Schuldgefühle loslassen – wenn das Programm einfach läuft
Du entschuldigst dich. Noch bevor du weißt, wofür. Schuldgefühle brauchen keinen Anlass und sie gehen nicht mit einer Loslassübung.
Was wirklich hilft und warum meine Hündin Lucy meine beste Lehrerin war.
Du entschuldigst dich. Noch bevor du weißt, wofür.
Ich habe damit schon lange nichts mehr zu tun, aber ich merke, dass ich es schnell annehme. Prophylaktisch, sozusagen. Ohne nachzudenken.
Heute weiß ich, wann es sich lohnt, meinen Senf dazuzugeben. Und wann es die Energie nicht wert ist.
Früher habe ich einfach ja und amen gesagt, um Auseinandersetzungen zu vermeiden.
Ich glaube, dass viele Menschen damit zu tun haben.
Beim nächsten Mal probier das
Der Moment ist da und dein Programm läuft ab. Du spürst schon, dass es gar nichts mehr mit dir zu tun hat und trotzdem hast du das so verinnerlicht, dass es ganz einfach abgespult wird. Oh man, ich kenne das so genau.
Halt einfach einen Moment die Luft an. Ganz sanft und weiter atmen. Langsam ein, halten und lange wieder aus.
Spürst du deinen Körper? Spürst du was da passiert? Und jetzt fühl nach ob es sich anfühlt wie echte Schuld, weil du wirklich etwas verursacht hast oder ob es etwas ist, dass dir das Leben schwer macht, weil es gar nicht deins ist, sondern du es irgendwann aufgebürdet bekommen hast.
Spürst du es? Atme. Alles ist gut.
Das fing nicht mit dir an
Meine Mutter hat mir an allem die Schuld zugewiesen. Alles Elend der Welt und ihr eigenes hat sie auf mich abgewälzt. Geheilt ist das wie gesagt schon lange.
Du denkst, das bist du. Dabei ist es gar nicht deins.
Vor ein paar Jahren, ich war noch in der Depression, wollte ich mit meiner Cecilia mal raus und musste noch etwas einkaufen. Anschließend, auf dem Weg vom Parkplatz, rammte mich ein VW Bus.
Die Polizei kam und ich fing gleich an zu heulen. „Ich habe ihn nicht gesehen. Es tut mir so leid. Ich weiß gar nicht wie das passieren konnte.“
Ich habe mich selbst belastet, obwohl der Polizist mir sagte, dass es eine Gang sei, die sich auf solche „Opfer“ spezialisiert hätten. Das hörte ich gar nicht und erfand tatsächlich weitere Geschichten, weshalb ich abgelenkt gewesen sein könnte.
Dein Körper weiß es schon
In dem Moment weißt du nicht, ob das echte Schuld ist oder nicht. Das Programm läuft einfach ab.
Aber dein Körper reagiert — und das ist ein Zeichen.
Hinterher wirst du vermutlich darüber nachdenken, was das gerade wieder gewesen ist. Und du wirst dich ärgern. Das ist ein gutes Zeichen — auch wenn es sich nicht so anfühlt. Denn immer, wenn uns etwas triggert, wissen wir, dass da noch Heilungspotential liegt.
Bibedi babedi bu — und du bist geheilt?
Genau das ist ja auch, was in der Bubble erzählt wird. Du machst deine Glaubenssatz-Loslassübung und bibedi babedi bu, du bist geheilt. Aber das stimmt so nicht.
Manchmal ist der Kern so tief vergraben, dass er noch Jahre später brodelt und bei der nächsten Gelegenheit wieder aufploppt.
Einhornstaub hilft hier nicht
Du wirst in Watte gepackt. Innere Heilung passiert aber nicht, indem wir uns schonen und mit Einhornstaub hantieren, sondern wenn wir uns erlauben, wirklich tief zu tauchen und lernen loszulassen, was nicht mehr zu uns gehört. Alles andere ist nur langfristige Kundenbindung.
Es funktioniert auch nicht in einem 10-Schritte-System oder einem vorgegebenen Zeitplan. Wenn du bereit bist, wird sich dein Thema auch auflösen. Aber das geht halt nur, wenn wir den Weg auch gehen. Den kann uns niemand abnehmen.
Der Ursprung liegt tiefer
Das größte Problem ist, dass wir so auf Symptombehandlung ausgelegt sind. Aber das, was uns bewusst ist, ist ja gar nicht das eigentliche Problem. Erst wenn wir uns erlauben, tiefer einzusteigen, können wir die Schichten erreichen, wo der Ursprung ist. Und das geht halt nicht von jetzt auf gleich.
