Schattenarbeit: Eine Schublade, hundertmal aufgemacht

Schattenarbeit: Eine Schublade, hundertmal aufgemacht

Eine Schublade, die du schon hundertmal aufgemacht hast. Immer an derselben Stelle gesucht.

Du hast alles mögliche gefunden aber nicht das, wonach du eigentlich gesucht hast.

Lies hier, warum das kein Zufall ist und was wirklich dahinter liegt.

Stell dir vor, du suchst deinen Autoschlüssel, genauso läuft das oft mit Schattenarbeit. Du weißt genau, in welcher Schublade er liegt. Du machst sie auf, guckst rein, kein Schlüssel.

Du machst sie wieder zu.

Ein bisschen später: wieder auf, wieder rein geguckt, wieder nichts. Und wieder zu. Kommt dir das bekannt vor?

Was du nicht machst: irgendwas anderes zur Seite räumen. Den Zettel, der obendrauf liegt. Die Tüte, die sich davorgeschoben hat. Du guckst nur und räumst nicht.

Genau das erlebe ich immer wieder, bei mir und bei den Menschen, mit denen ich arbeite.

Jemand macht seit x Jahren dieselbe Technik, dieselbe Meditation, dieselbe Schattenarbeit. Und irgendwann kommt das Gefühl: nichts bewegt sich mehr. Festgefahren.

Vielleicht stimmt das gar nicht. Vielleicht ist bloß etwas anderes über das gerutscht, wonach gesucht wird und es müsste nur einmal zur Seite geschoben werden, damit der Blick wieder frei wird.

Das ist übrigens auch keine große Sache. Die Schublade muss danach nicht für immer offen bleiben, sie muss nicht komplett ausgeräumt werden. Nur das eine Stück zur Seite. Finden, was gesucht wurde. Weitermachen mit dem, was schon lief.

Schattenarbeit: Wo die Bubble wegduckt

Ich glaube, dass das genau das Problem ist.

In der Coaching- Spiri- und Bubble-Szene fehlt oft der Mut den Raum zu halten, wenn es tief gehen soll.

Meine Erfahrung ist, dass nur bis zu einem bestimmten Punkt hingeguckt wird und sobald es ans Wegräumen geht, sobald es vielleicht ein bisschen wehtun könnte, wird zurückgerudert.

„Überfordere dich nicht.“ Aber genau da muss man durch. Sonst bleibt alles andere nur Spielerei.

Das ist das gleiche in grün mit der Hochsensibilität und dem ganzen schützen ringsherum.

Wie soll man Resilienz entwickeln, wenn man sich nicht stellt?

Wie soll man lernen mit seinen besonderen Fähigkeiten umzugehen, wenn man sie versteckt und nicht wagt zu leben?

Warum sich Fortschritt manchmal wie Stillstand anfühlt

Wenn ich ehrlich zurückschaue, geht es bei mir eigentlich immer ums Wasser. Sog. Ertrinken. Überleben. Das war mir selbst lange nicht klar, aber es zieht sich durch mein ganzes Leben, lange bevor ich Worte dafür hatte.

Was ich gelernt habe: Themen wiederholen sich. Aber die Antworten sind jedes Mal andere, weil die Ebene, aus der die Antworten kommen, immer tiefer liegt.

Diese Phasen gehen ineinander über. Keine ist wirklich abgeschlossen, kein Haken dran, nächste bitte. Was manchmal wie Rückfall aussieht, ist meistens nur noch mal Stabilisieren.

Wer sich auf Schattenarbeit einlässt, muss man auch bereit sein über die Grenzen zu gehen. 

„Was soll das eigentlich bringen?“

Jemand hat mal zu mir gesagt: „Wenn du dich immer wieder umkrempelst, was soll das eigentlich bringen?“

Der hat nicht verstanden, was Schattenarbeit ist und das die Seele hier ist, um Erfahrungen zu machen.

Und dass wir, wenn wir uns diesem Weg nicht stellen, trotzdem mit den Konsequenzen leben müssen.

