Du versuchst es loszuwerden. Seit Wochen, Monaten, vielleicht Jahren.
Und je mehr du dich damit beschäftigst, desto größer wird es. Loslassen hat nichts mit Versagen zu tun und ist auch kein Zufall.
Deine Aufmerksamkeit ist das Futter. Und solange das Problem im Mittelpunkt steht, bleibt es.
Du willst es loswerden. Genau das hält es fest.
Warum du nicht loslassen kannst und was das mit deinem Fokus zu tun hat
Der Grund warum du immer wieder, vermeintlich oder tatsächlich, stecken bleibst?
Klick jetzt nicht weg, nur weil du denkst du bist im falschen Film. Natürlich willst du dein Ziel erreichen, das ist doch völlig normal, oder?
Die Frage ist nur: was ist eigentlich dein Ziel?
Wenn du sagst „ich will die Angst loswerden“, „ich will die Krankheit loswerden“, „ich will dass mein Hund endlich alltagstauglich ist“, dann ist dein Ziel gar nicht das Ziel. Dein Ziel ist: weg von dem was gerade ist.
Und das bedeutet, dein Fokus liegt immer noch auf dem was du nicht mehr willst. Du siehst was falsch läuft, was dich nervt, was weg soll.
Und das ist Futter für das PROblem. Sieh es mal so, es ist ein PRO-blem, weil es eigentlich FÜR dich ist. Verrückt oder?
Solange es so viel Aufmerksamkeit bekommt, fühlt es sich wichtig. Quasi ein PROblem mit Ego. Und was sich wichtig fühlt, kann gar nicht gehen.
Das ist keine Schwäche. Das ist Physik.
Deine Aufmerksamkeit ist Energie. Energie fließt dahin wo dein Fokus ist.
Solange du auf das schaust was weg soll, bekommt es genau das was es braucht um zu bleiben.
Das klingt frustrierend. Und gleichzeitig ist es die beste Nachricht die du heute bekommen kannst.
Weil es bedeutet: nicht du bist das Problem. Dein Fokus ist es.
Das war auch der Grund, warum sich meine Depression länger bei mir aufgehalten hat als eigentlich notwendig. Wenn ich darüber gesprochen oder geschrieben hab, hab ich sie immer MEINE Depression genannt. Wie soll denn bitte etwas gehen, was ich als MEINS deklariert hab? Ja, wir Menschen stehen uns gerne selbst im Weg. Es könnte so einfach sein.
Das ist nämlich die fiese Falle, die lauert, wenn du dein Problem gelöst hast: du kannst es gar nicht glauben dass es weg ist und suchst danach. Dein Unterbewusstsein sitzt da und würde seinen Kopf schütteln, wenn es einen hätte. Es sieht deine verzweifelte Suche, weil du etwas vermisst — und gibt es dir zurück. Und damit es für dich jetzt einfacher wird, schenkt es dir eine gratis Portion.
Was hier eigentlich fehlt, ist der Unterschied zwischen Loslassen und Annehmen.
Was Loslassen wirklich bedeutet.
Loslassen will noch kontrollieren. Es schaut noch hin, kämpft noch, will steuern wie es geht.
Annehmen entzieht das Futter.
Stell dir Nebel vor. Du kannst ihn anschreien, analysieren, wegwollen mit aller Kraft. Er bleibt. Oder du lässt die Sonne rein.
Der Nebel verschwindet nicht weil du ihn wegwillst. Er verschwindet weil die Sonne scheint.
Übrigens, das was du ablehnst ist oft genau das was du brauchst. Ich kenn jemanden der unbedingt eine ganz bestimmte Katze wollte. Eine die so und so aussieht, so und so ist, auf keinen Fall anders. Beim Aussuchen krabbelte dann genau die Katze auf sie zu, die sie eigentlich nicht wollte. Adoptiert wurde sie trotzdem. Und es war genau richtig.
(Den Unterschied zwischen Loslassen und Annehmen hab ich hier ausführlicher beschrieben. Und warum Loslassen kein Zauberspruch ist — hier.)
Der Perspektivwechsel kündigt sich selten laut an. Er kommt leise.
Als Morgen wo du anders aufwachst. Als Moment in der Natur wo plötzlich etwas klick macht. Als Gespräch das dich noch Tage später beschäftigt.
Er passiert wenn du Raum lässt. Und Raum entsteht wenn du aufhörst zu kämpfen.
Also pack die Boxhandschuhe ein und lass dich auf ein neues Spiel ein.
Sun Tzu wusste das schon: Kennst du deinen Feind und dich selbst, brauchst du den Ausgang hunderter Schlachten nicht zu fürchten. Oder nimm die geheime Zutat aus Kung Fu Panda — ganz egal wofür dein Herz schlägt, letztendlich geht es nur darum, deinen eigenen Weg zu finden und mit dir im Reinen zu sein.
Ich hab das nicht aus einem Buch.
Damals nannte ich meine Arbeit noch Mentaltraining für Hund und Halter. Ich dachte ich helfe Menschen mit ihren Hunden.
Dann kamen die Rückmeldungen. Und ich merkte, die Menschen redeten gar nicht so sehr über ihre Hunde. Sie redeten über sich. Über Dinge die sich verschoben hatten. Über einen Blickwinkel der sich geändert hatte.
Der Hund war die Tür. Was dahinter war, hatte mit dem Hund oft wenig zu tun.
Ihre Testimonials hätten mir eigentlich schon die Augen öffnen können, für das was wirklich dahinter steckte. Aber ich war noch nicht soweit. Ich durfte noch wachsen, lernen, tiefer gehen als ich es mir je hätte erträumen lassen.
Ich verurteile das nicht, ich war ja selbst lange auf der Suche. Bis ich gemerkt hab: es geht nie um Technik, nie darum den Hund „in die Spur“ zu bringen. Es geht um Beziehung. Und Beziehungen verändern sich manchmal so, dass sie sich mit mehr Abstand anfühlen und gleichzeitig viel enger sind. Nicht abhängiger. Sondern freier.
(Mehr dazu hier.)
Aber wie soll man nicht dran denken, wenn es die ganze Zeit nervt?
Gute Frage. Und ich hab da was. Nicht von Ratiopharm, sondern von meinem Seelchen.
Mein Krafttier-Malbuch, der Seelenkompass und das Retreat sind nicht entstanden weil ich sie geplant habe.
Sie sind entstanden weil mein Unterbewusstsein längst verstanden hatte, dass ich nur loslassen kann, wenn ich den Fokus verändere, weg vom Problem, hin zu etwas das mich trägt.
Aus reiner Energie. Für genau diesen Moment.
Egal von welchem Punkt aus du startest.
Egal was du erreichen möchtest. Egal wie tief du zu deiner Wahrheit vordringen willst, oder ob du einfach nur mal den Kopf frei bekommen willst.
Du nimmst etwas mit das sich schwer in Worte fassen lässt. Aber dein Alltag wird es merken.
Wenn du dich an irgendeiner Stelle angesprochen gefühlt hast, bist du reif, die Trilogie für die Sinne in vollen Zügen zu genießen.