Rosi bereitet ihren Abschied vor
Elf Jahre. Ein Fundament, das standhält. Und ein Abschied, den ich nicht in Worte fassen kann, aber in Würde begleiten werde.
Rosi hat grünes Licht gegeben. Ich schreibe.
Ihr Lieben,
in den letzten Jahren habe ich nichts mehr über Rosis Gesundheitszustand geschrieben. Ich wollte sie energetisch davor schützen, bemitleidet zu werden, denn Mitleid tut der Gesundheit nicht gut.
Vor etwa vier Jahren wurde ihr zum zweiten Mal ein bösartiger Tumor entfernt. Zur Kontrolle ließ ich eine Stelle an ihrem Kopf punktieren. Das Ergebnis: ein Herd mit bösartigen Zellen. Die Tierärzte rieten von einer Operation ab. Nach der Punktierung ist diese Stelle schnell gewachsen und wurde zu einem Blickfang.
Das war der Grund, warum ich aufgehört habe, über sie zu schreiben.
Warum ich so lange geschwiegen habe
Denn plötzlich sahen Menschen nur noch diese Stelle. Nicht mehr den lustigen Hund mit den schönen Augen. Sondern ein krankes, wunderschönes Tier und hielten mit ihren Therapieansätzen Gespräche am Laufen, um die ich nicht gebeten hatte.
Also schwieg ich. Und nutzte diese Zeit, um unser Fundament zu bauen. Eines, das standhält, auch wenn die Hütte zusammenbricht.
Ein neues Kapitel und die ersten Zeichen
Am 24. Dezember sind Rosi und ich nach Wilhelmshaven gezogen. In den Jahren dazwischen gab es immer wieder Phasen, in denen es ihr nicht so gut ging.
Ich habe darüber geschwiegen, weil ich weiß, dass auch aufrichtige Anteilnahme den Fokus auf die Krankheit richtet.
Schon vor dem Umzug wurden diese Phasen merklich kürzer. Noch nicht beunruhigend. Aber spürbar.
Am 11. Juni ist Rosi elf Jahre alt geworden. Und mir wurde in diesem Moment klar, wie wertvoll jeder einzelne Tag war, den wir miteinander hatten.
Der Sturz und die Botschaft dahinter
Am nächsten Tag wollte sie nicht mehr raus. Das kannte ich aus anderen Phasen und spürte trotzdem, dass es diesmal anders werden würde.
Am 15. Juni bin ich auf dem Weg zur Arbeit heftig gestürzt. Offensichtlich waren meine Gedanken mehr bei Rosi als bei mir. Mir tat alles weh, und ich erkannte klar die Botschaft dahinter.
Ich rief einen Tierarzt nach dem anderen an. Endlich hatte ich Glück, er nahm uns sogar am nächsten Tag dran. Eine liebe Nachbarin bot an, uns zu fahren, weil Rosi nicht mal bis zur Bushaltestelle gekommen wäre.
Die Diagnose und Rosis Botschaft
Der Tierarzt war einfühlsam und nahm ihre gesundheitliche Vergangenheit sehr ernst.
Rosi hat in den letzten Monaten fünf Kilogramm abgenommen, das ist wirklich viel. Sie bekam Kortison.
Rosi schickte mir die Botschaft: Das war eine Generalprobe.
Drei gute Tage — und dann
Drei Tage lang war sie wieder lustig. Wollte sich noch immer nicht viel bewegen, aber das kenne ich von ihr, erst recht in dieser Hitze, die nicht für einen Berner Sennenhund gemacht ist.
Gestern Abend fing es wieder an. Sie zitterte, kam kaum zur Ruhe. Dazu noch das Gewitter. Was davon Hitze war und was Rosi, das zu filtern war nicht mehr wirklich möglich. Und auch nicht mehr wirklich wichtig.
Gestern hat sie kaum gefressen. Den heutigen Tag hat sie verschlafen. Zwischendurch hat sie sich ein Stück Käse geben lassen, den sie so gerne mag.
Ich hatte mich eigentlich auf einen Besuch beim Nottierarzt vorbereitet. Aber weil sie ganz ruhig und entspannt schläft und nicht mehr hechelt, habe ich sie in Ruhe gelassen. Zur Unterstützung steht eine Schungit-Pyramide bei ihr, die ihr am 16. Juni bereits zur Ruhe verholfen hat.
Die schwerste Entscheidung — Rosis Abschied
Jeder, der ein Tier hatte, musste sich irgendwann diese Frage stellen: Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Abschied?
Ich glaube, diese Entscheidung zu treffen ist eine der schwersten überhaupt.
Die Stelle an ihrem Kopf ist in den letzten Tagen gewachsen und hat sich verändert. Deshalb habe ich entschieden: Der nächste MUSS-Tierarztbesuch wird keine Lebensverlängerung. Das wäre egoistisch von mir.
Es bricht mir das Herz. Und der Gedanke, nach Hause zu kommen und sie ist nicht da, den kann ich nicht in Worte fassen.
Was diese Phasen bedeuten
Wie lange wir wirklich noch miteinander haben werden, weiß ich nicht. Aus Erfahrung weiß ich, dass diese On-off-Phasen viel Kraft kosten. Ich glaube, sie bereiten uns dadurch auf das Unvermeidbare vor.
Cecilia hat darüber erzählt und ich durfte es aus ihrer Sicht aufschreiben: Seelengespräch mit Cecilia — Botschaften aus dem Jenseits
Kein Mitleids-Blog, sondern Rosis Geschichte
Nein, das hier ist kein Mitleids-Blog.
Ich möchte euch mitnehmen. Ich habe mein ganzes Leben dokumentiert und veröffentlicht, aus einem geheilten Zustand heraus.
Rosi habe ich so lange herausgehalten, weil es um sie geht. Sie hat mir jetzt grünes Licht gegeben, an die Öffentlichkeit zu gehen und unsere aktuelle Situation zu teilen.
Sie hat so vielen Menschen und Tieren mit ihrer unvergleichlich liebevollen Art geholfen.
Mein Fundament ist jetzt so stark, dass ich damit umgehen kann. Und dass Mitgefühl standhält, ohne energetischen Schutz. Einfach liebevolle Anteilnahme.
Ich schreibe, um im Kopf klar zu bleiben. Und um die Stärke beizubehalten, die wir für Rosis Abschied brauchen werden.
CaRoSi