„Das kenne ich schon“

Oft höre ich auch: „Ach nee, das kenne ich schon, das brauche ich jetzt nicht mehr.“ Damit verbaut man sich die eigenen Wege.

Wenn sich Themen so nah kommen, denken wir schnell, wir kommen nicht vorwärts. Aber das stimmt nicht.

Wir sind weitergekommen, wir müssen die Fragen nur noch mal beantworten, weil die Antworten anders sind.

„Der bequeme Weg“

Ich glaube, dass ein anderes Problem eigentlich das ist, was uns bewusst ist. Wir verwenden das, was wir schon kennen und uns guttut.

Paradox oder?

Aber eigentlich wählen wir damit nur den bequemen Weg und nicht der, der uns aus der Spirale rausbringen würde.

Schattenarbeit ist das, was uns nicht bewusst ist und das nimmt uns die Kontrolle und macht erstmal Angst, weil es unbekannt ist.

Der Sog, der nicht bedroht

Irgendwann kommt dann der Zustand, den ich Riptide genannt habe.

Wenn du in dieser Phase bist, wo eigentlich nichts mehr in die Tiefe geht, sondern nur in die Weite, und du fängst trotzdem an zu zweifeln, wird auch dieser Sog wieder unruhig.

Der Sog nach innen wird stärker. Aber das ist nichts Bedrohliches mehr, weil du schon weißt, dass es jetzt deinem wahren ICH näher kommt als je zuvor.

Du wirst angezogen und kommst dabei einfach tiefer bei dir selbst an.

Was übrig bleibt, wenn alles andere wegfällt

Dieser Sog fließt automatisch in das über, was ich Atlantis nenne. Es ist der ganze Kern: alles, was du freigeschaufelt hast, alle Glaubenssätze, alles, was du mit dir herumgetragen hast, wenn das weg ist, kommt das, was übrig bleibt. DU!

Mein Atlantis: Von oben habe ich draufgeschaut, den Sog, den Riptide, in der Mitte gesehen, wie sich alles vermischt.

Das steht für die tiefe Weisheit, die eigene innere Wahrheit nicht, weil ich sie mit Löffeln gefressen hätte, sondern weil ich mich von den Mustern befreit habe, die mir eingeprägt wurden.

Das hat jeder, das andere nennen Erziehung und Schule.

Es gibt dort kein Entweder-Oder mehr, nur noch Sowohl-als-auch. Kein Kompromiss, kein „darf ich“, eher wie ein Buffet, Selbstbedienung.

Alles ist da, alles verfügbar, und es muss nicht einmal benannt werden, weil es sowieso längst Teil von dir ist.

Es war nur durch blinde Flecken verdeckt. Vollgestopfe Schubladen, die den Grund, das wesentliche nicht gezeigt haben.

Jetzt liegt es klar vor mir.

Was bleibt oder was kommt?

Ich weiß, dass es für mich so ist. Wie das für dich ist, darfst du selbst entdecken.

Aber ich glaube, dass bei dir auch etwas am Brodeln ist, sonst würdest du dir das hier nicht lesen.

Ich wünsche mir von Herzen, dass du deine blinden Flecken zur Seite schieben kannst  und du nicht mehr betriebsblind umhersuchen musst.

Wenn du grad selbst die Schublade nicht aufkriegst

Manchmal reicht es, wenn jemand von außen draufschaut und sagt, wo es hakt, nicht weil du es nicht selbst könntest, sondern weil man in der eigenen Schublade schlecht sieht, was drüberliegt.

Genau dafür ist ein Impulsgespräch da: kein großer Umbau, nur das eine Stück zur Seite räumen, damit du weitermachen kannst.

Carola Baum
Gefühle beobachten statt verhaften

Gefühle beobachten statt verhaften

Die Gefühlspolizei in deinem Kopf will jedes ungebetene Gefühl gleich abführen.

Was wäre, wenn du es stattdessen einfach klopfen lässt?

Vielleicht hast du dir diese Fragen selbst noch nie gestellt.