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Was mir eine sensible Seele beigebracht hat
Am Anfang habe ich mir trotzdem die Schuldgefühle anhängen lassen, auch wenn ich mich schon gar nicht mehr verantwortlich gefühlt habe. Weil ich Auseinandersetzungen vermeiden wollte.
Alles schief. Und trotzdem richtig.
Lucy und ich hatten keinen guten Start. Ich hatte wenig Selbstvertrauen, sie war mein erster Stadthund und ich ehrgeizig genug, alles richtig machen zu wollen.
Was ich damals nicht wusste: dass auf den Hundeplätzen nicht unbedingt Fachpersonal zu finden war und dass es hochsensible Hunde gibt. Vom ersten Tag an ging also alles schief, obwohl ich spürte, dass das so für uns nicht stimmte. Das war auch der Grund, warum ich dann selbst ganzheitliche Hundeerziehungs- und Verhaltensberaterin wurde.
Was an diesem Tag wirklich passierte
Wir wollten uns auf eine Prüfung vorbereiten. Ich hatte zu der Zeit noch extreme Prüfungsangst und fragte auf benachbarten Hundeplätzen nach, ob ich mal kurz auf den Platz dürfte, nicht für Anweisungen oder Trainingstipps, sondern nur um in fremder Umgebung mit meinem Hund „Prüfung spielen“ zu können.
Irgendwann stand ich in einem Vereinsheim und fragte, ob es ok sei. Der Leiter des Vereins hatte eine kleine Kampfmaschine, die unter dem Barhocker saß und meine Lucy wirklich aggressiv angreifen wollte. Und ja, auch kleine Hunde können aua machen.
Lucy hatte inzwischen so viel Vertrauen zu mir, dass sie dem kleinen Kläffer den Rücken zudrehte und es vorzog, sich nicht provozieren zu lassen und stattdessen die Natur durch die geöffnete Tür zu genießen.
Der Vereinschef fing an, sich über meinen Hund lustig zu machen. „Das ist Meideverhalten. Du bist ja wie dein Hund.“
Ich vermied eine Diskussion und bedankte mich für seine Zeit.
In dem Moment war ich so stolz und glücklich, dass Lucy und ich in die Stadt fuhren und wir ein Eis teilten.
Der Perspektivenwechsel
Sie hat mir durch ihr Verhalten geholfen, mich selbst zu entdecken, nicht mehr auf andere, sondern auf mein Bauchgefühl zu hören.
Es geht nicht um den Stolz. Es geht darum, was passiert, wenn man einen Perspektivenwechsel macht und sich selbst dadurch immer näher kommt. Unsere Engel auf Pfötchen sind oft unsere besseren Coaches und Lehrer als die, die schnelle Lösungen versprechen, statt ehrlich zu sagen, dass wir Prozesse zu bewältigen haben. Lucy war mein Einstieg auf dem Weg, mich selbst zu finden.
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Beobachten. Mehr nicht.
Es hat sich alles natürlich entwickeln dürfen. Es gab nicht den einen Moment.
Inzwischen ist da so gut wie keine Reaktion mehr. Ich merke im Nachhinein, dass ich über das Thema noch mal reflektiere und entscheide dann, ob ich es ansprechen sollte oder ob es das wert ist.
Auf meinem Weg gab es eine Phase, in der ich mehr Beobachter war als wirklich Betroffene. Ich hatte schon viel Schattenarbeit gemacht und wurde immer besser im Beobachten des Momentes. Ich hörte auf, gleich zu reagieren, und nahm mir Zeit. Für mich fühlte es sich an wie eine kleine Ewigkeit, aber es waren nur wenige Sekunden.
Einfach nur beobachten. Mehr nicht. Immer wieder. Beobachten, wie sich der Moment anfühlt. Was der Körper sagt, welche Gedanken kommen. Atmen.
Wenn du an dem Punkt bist, wirst du wissen, was es wert ist zu kommentieren, oder ob du es einfach da stehen lässt. Du bewertest nichts mehr. Das ist der Prozess.
Wenn du merkst dass du alleine feststeckst und deine blinden Flecken endlich sehen willst, dann bin ich gerne für dich da.
Carola
Ich mache energetische Arbeit und Energie ist kein Wunschkonzert. Ich heile nicht, sondern bin Kanal für das, was für dich jetzt bereit ist. Die Verantwortung trägst du für dein Leben und deine Entscheidungen. Bei mentalen und psychischen Erkrankungen ist immer erst eine ärztliche Untersuchung der erste Weg. Bitte geh diesen Weg, du bist es wert.