Gibt es einen Seelenweg?
Neulich stolperte ich über einen Post, der behauptet, es gibt keinen Seelenplan.
Das hat mich zum Reflektieren gebracht, über Plan, Weg und Aufgabe, und über das, was ich selbst erlebt habe.
Vielleicht kennst du das: du suchst etwas, weißt aber nicht was. Du möchtest irgendwo dazugehören, hast aber auch keinen Bock mehr, so zu tun, als wäre das noch deine Wahrheit.
Das ist kein Widerspruch in sich, sondern ein sicheres Zeichen dafür, dass du dich, vielleicht noch unbewusst, entschieden hast, einen anderen Weg zu gehen.
Du hast dich schon in eine andere Richtung entwickelt als deine Mitmenschen und fühlst dich vielleicht noch nicht sicher genug, das auch öffentlich und laut zu äußern.
Der Post, der mich hat innehalten lassen
Die Überschrift und die Aussage haben mich dazu angehalten, reinzufühlen. In meinem Leben habe ich zu viel erlebt und deshalb bin ich 100% überzeugt, dass es einen Seelenweg gibt.
Vielleicht nicht für jeden, denn nicht jeder hat die Ambitionen, sich auf die Suche nach seiner Wahrheit zu machen.
Aber die, die sich immer wieder fragen „wer bin ich überhaupt und warum“, der sollte sich mal in Ruhe darüber Gedanken machen und reflektieren, wie sein Leben sich entwickelt hat.
Neulich stolperte ich über einen FB-Post, in dem eine Frau behauptet, es gibt keinen Seelenplan.
Vielleicht ist der Begriff an sich nur eine Schublade. Aber nach zwei Sätzen war klar: das war auch nur eine Marketingstrategie.
Ich empfand die Aussage als arrogant, denn damit wurden wieder alle über einen Kamm geschoren. Der eigentliche Widerspruch kam am Ende: „hör auf niemanden“ ,gefolgt von „folge mir, der Erfinderin“.
Plan oder Weg
Ein Seelenplan klingt wie eine Anweisung und engt ein. Er bietet keinen Raum zum Experimentieren.
Das würde auch unseren freien Willen ausschließen, und die Entscheidungen, die wir treffen, könnten dann kein Learning für unseren Seelenweg sein. Ein Plan ist etwas, das vorliegt und systematisch abgearbeitet werden kann.
Einen Seelenweg hingegen geht man, direkt oder nicht. Man erkennt die Zusammenhänge erst im Nachhinein, sodass sich die Puzzleteile sortieren können und nachträglich das gesamte Bild ergeben.
Der Seelenweg macht für mich deshalb Sinn, weil er nachträglich Sinn ergibt. Wenn du auf dein Leben zurückblickst und erkennst, wozu alles, was du erlebt hast, wichtig war.
Natürlich hast du es in dem Moment nicht so erlebt. Ich kenne das nur allzu gut. Aber rückwirkend betrachtet hat alles zu etwas Rundem geführt.
Wie eine Seelenaufgabe entsteht
Die Seelenaufgabe kann ich dir anhand meines Beispiels erklären: Mein erster Stadthund sollte in die Welpenschule, weil ich selbst noch zu unsicher und mit wenig Selbstvertrauen ausgestattet war.
Ja, ich bin zwar mit Hunden aufgewachsen, aber das war auf dem Land. Ein Berliner Stadthund hatte andere Ansprüche. Später sollte ich herausfinden, dass damals eine meiner Seelenaufgaben geboren wurde.
Da bei uns alles Herkömmliche versagte, war ich gezwungen, aus der Not heraus selbst ganzheitliche Hundetrainerin zu werden. Ich wollte anderen ersparen, was ich mit meinem Hund erlebt habe.
Wie ich es erlebt und beobachtet habe, entwickeln sich Seelenaufgaben mit der eigenen Persönlichkeit auf dem Weg zu sich selbst.
Warum ich nicht kommentiert habe
Ich hatte mich bewusst entschieden, auf diesen Post nicht zu kommentieren, denn es hätte eine endlose Diskussion nach sich gezogen und würde keinen Sinn ergeben. Weil ich darauf keine Energie und Aufmerksamkeit verschwenden wollte.
Ich muss mich nicht beweisen oder anlegen und kann meiner Wahrheit dafür die Aufmerksamkeit schenken, die sie verdient. So bleibe ich bei mir und nicht im Außen.
Ich muss keine Meinung widerlegen, die mir nicht passt. Für mich ist das lediglich etwas, womit ich meine Empfindungen reflektiere.
Ich nutze solche Gelegenheiten zum Reflektieren oder einen blinden Fleck zu erkennen. Ich muss auch nicht recht haben, weil es zu viele Wahrheiten gibt. Jeder muss selbst wissen, was für ihn stimmig ist.
Meine Empfehlung an dich: spür immer in dich hinein. Fühlt es sich richtig an? Wie reagiert dein Körper, wenn du dieses oder das liest? Wenn du an die Dinge, die dir begegnen, so rangehst, erkennst du schnell, ob es für dich ist oder dich vielleicht nur beschäftigt hält.
Meine aktuelle Seelenaufgabe
Ich hatte lange geglaubt, meine Seelenaufgabe zu kennen, bis zur Diagnose und der tiefen Schattenarbeit. Das hat alles verändert. Das habe ich nicht sofort verstanden. Das hat sich alles entwickelt und erst in der Reflexion gezeigt.
Gespürt habe ich es über Jahre, dass das nicht mehr passte. Aber ich wollte und konnte noch nicht loslassen. Das ist halt ein Prozess.