Vielleicht, weil es dir absurd vorkommt oder, weil du einfach nicht daran dachtest, dass es überhaupt wichtig sein könnte.

Gefühle beobachten, statt sie gleich zu verhaften, genau darum soll es hier gehen.

Die Gefühlspolizei in deinem Kopf

Ist es nicht so, dass wir versuchen Gefühle, sobald sie auftauchen gleich zu bewerten, einzutüten und durch vermeintlich passendere zu ersetzen?

Vor allem, wenn es sogenannte negative Gefühle sind, sind wir doch schnell dabei oder? Sei ehrlich.

Was, wenn der erste wichtige Schritt wäre, Gefühle gar nicht mehr in Schubladen zu stecken, sondern sie als Freunde zu betrachten, die gerade ein Geschenk mitbringen.

Abführen und verhaften

Lach nicht. Stell es dir vor. Da klopft so ein Gefühl an deinem Herzen, Bauch oder Kopf an.

Du linst durch ein Schlüsselloch und gleich kommt die Gefühlspolizei „och nö, das will ich aber nicht.“ Abführen und verhaften.

Was meinst du? Was passiert mit dir? Mit dem Gefühl? Mit deinem Körper?

Und danach?

Vielleicht hast du in der Vergangenheit immer wieder mal beobachtet, dass du aufkommende Gefühle gleich im Keim erstickt hast.

Ging es dir danach wirklich besser oder hat sich vielleicht nachträglich etwas gezeigt, bemerkbar gemacht oder ist etwas passiert, das du dir nicht erklären konntest?

Wenn du jetzt in diese Situation nochmal eintauchst, was hätte sich verändert, wenn du dir erlaubt hättest zu fühlen, was gerade gesehen werden wollte. Was es mich selbst gekostet hat, das nicht zu tun, erzähle ich hier.

Das ist eine schöne Übung, deine Phantasie anzuregen…

Raus aus der Komfortzone aber bitte ohne Muskelkater am ersten Tag

Ist es nicht auch so, dass wir überall hören, dass wir uns schützen sollen. Die Komfortzone bloß nicht verlassen. Sie heißt schließlich so, weil sie uns Komfort bietet.

Ja, das stimmt, aber sie bietet auch keine Chance zu wachsen oder sogar über uns hinauszuwachsen. Stattdessen hält sie uns gefangen.

Ein goldener Käfig, eine Fototapete oder auch etwas, das uns vorgaukelt, es sei alles ok. Dabei weißt du, dass das nicht stimmt. Entwicklung findet außerhalb der Komfortzone statt.

Das bedeutet aber nicht, dass du sie täglich bis an den Anschlag stretchen musst. Am Anfang genügt sanftes Dehnen.

Arnold Schwarzenegger und die ersten 20 Kilo

Stell dir vor, du gehst zum ersten Mal ins Fitness Studio. So etwas kennst du bisher nur aus der Werbung.

Dein Training bestand bisher aus einem sanften Fußwippen zu fetziger Musik und dem Gang in die Küche, um den Kaffee nachzufüllen.

Jetzt stehst du da, vor den ganzen Geräten, bekommst eine Einweisung von Arnold Schwarzenegger persönlich oder einem vergleichbaren Exemplar mit Oberarmuskeln, wie dein Bauchumfang.

Oha, jetzt geht es los und die ersten 20 Kg fühlen sich an, als würdest du einen Lastwagen wegrollen wollen.

Wie mutig kannst du heute sein?

Stell dir das vor, wenn du anfängst, deine Komfortzone zu bearbeiten, deine innere Welt zu ordnen, dich mit deinen verbuddelten Gefühlen zu verabreden oder sogar deine Masken abzulegen.

Wann war das letzte Mal, dass du an deine Grenze gegangen bist?

Erinnerst du dich noch daran?

Wie mutig kannst du heute sein, dich zu stellen, statt den Krebsgang einzulegen?

Der Nachbar am Zaun und das, was wirklich klopft

Jetzt nimm dir einen Moment und sei ehrlich mit dir. Was nervt dich gerade wirklich oder immer wieder?

