erinnerung. Genieße dein neues Leben Ich freue mich für dich und bin stolz auf dich.