Warum Loslassen funktioniert oder eben doch nur ein Pflaster ist
Loslassen: Schicht für Schicht
Stell dir eine Ausgrabung vor. Ein Dinosaurier liegt da, schon lange.
Aber niemand hackt einfach drauflos und versucht das Fossil mal schnell von dem ganzen Ballast zu befreien.
Ganz vorsichtig müssen die Schichten drumherum abgetragen werden, bis sichtbar wird, was wirklich darunter liegt.
Archäologie: Schicht für Schicht zum Kern
Genauso ist es auch mit der Persönlichkeitsentwicklung, mit deinem Seelenweg oder wie auch immer du das nennen magst.
Im Lauf unseres Lebens wissen wir ja gar nicht, was zu einem Trauma wird.
Irgendwann stellen wir einfach fest: wir sind dicht bis oben hin und können gar nicht mehr atmen, weil so viel Müll passiert ist im Laufe unseres Lebens.
Genau das müssen wir dann Schicht für Schicht abtragen.
Aber Stopp, darin liegt oft eine Falle.
Wie oft wird empfohlen „mach langsam“, „sei achtsam und liebevoll mit dir“.
Die Falle sind nicht die Empfehlungen, sondern das Umsetzen.
Denn oft genug nutzen wir es als Freibrief nicht tief genug zu tauchen aber genau da müssen wir ankommen.
Natürlich bedeutet es nicht mit der Brechstange, die Schichten freizulegen oder das schon loszulassen, was noch gar nicht erreichbar ist.
Wenn wir rückwärts gehen und abarbeiten, legen wir frei, wer wir wirklich sind, unser inneres Atlantis, so wie ich das nenne.
Du erkennst nur, was du weißt
Wir wissen nur, was uns bereits bewusst ist, aber oft ist das dieses berühmte Dino Foto, von dem wir glauben zu wissen, dass es unter den Schichten liegen müsste.
Lass los. Hmmm, leider funktioniert das nur, wenn wir schon können aber was ist, wenn da noch eine Sicherheitsleine dranhängt?
Ein doppelter Boden und wir unbewusst deshalb noch daran festhalten, was uns eigentlich stört und wir „weghaben“ wollen.?
Das wäre, als würden wir den Ast absägen, auf dem wir sitzen oder?
Die Schichten fließen ineinander und liegen übereinander.
Es ist ja nicht so, dass wir nur diese eine Verletzung, Trauma oder Ängste mit uns herumschleppen.
Sie vermehren sich im Laufe unseres Lebens und das, was wir eigentlich nicht mehr wollen, ist das Symptom davon.
Vieles, das wir so gerne loslassen wollen, ist aber verankert oder steckt in Hohlräumen, von denen wir keine Ahnung haben.
Würden wir nur daran arbeiten, wäre es unfassbar mühsam und langatmig.
Und glaub mir, ich weiß genau wovon ich spreche.
Was schon im Bewusstsein ist, ist nicht zwingend das, was Arbeit braucht. Das, was darunter liegt und die Entstehung mit beeinflusst hat, kommt uns oft gar nicht in den Sinn, weil es uns so normal vorkommt.
Das Pflaster-Problem
Meistens packt man irgendwas Weiches drauf. Ein Pflaster, einen Verband. Bloß nicht tief gehen, dass die Wunde nicht wieder aufreißt.
Aber wenn’s darunter modert und sich entzündet, muss die Wunde, die Verletzung an die Luft und Atmen.
Hier setzen die Warnhinweise an: bloß nicht triggern lassen. Aber wenn wir dem aus dem Weg gehen, wie sollen wir dann an die Ursache kommen? Finde den Fehler…
Und hier kommt der Satz, für den ich mir grad selbst auf die Füße trete: „du musst loslassen“ und „du musst dich schützen“ sind auch nur Pflaster. Ich sag nicht, dass sie falsch sind.
Aber schau mal genauer hin: könnte es sein, dass sie dich in Bewegung und beschäftigt halten, deine Geduld testen?
Du machst weiter, weil dahinter in dir Hoffnung geschürrt werden. Hoffnung ist schön. Aber Hoffnung ist noch keine Lösung.
Was ich jahrelang nicht erklären konnte
Betriebsblind für mich selbst
Ich hab lange genug für mich einen Weg gesucht und mich drauf eingelassen, hinterfragt und verworfen. Gehofft. Weitergesucht. Gezweifelt, vor allem an mir selbst.
Gleichzeitig bin ich zur Forscherin geworden.
Für meine Kunden (und ihren Hunden) war es glasklar, wie ich sie einfach von hier nach da bringe.
Um die Ecke zu denken und neue Perspektiven schaffen, waren selbstverständlich.
Für mich selbst war ich betriebsblind. Man kann eben auch mit offenen Augen an sich vorbeischauen.
Man könnte fast behaupten, das ich die blinden Flecken gepachtet hätte.
Loslassen hat funktioniert. Fast.