Es können durchaus wiederkehrende Gefühle sein, weil wir schon dabei sind.

Versuch sie mal nicht wegzudrücken, sondern beobachte einfach, was passiert.

Vielleicht sind sie gar nicht so gefährlich und sie winken dir zu. Hey, hallo. Danke, dass du dir mal Zeit nimmst, uns anzusehen.

Nur die Spitze des Eisbergs

Ein Plausch mit Nachbarn am Zaun. Du hast so deine Ideen, was sie wohl von dir wollen, und sie haben lange drauf gewartet, gesehen zu werden.

Jetzt passiert was echt Interessantes, denn das, was du wahrnimmst, ist nur die Spitze des berühmten Eisbergs.

Es ist nicht das, was für dich offensichtlich ist, denn das ist nur der obere bewusste Mantel, quasi wie ein Symptom, nur das, was dir schon bekannt ist.

Um die Ecke denken

Das eigentliche Bedürfnis steckt viel tiefer, im Unterbewusstsein, und da kommen die blinden Flecken her.

Das ist das, was uns so verdammt lange aufhält, herauszufinden, weil wir so verkopft und lösungsorientiert sind.

Ab hier gilt es aber, um die Ecke zu denken, denn mit Köpfchen kommen wir hier nicht weiter.

Wenn das alte Kleid nicht mehr passt

Ok, gehen wir weiter. Du bist sowas von reif und gehst weiter. Schicht für Schicht arbeitest du an deiner ENTwicklung, die schon sehr früh eine VERwicklung wurde.

Du schraubst an deinen falschen Überzeugungen, die nie deine waren, arbeitest an Glaubenssätzen, bei denen du auch immer mehr spürst, dass sie eigentlich gar nichts mit dir und deiner inneren Einstellung zu tun haben.

Die Kleidergröße 36, obwohl du eine 40 hast

Vielleicht kommt der Punkt, wo du dich fragst, wer du eigentlich bist. Weil, wenn alles, was bisher deine sichtbare Welt ausgemacht hat, gar nicht mehr zu dir passt.

Es fühlt sich an wie ein viel zu enges Kleid.

Obwohl du eine runde 40 hast, versuchst du dich in eine 36 zu quetschen. Es passt hinten und vorne nicht, und das Einzige ist, ein neues Outfit muss her.

In deiner Größe, Farbe, Form, die dir wirklich gefällt. Bis man so ein Teilchen gefunden hat, das wirklich alle Wünsche erfüllt, muss man manchmal ganz schön suchen, und wenn man es dann endlich hat, stellt man fest, ok, die Cowboystiefel dazu sind auch nicht mehr stimmig.

Aber es fühlt sich so viel stimmiger an. Dein Geschmack, deine Gefühle, deine Wahrheit. Das, was dich wirklich ausmacht.

Eine Frau, die ich nie vergessen habe

Ich erinnere mich gerade an eine Frau, die immer von ihren Männern abhängig war.

Als ihr Mann starb, blühte sie regelrecht auf. Oh doch, sie liebte ihren Mann, und doch stellte sie fest, dass sie nie ihr eigenes Leben gelebt hatte.

Sie beschloss, alles nachzuholen. Sie richtete sich ihre neue Wohnung nach ihrem Stil ein, der komplett das Gegenteil von bisher war. Sie reiste und ernährte sich anders.

Genau so ist es auch mit unserer inneren Welt. Wenn wir uns aufmachen, tiefer blicken, hinterfragen und uns dabei näherkommen, wachsen wir. Das ist jede Anstrengung wert.

Was Rosi mir über das Beobachten beigebracht hat

Vielleicht leidest du auch, wie ich früher, unter Schuldgefühlen. Du ziehst dir jede fremde Jacke an, sogar, wenn sie gar nichts an dir verloren hat.

Schuldgefühle sind ein echter Klassiker, und ehrlich, wären wir alle so schuldig, wie es uns eingeredet wird, oh man…

Manche Gefühle, schau sie dir an und lass sie einfach weiterziehen und dir nicht mehr den Tag damit versauen.

