Ungeduld auf dem Seelenweg – Warum dein Prozess kein Treibhaus ist
Dein Seelenweg ist kein Treibhaus. Aber die Bubble verkauft ihn gerne so.
Was wirklich wächst und warum Ungeduld dein größter Feind ist.
Stell dir vor, dein Jahr würde wie ein Garten funktionieren. Es gibt Phasen, wo du etwas sähst, es gibt Phasen des Wachstums, Phasen der Stille und des Ausruhens und des Vorbereitens. Je nachdem, was du für dich erschaffen willst.
Was dabei ganz wichtig ist: den natürlichen Zyklus zu berücksichtigen.
Die Bubble und der Treibhauseffekt
Die Coaching-Bubble nutzt oft einen Treibhauseffekt. Alles muss schnell gehen, wird manipuliert und du wunderst dich vielleicht, warum es sich nicht rund anfühlt. Das liegt daran, dass etwas auf der Strecke bleibt.
Erinnere dich an den Geschmack frisch geernteter Erdbeeren aus dem Garten. Oder frischgezapfter Tomaten vom Strauch. Ich hatte mal einen Garten — und kann dir sagen, die Jahre danach konnte ich kein Obst und Gemüse aus dem Supermarkt essen.
Das ist auch in deinen Prozessen so. Jede Phase braucht gewisse Zutaten, besondere Pflege und die Zeit, die sie braucht um zu reifen.
Die Tücken der Ungeduld zeigen sich übrigens nicht nur auf dem Seelenweg — sie beeinflussen deinen ganzen Alltag.
Wie das mit der Selbsttäuschung zusammenhängt, die dabei entsteht — das habe ich hier beschrieben.
50 Pflänzchen in einem Schuhkarton
Ich erinnere mich, als ich kleine Pflänzchen gekauft hatte für eine Blumeninsel, die in bestimmter Reihenfolge angelegt ein wunderschönes Bild ergeben sollten. Ich bestellte also für — keine Ahnung wieviel Quadratmeter — und bereitete das Feld entsprechend vor.
Dann kamen sie. Ein Karton, noch einer, hä? noch einer… Gefühlt nahm das kein Ende und letztendlich waren ca. 50 Pflänzchen in einem Schuhkarton. Was war ich enttäuscht.
Also Pflänzchen ab in den Rucksack, aufs Fahrrad geschwungen und ab in den Garten. Ich saß fast täglich davor und versuchte zu beobachten, wie sie sich entwickelten. Das ging mir natürlich zu langsam — und ich dachte, vielleicht ist es der falsche Platz. Also mussten die ersten bereits nach ein paar Tagen umziehen.
Du kennst den Spruch: „Nur die Harten kommen in den Garten.“ Er geht noch weiter: „und die ganz Harten überleben bei Carola.“
Viele Köche verderben den Brei
So ist das auch bei dir, wenn du mit diversen unterschiedlichen Methoden, Techniken und Tools arbeitest. Woher willst du wissen, was nun wirklich geholfen hat? War es der letzte Workshop — oder ist der einfach auf den vorbereiteten Boden getroffen, sodass er jetzt wachsen kann?
Oder machst du so viel unterschiedliche Dinge, die sich gegenseitig negativ beeinflussen? Viele Köche verderben den Brei. Auch den Spruch kennst du.
Und falls du dich fragst, ob Spezialisten da wirklich weiterhelfen — das habe ich hier mal genauer angeschaut.
Warum manche Dinge auch nach dem Workshop nicht loslassen — das erkläre ich hier.
Ungeduld aushalten — das Schwerste überhaupt
Wie leicht fällt es dir, dir die Zeit zu geben, die du gerade benötigst?
Wenn du auf dein Leben zurückblickst, wirst du erkennen, wann du festgesteckt hast. Und jetzt bist du hier und fragst dich vielleicht, warum du die eine oder andere Lektion wiederholen musstest. Vielleicht lag es gar nicht daran, dass du noch etwas lernen solltest — sondern einfach daran, dass du zu schnell sein wolltest.
Weißt du eigentlich wie schön es ist, die einzelnen Prozesse und Phasen bewusst zu erleben? Viele erlauben sich gar nicht hinzusehen — sich dafür wertzuschätzen, was sie da eigentlich gemeistert haben. Auch das gehört unbedingt zum Bewusstseinsprozess dazu.
Vielleicht gibt es diese Momente, wo du von einer MasterClass zur nächsten gehst oder ein Seminar nach dem anderen abarbeitest. Du bist so beschäftigt, dass du gar nicht mitbekommen kannst, ob da jetzt was passiert oder nicht.
Ist es nicht so, dass dir von außen sogar noch zusätzlich Druck gemacht wird? Vielleicht fühlst du dich noch nicht gut genug, nicht weit genug — und weißt du was? Das ist der größte Killer überhaupt.
Du bist soweit, wie du halt bist. Punkt.
Was würde passieren, wenn du einfach sagst: „Stopp. Ich will das nicht mehr.“
Ich sag es dir: Es kehrt Ruhe ein. Tiefe Ruhe. Und dann entscheidest du, was du wirklich willst — weil du anfängst, dich und deine Bedürfnisse zu spüren.
Was Ungeduld mit deinem Körper macht — und warum er oft der erste ist, der Stopp sagt — das habe ich hier beschrieben.
Wie das mit einer echten Entscheidung zusammenhängt — das habe ich hier geschrieben.
Die Phasen — wie sie sich bei mir gezeigt haben
Ich weiß, wie es sich anfühlt. Wie Stillstand. Oder sogar wie Rückschritte. Der Zwang weiterzumachen wird fast unerträglich. Beim Sport würdest du es den inneren Schweinehund nennen, der dich zum Stillstand zwingt und dir beim nächsten Einkauf eine Tüte Chips in den Einkaufswagen schmeißt. Ohne dass du es mitbekommst.
Der Drang sportlich zu werden war bei mir nie so groß, dass ich mich dagegen hätte wehren müssen. In meinen persönlichen Prozessen musste ich mich zur Ruhe anfangs zwingen. Dann habe ich erkannt, dass diese Phasen wichtig sind.
Diese Phasen haben sich bei mir so gezeigt:
— suchen, ausprobieren, verändern — transformieren — verkörpern — synchronisieren — reanimieren — integrieren
Besonders das Verkörpern — Ungeduld, Wurzeln und die Kunst wirklich zu verkörpern — ist eine eigene Geschichte wert.
Deine eigene Wahrheit — sie wartet nicht auf den nächsten Workshop
Vielleicht weißt du gar nicht, warum du dich eigentlich so hetzen lässt. Vielleicht ist jetzt der Zeitpunkt, an dem du entscheidest, dich auf deine eigene Wahrheit einzulassen.
Denn ist es nicht so, dass du einfach noch nicht weißt, wer du wirklich bist? Deine eigene Wahrheit zu entdecken gibt dir das, was du vielleicht auch suchst: Freiheit. Und die ist in dir — wenn du dich entdeckst. Nicht wenn du andere danach fragst, wer du bist.
Mach die Augen auf — nicht für die Welt da draußen. Für dich.
Wenn du spürst, dass du bereit bist, deinen eigenen Weg zu navigieren — ohne den nächsten Workshop, ohne fremde Landkarten — dann schau dir den Seelenkompass an. Der zeigt dir, wo du wirklich stehst.
Und wenn du lieber erst im Gespräch spürst, was jetzt dran ist — dann ist ein Impulsgespräch der richtige nächste Schritt.
Wie sind deine Erfahrungen? Schreib es gerne in die Kommentare.
💌 Soul to Soul — Carola