Irgendwann hat’s dann geklickt: Loslassen. Und ja, es hat teilweise funktioniert. War aber unglaublich anstrengend und hat ewig gedauert.
Was ich mit meinen Kunden, meinen Soulis machte, war für mich so selbstverständlich, dass ich es nicht erklären konnte.
Nicht weil ich nicht wusste, was ich tat, sondern weil es so einfach war, dass ich keine Worte dafür fand.
Also hab ich weiter im Außen gesucht. Und weiterhin nicht das passende für mich gefunden.
Wie Schuppen aus den Haaren
Dann bin ich auf Schattenarbeit gestoßen. Bin da durchgegangen, klar. Aber das Wie blieb ein Geheimnis. Jahrelang.
Bis es mir wie Schuppen aus den Haaren fiel: das Geheimnis war gelüftet. Es war nicht Loslassen.
Das war’s. So einfach.
Dann ging alles rasend schnell. Meine eigene Entwicklung genauso.
Blinde Flecken zeigten sich. Bähm.
3D, 4D, 5D und dann die eigene Wahrheit
Was hatte ich für Vorstellungen im Kopf, nur weil andere davon erzählt hatten. Wie es wohl in der neuen Welt sein würde…
Was so alles anders ist, wenn wir in 5D unterwegs sind und wow – Schlaraffenland.
Dann, als ich selbst durch diese Stufen durch war, wurde klar: es ging nie um irgendein System.
Es ging immer nur um die eigene Wahrheit.
Wie fühlt es sich an, wenn die Vergangenheit nur noch eine Erinnerung ist, ohne Einfluss auf die Gegenwart?
In dem Moment war mir auch klar, warum es bei meinen Soulis immer so schnell ging mit dem Augen-öffnen. Sie mussten nichts loslassen. Sie mussten sich nur erinnern und hinter die blinden Flecke blicken.
Wahrnehmen ist schon die Handlung
Die Impulse, die ich in den Gesprächen bekam, öffneten meinen Soulis die Augen und irgendwann mir selbst auch.
Mehr nicht.
Das haben meine Impulsgespräche mit Rolling Stones gemeinsam.
Sie bringen was ins Rollen.
Das, was bisher verdeckt war, konnte sich zeigen und vieles, woran eigentlich „gearbeitet“ werden sollte, erledigte sich von selbst.
Nicht, weil es auf magische Weise weg war, sondern weil sich die Perspektiven verschoben haben.
Im Laufe der Zeit konnten sie immer mal wieder hinterfragen: Muss ich damit was machen, oder genügt es einfach nur wahrzunehmen?
Bei mir selbst ist es inzwischen so, dass ich es in dem Moment, wo ich’s wahrnehme, auch schon loslassen kann.
Schönen Gruß an die Rolling Stones 😉
Während ich den Blog schrieb, haben sie mir diese Botschaft geschickt.
In dem Moment, wo etwas an die Oberfläche gekommen ist, wo es gesehen wurde, war es weder bedrohlich noch machte es mir Angst, es war einfach da.
Irgendwann nur noch eine Erinnerung. Ohne dass ich bewusst dran rumgewerkelt hatte.
Es war einfach in meinem Bewusst SEIN.
Vertrauen ist das Zauberwort
Vor ein paar Wochen, während einer Fahrradtour am Südstrand entlang, hatte ich einen Impuls: ach, da würd ich sogar mal meine Füße reinhalten.
Diesen Impuls hatte ich aber nicht umgesetzt.
Statt dessen hatte ich mich zu einer geführten Wattwanderung angemeldet.
Das Meer wollte mich schon oft haben und deshalb habe ich mir selbst erstmal mit einem Guide ein Fundament geschaffen.
Ja, ich hatte Vertrauen aufgebaut aber die Traumata meiner Vergangenheit hielten mich noch davon ab, diesen Schritt allein zu machen.
Dann war es soweit meinem Endgegner alleine entgegen zu treten.
Alles war da: Vertrauen, Sicherheit, ein dickes Fundament, eine Kiste voll Mut und dann, obwohl nicht bewusst beabsichtigt, stand ich schon Barfuß im Watt.
So baut sich das über Jahre auf, wie in dieser Geschichte. Und manchmal steht man noch Wochen am Rand und tut’s trotzdem nicht, auch das war mal meine Realität.
Dieselbe Bewegung, andere Bühne
Das Meer war die letzte große Prüfung, genauso wie einige andere Dinge, die ich vorher „loslassen“ musste.
Manchmal sind vermeintliche Umwege sogar Abkürzungen.
Das direkte Herangehen an Themen die man loswerden will, ist meiner Erfahrung nach ein Umweg, weil’s immer nur das zeigt, was wir schon kennen und nicht das, was dahinterliegt.
Wir müssen uns erlauben auch mal um die Ecke zu denken, zum Beispiel über Fragen statt fertige Antworten, so wie hier.
An welchen Rolling Stone darf ich dich erinnern?