Der schlanke Buddha im Hundefell

Gefühle einfach nur zu beobachten, habe ich von der Besten gelernt. Meiner Hündin Rosi.

Sie war die absolute Meisterin, sich aus allem rauszuhalten und Abstand zu wahren. Sie machte den Eindruck, als sei sie ein schlanker Buddha im Hundefell. Was habe ich sie für ihr Talent beneidet.

Mein absolutes Vorbild, und ja, ich habe es mir vorgenommen, so viel wie möglich von ihr zu lernen. Heute wäre sie stolz.

Damals hat sie sich die Pfötchen auf die wunderschönen Augen gelegt, und ich konnte ihre Sprechblasen lesen…

Was mir auch meine anderen Engel auf Pfötchen über Fühlen statt Funktionieren beigebracht haben, liest du hier.

Wer ist dein großes Vorbild? Schreib es gerne in die Kommentare.

Kein Einhornstaub, aber ein starkes Fundament

Vielleicht kennst du diese Sprüche „nur 5 Schritte zur inneren Freiheit“ oder „in 3 Wochen zu deinem neuen Leben“ oder „flauschig weich und mit Einhornstaub zu mehr Wohlbefinden“.

Diese Versprechen kennen wir alle, und ja, manchmal kann es sogar sein, dass sich etwas in deinem Leben dadurch wirklich verändert. Aber das ist nur die Oberfläche.

Mir ist durchaus bewusst, dass nicht jeder tief tauchen will, und das ist völlig ok.

Wer bereit ist, kommt nicht drumherum

Aber die, die bereit sind und wirklich was für sich verändern wollen, denen ist schon klar, dass das nur bedingt funktionieren kann.

Wer bereit ist, kommt an tiefer Arbeit nicht vorbei. Masken abnehmen, Schatten auflösen, Emotionen befreien… das geht nicht nebenbei.

Aber ich will dir auf keinen Fall Angst machen, ganz im Gegenteil. Und es ist auch nicht so, dass du täglich tief tauchst, aber du bist vorbereitet, wenn es an die Oberfläche kommt.

Am Gras ziehen bringt nichts

Resilienz aufzubauen, ein starkes Fundament anschaffen, ist das Wichtigste überhaupt.

Du kennst den Spruch „du kannst nicht am Gras ziehen, damit es schneller wächst“. Und so ist es auch mit innerer Arbeit.

Es zeigt sich, wenn du bereit bist. Nicht früher und nicht später. Kannst du dennoch was machen?

Und ob – dranbleiben. Und manchmal dir auch bewusst kleine Pausen schaffen.

Was jetzt bleibt

Gerade für Menschen wie dich habe ich meine Programme aufgebaut. Ob du dich begleiten lassen möchtest oder alleine gehst, es ist völlig ok.

Wenn du dich erinnern oder mit jemandem verschnaufen möchtest, der dir den Rücken freihält, alles ist ok, solange du die Entscheidungen und Konsequenzen für deine Entscheidungen übernimmst.

Wer bist du, wenn niemand zuschaut?

Etwas Fantastisches wird passieren, und das ist, dir selbst zu vertrauen. Du brauchst keine Bestätigung mehr von außen, deine innere Weisheit wird dir den Weg zeigen, und du wirst nichts mehr hinterfragen, wenn du die Impulse bekommst.

Einfach zu wissen, was gerade wichtig und richtig ist, für den Moment, ist die eine Sache, aber mutig zu sein, auch irgendwann getroffene Entscheidungen zu hinterfragen und ggf. anzupassen, ist ebenfalls eine Fähigkeit, die dein Normal wird.

Du wirst spüren, was für dich soweit ist und was du einfach laufen lassen kannst.

Die eine Frage, die du dir heute, jetzt stellen darfst: wer möchte ich künftig sein? Mach dir ein Bild von dir, das du malst, und nicht eins, wie andere dich haben wollen. Das hast du schließlich schon.

