Du hast dich nicht verloren — du hast dich überlagert
Kein Kind weiß, dass es gerade verwickelt wird.
Es weiß nur, dass es sich anpassen muss. Und irgendwann ist das so normal geworden, dass du gar nicht mehr merkst, du suchst dich.
Dabei bist du die ganze Zeit da gewesen.
Was kein Kind sich fragt
Kein Kind fragt sich, ob es funktioniert oder nicht. Es weiß nur, dass es so, wie es da ist, nicht gewünscht ist. Dass es sich anpassen muss, um dazuzugehören und akzeptiert zu werden. Es fühlt sich falsch in dem, wie es Dinge wahrnimmt. Es fühlt sich unverstanden. Vielleicht stellt es Fragen, die nicht beantwortet werden — und wird als irgendwie komisch hingestellt.
So wird ein Kind im Laufe seiner Entwicklung verwickelt, statt zu einem selbstbewussten, authentischen Erwachsenen zu werden.
Es fängt an, sich mit anderen zu vergleichen. Fragt sich, was mit ihm nicht stimmt. Dabei kommt es nicht auf die Idee zu hinterfragen, ob es nicht die anderen sind, die vielleicht nicht stimmen. Der Fehler steckt immer im Selbst — vermeintlich. Denn alle anderen funktionieren ja.
→ Wir werden VERwickelt, damit wir uns später ENTwickeln müssen
Die scheinbar endlose Suche
Das Problem ist nicht, dass wir plötzlich wissen: ich bin vollkommen ok, die anderen stimmen nicht. Vielmehr ist es ein Reifungsprozess. Eine scheinbar endlose Suche nach der eigenen Wahrheit — von der wir noch gar keine Ahnung haben, wonach wir eigentlich suchen.
Das ist wohl auch der Grund, warum wir x Seminare, Ausbildungen und Workshops besuchen. Warum wir Gleichgesinnte suchen und uns Antworten auf Fragen erwarten, die uns niemand beantworten kann.
Das ist eine große Falle.
Manchmal fühlt sich etwas stimmig an — aber eigentlich ist es zwar etwas, das in uns vorhanden ist, nur noch nicht weit genug in uns vordringt, um unseren inneren Kern freizulegen. Das freizulegen, was ursprünglich verwickelt wurde.
Mitgespielt. Obwohl nichts stimmte.
Ich kenne das. Ich war in einem Seminar zum Thema Vergebung. Es gab Rituale, alles ganz huuuuh und haaaaah. Als ich nach dem dritten Durchgang immer noch nichts spürte, wurde die Veranstalterin ungeduldig. Was machte ich? „Ah ja, jetzt ist es durch und weg.“ Weil ich einfach mitgespielt hatte. War es die Wahrheit? Nein.
Wir alle spielen viel zu lange ein Spiel mit — weil wir keine Ahnung haben, was wir stattdessen machen sollten. Uns fehlen die Anker. Das, was wirklich zu uns gehört und uns stärkt. Wer kennt es nicht, gegen seine Natur zu arbeiten und es sich schönzureden, damit man einigermaßen damit zurecht kommt.
Das Funktionieren ist unser Normal.
Schätzelein, wach auf
Und dann meldet sich der Körper. Oder die Seele. Meistens beide. Nicht laut, erst leise — und dann immer klarer: da stimmt was nicht. Du solltest jetzt wirklich mal den Kurs ändern.
Es ist ja nicht so, dass wir plötzlich aufwachen und rufen: Yeahaw, endlich kann ich alles loslassen, was nicht zu mir gehört. Weg damit. Tschüss.
Nein.
Es sind Prozesse, die ablaufen. Wir können nur hinterfragen, ob das, was gerade los ist, uns gut tut oder eben nicht. Dann brauchen wir eine Prise Mut, Gewohnheiten zu ändern. Vor allem, wenn andere uns nicht mehr wohlgesonnen sind, weil wir anfangen Nein zu sagen, Grenzen zu setzen und andere Perspektiven zu entwickeln.
Mainstream ist dann vorbei.
Aber im Ernst — dazugehört hast du doch eh nicht. Warum dann nicht gleich den eigenen Weg gehen.
Was wirklich zu dir gehört
Nach und nach fällt dir auf, was wirklich zu dir gehört — und was du von anderen übernommen hast. Du lernst zu hinterfragen und lässt alles erst mal wie durch einen Körperfilter laufen. Du wirst spüren, was deins ist und was nicht.
Du brauchst niemanden, dessen Gefühle du dir einredest. Es darf sich für dich anders anfühlen, weil du jemand anders bist. Wir haben nicht den gleichen Ausgangspunkt gehabt, nicht die gleichen Erfahrungen gemacht und andere Lernaufgaben als Seele auf diesem Planeten.
Die Seele macht keinen 5-Schritte-Plan
Deine Seele lernt nicht durch Visualisierung. Sie lernt durch Erfahrung. Durch Durchgehen. Durch Verkörpern.
Und das Loslassen — das klingt immer einfach und harmlos. Aber eigentlich ist es auch immer ein bisschen wie, wenn etwas stirbt. Etwas, das sowieso nie zu dir gehört hat. Fühlt sich das immer gleich toll an? Nicht immer. Aber nie wie Verlust.
Du erinnerst dich
Das ist dann auch der Moment, wo du nicht mehr nach links und rechts guckst und dich fragst, warum es für dich nicht funktioniert. Du akzeptierst dich — voll und ganz. Das ist wohl das größte Geschenk, das du dir selbst machen kannst.
Dann sind deine Grenzen auch nicht mehr etwas, das von anderen in Frage gestellt wird, sondern ein: so ist es. Du bist klar und souverän. Und das in einer Stille, die du nie in dir vermutet hättest.
Das Offensichtlichste siehst du zuletzt
Letztendlich ist dein Weg eine Erinnerung. Vielleicht entdeckst du, dass das, was du jetzt wahrnimmst, schon immer da war. Du hast es nur vergessen. Oder du hattest blinde Flecken, die dir das Offensichtliche versperrt haben.
Du findest dich nicht. Du erinnerst dich.
Suchen setzt voraus, dass du etwas verloren hast. Aber du hast dich nicht verloren. Du hast dich überlagert. Mit Erwartungen. Mit Rollen. Mit dem, was man dir gesagt hat, wer du sein sollst.
Diese Gewissheit macht etwas mit dir. Du bist einfach nur noch — ohne zu erklären oder dich anzupassen. Es ist, wie es ist. Und das ist Klarheit und innerer Frieden.
Kannst du es schon fühlen?
Wenn du spürst, dass jetzt der Moment ist an dem dich etwas erinnern möchte— ruf mich an.
Oder schreib mir. Wir schauen gemeinsam, was bei dir gerade sichtbar werden will.