Ich glaube nicht, dass wir von Anfang an genau wissen müssen, was die Seelenaufgabe wirklich vollständig ist. Sie darf sich entwickeln, verändern oder eine vollkommen andere Richtung einschlagen, wenn sich das besser und richtiger anfühlt.
Wissen wir vorher, wohin das führt? Nein. Ist das wichtig? Auch nein. Sonst wären wir alle Propheten, und das Leben hätte keine Überraschungen mehr für uns.
Nichts war Zufall
Im Laufe meines Lebens und der Reflexion aller Stationen wurde mir klar: nichts war Zufall, nichts ist einfach so passiert.
Die Entscheidungen, die ich getroffen habe, haben alle Sinn ergeben, auch wenn ich es damals nicht so verstanden habe.
Wer will schon gefühlt freiwillig in der Dunkelheit umherwandeln.
Ergebnis wollen, ohne den eigenen Anteil
Mit manchen Menschen konnte und wollte ich nicht mehr ehrlich weiterarbeiten.
Meine eigene Entwicklung hat das nicht mehr zugelassen, weil meine Wahrnehmung so fein wurde, dass es mich geschmerzt hat, es nicht mehr auszuhalten.
Ich habe oft erlebt, dass der Wunsch nach Veränderung sich nach außen richtet, der Hund soll anders werden, das Kind, der Partner. Aber das Ergebnis soll kommen, ohne dass man selbst etwas verändert. Sie wollten das Ergebnis, sofort. Aber nichts dafür tun.
Im Umgang mit Menschen und ihren Hunden habe ich immer wieder erlebt, dass am Hund erzogen wurde, der Partner sich ändern sollte, am liebsten alles andere sich ändern sollte.
So funktioniert das nicht. Es gibt einen Grund, warum das Außen so reagiert. Warum der Hund jeden ankläfft, der sich auf 10 Meter nähert, warum der Partner nicht im Haushalt hilft.
Du solltest immer zuerst fragen, was du eigentlich ausstrahlst. Dann kannst du die Sache umkehren und beobachten, was sich entwickelt.
Andere Ergebnisse brauchen andere Handlungen. Die richtigen Menschen setzen dich nie unter Druck, egal wie du dich entscheidest.
Zum Staatsfeind werden
Den Weg durch die eigenen Schatten zu gehen, sie anzunehmen und zu integrieren, ist ein großer Prozess, der zu einem vollkommen neuen inneren Leben führt. Für das Umfeld kann das beängstigend sein.
Du wirkst auf einmal selbstsicherer, traust dich, nein zu sagen, und meinst es auch so. Vielleicht wirkst du kalt und egoistisch, weil du nicht mehr permanent zur Verfügung stehst.
Die Entscheidung, die ich getroffen habe, ist, mich selbst ernst zu nehmen. Mehr nicht. Zu sich selbst zu stehen und für sich gut zu sorgen ist eigentlich die größte Aufgabe, der wir uns stellen dürfen.
Und wenn wir nicht mehr funktionieren wie bisher, werden wir zum Staatsfeind Nr. 1 gekürt, und manche Freundschaften brechen weg. Aber waren die wirklich echt, wenn sie nur funktionierten, weil du funktioniertest?
Manche haben mich damals ausgegrenzt, weil sie noch nicht bereit waren, jemanden anders leben zu sehen. Ich bin quasi zum Staatsfeind geworden, nur weil ich meinen eigenen Weg gegangen bin.
Rosi als Spiegel
Meine Engel auf Pfötchen haben mir am Anfang meiner bewussten Reise geholfen, auf den Seelenweg zu kommen. Sie hatten ihre Aufgaben mitgebracht, und ich war quasi ihre Seelenaufgabe.
Rosi, meine letzte Hündin, war anders als ihre Vorgänger, ihre Aufgabe war nicht mehr, mich zu lehren, sondern mich zu spiegeln. Mir zu zeigen, dass auch ich gute Eigenschaften habe. Das anzunehmen war das Schwerste, was ich je lernen musste.
An einen Moment erinnere ich mich, als ich fast zu spät zur Therapie kam. Ich komme nie zu spät. Also kam ich angehechelt und sagte, dass ich Rosi vor einem Höllenhund beschützen musste und mich todesmutig dazwischen geschmissen habe, weil er sich über sie hermachen wollte.
Meine Therapeutin fragte, warum sie das nicht selbst erledigt. Meine Antwort: „Rosi ist viel zu sensibel. Sie hat mich, um sie zu beschützen. Sie muss das nicht selbst machen.“
Rosi mochte keinen Streit oder wenn jemand laut wurde, und zog sich lieber zurück, wenn jemand anderes das Spielzeug oder Futter für sich beansprucht hat. Das war mein erster Spiegel, und meine blinden Flecken sind sichtbar geworden.
Als Suchende Wanderbaustelle auf dem Seelenweg
Bis ich zu meinem Seelenweg gefunden habe, war ich Suchende. Ständig krank, nicht ernst genommen, weil es keine eindeutige Diagnose gab. Die Symptome wechselten ständig, ich war eine Wanderbaustelle.
Auch das konnte mir niemand von außen abnehmen oder erklären, das war mein eigener Weg.
Niemand von außen kann dir sagen, wer du bist oder was dein Weg ist. Das findest du nur bei dir selbst.
Manchmal ist es einfach nur wichtig, zu beobachten, sich selbst, das Außen, die Mitmenschen. Ein Moment der Ruhe und sich auf sich selbst einlassen, ohne manipuliert zu werden. Ein Augenblick für die Sinne, die sich öffnen, und die Seele, die wieder gespürt werden kann.
Genau dafür habe ich das Retreat entwickelt.