Ich hoffe, du hattest Spaß beim Lesen und Ausprobieren. Wer tief taucht, braucht auch den Humor zur Balance.

Wenn du dich erinnern lassen möchtest, weißt du, wo du mich findest und wenn du dein Fundament bauen möchtest, findest du das im Retreat, oder, wenn du lieber allein weiterarbeitest, im Seelenkompass.

Fallen die Tomaten von selbst von den Augen, wunderbar. Alles richtig gemacht.

Carola Baum - SOUL2SOUL

Gegenwind auf drei Gängen

Gegenwind auf drei Gängen

Eigentlich wollte ich nur Bewegung.

Stattdessen bin ich mitten in meine eigene Radiosendung reingeradelt.

Gegenwind, Sackgassen, ein Navi, dem ich lieber nicht hätte vertrauen sollen. 

Der Start – warum ich heimlich auf Regen gehofft habe

Gestern war der 18.07. und ich hatte meine erste eigene Sendung bei Jade Radio. Es ging darum, dass wir mit der Strömung fließen sollten, die Wellen reiten, und dass wir manches einfach nicht kontrollieren können und auch nicht sollten.

Lustigerweise hatte ich heute einen unheimlichen Drang, eine Fahrradtour zu unternehmen, um die letzte anstrengende Woche körperlich abzuarbeiten.

Ich hatte, obwohl der Drang da war, immer noch gehofft, dass es regnet und ich nicht raus muss.

Meine Hündin Rosi ist vor vier Wochen gestorben. Ein freies Leben, wo ich den Tag nach mir einrichten kann, ist immer noch nicht selbstverständlich und fühlt sich noch fremd an.

Also, es regnete nicht, und die Wetter-App versprach, dass ich bis 18 Uhr Zeit hätte, um wieder anzukommen, wo ich losgefahren bin.

Ich habe mir mein neues altes Dreigangfahrrad geschnappt und los ging’s. Nach wenigen Metern musste ich so lachen, weil ich irgendwie spürte, dass ich das, was ich gestern in der Sendung live sagte, heute wohl live erleben sollte.

Ja, der Regen blieb aus, aber es gab einige Strecken, die gesperrt waren, und ich hatte durchgehend Gegenwind.

So ist das im wirklichen Leben doch auch, oder? Überall mal Gegenwind, eine ganze Weile lang, und man muss damit zurechtkommen. Ja, es ist ungemütlich, anstrengend, aber irgendwie kommen wir damit klar.

Die ersten Kilometer – Wasser in Sicht 

Nach ca. drei Kilometern die erste „Wassersichtung“. Nein, nicht das Meer, sondern meine eigene Wasserflasche.

Ich trinke chronisch immer zu wenig, war aber heilfroh, dass ich daran gedacht hatte, weil ich mich bessern wollte. Diese paar Meter haben meine Rotbäckchen zum Glühen gebracht.

Es fühlte sich schon wie eine Ewigkeit an, dabei waren’s erst mal drei Kilometer. Hügel, Gegenwind.

Ok, Flüssigkeit zugeführt, weitergefahren. Wild entschlossen, das Meer heute noch zu sehen.

Deichschafe und Erziehungsfragen

Nach weiteren anderthalb Kilometern die große Hoffnung und die erste Sichtung von „Einheimischen“: die Deichschafe. Endlich Leben in der Einöde.

Ich gönnte mir eine kleine Pause und beobachtete sie. Die Kleinen waren gar nicht mehr so klein, und wenn sie auf Mama zugestürmt kamen, weil es Zeit für Mittagessen war, waren sie nicht zimperlich. Aber Mama Schaf blieb unendlich geduldig.

Wir sollten uns ein Beispiel nehmen. Die Natur zeigt, wie es geht.

Ein anderes Schafkind hatte auch Hunger, aber wohl keine eigene Mama, sondern eine Amme. Die wollte nicht aufstehen für den hungrigen Nachwuchs. Dann kam ein anderes Schaf und drängte die liegende Futterquelle zum Aufstehen.

So spannend. Ein Stück weiter war ein Muttertier dabei, ihrem Nachwuchs Grenzen zu setzen. Das Kleine hatte ein Ziel. Mama war not amused und stellte sich einfach immer wieder in den Weg. Ruhig, aber bestimmt. Das Kind hat gelernt und zwar ohne Vertrauensverlust.

Der erzwungene Umweg

Eigentlich wollte ich die ganze Strecke am Deich entlangfahren, aber aufgrund der Umleitung wegen Bauarbeiten war das nicht möglich. Statt mich zu ärgern, hatte ich diese tollen Beobachtungen mit den Schafen.

Ich fuhr also auf die Straße und gab die Hoffnung nicht auf, doch noch unten am Deich fahren zu können, um vielleicht geschützter vorm Wind an meinem Zielort anzukommen.

Nach ungefähr eineinhalb Kilometern konnte ich dann runter zum Deich. Leider war es genauso windig wie oben. Nichts gewonnen, außer eine schöne Aussicht und die Schaf-Beobachtungen.

Endlich echtes Wasser im Visier. Gleiche Richtung wie die Straße, parallel, nur einseitig durch den Deich gepuffert, aber den Wind hat das nicht beeindruckt. Er machte mir die Strecke weiterhin zu einer echten Herausforderung.

Glühwürmchentag auf drei Gängen

Obwohl es nicht warm war, konnte ich diesen Ausflug für mich als „Glühwürmchentag“ abstempeln, inklusive roter Wangen.

Ich kämpfte gegen den Gegenwind, während die E-Bikes fröhlich an mir vorbeigeschippert sind.

Hin und wieder spielte ich mit dem Gedanken, den nächsten Fahrer von seinem Fahrrad zu schubsen, aber dann erinnerte ich mich daran, dass ich mir ja vornehmen könnte, wieder Komfort in mein Leben zu ziehen.

Ich genoss meinen Ausflug mit allem, wie es halt war, machte Fotos und fühlte mich einfach gut und dankbar. Nicht mehr und nicht weniger.

Der Blick übers Meer

Zwischendurch habe ich immer wieder angehalten, habe geguckt, beobachtet, wahrgenommen und schließlich festgestellt: ich bin nicht Nordsee-wildromantisch-verstrahlt, wo überall verirrte Wale oder verspielte Seehunde gesehen werden, die sagen „guck mal, ich bin ein Geschenk“.

Stattdessen: ein Autoreifen. Und in der Ferne eine Boje, die zum Fantasieren eingeladen hat. Sie wippte auf und ab und hätte durchaus auch was anderes sein können.

Es war wieder alles gleichzeitig: die Realität erkennen UND Fantasie haben. Es ist alles, wie es ist. Nichts ist wertvoller als das andere, und der Moment unbezahlbar. Das ist Erfüllung und Fülle pur.

Buhnen mit Wiedererkennungswert

Dann bin ich weitergefahren und kam in Hooksiel an. Da waren sie, diese Buhnen (Pfähle) im Meer, auch die gehören lustigerweise zu einem Bild, das ich vor fast zehn Jahren gemalt habe. Das war schon wieder ein Wow-Moment.

Seit ich hier bin, in Wilhelmshaven, gab es einen Wow-Moment nach dem anderen.

Weiter ging es an der Strandpromenade entlang, wunderschön und immer noch windig. Dann nahm alles eine eigene Wendung und verselbstständigte sich immer mehr.

Bis zum Zeltplatz war ich vorgedrungen und habe dann gemerkt: upsi, zu weit weg. Also bin ich ein Stück zurückgefahren.

Ab hier ist mir etwas bewusst geworden: Auch wenn wir ein Ziel haben, ist es manchmal besser, einen anderen Weg zu wählen.

Dann bin ich durch den Ort gefahren und habe mir gedacht, es ist ja noch früh, kannst noch eine kleine Extra-Tour machen. Also ging es um die Einkaufsmeile herum, und dann kam ich irgendwann am alten Hafen an.

Mein Navi und ich

Am Hafen beschloss ich, das Navi einzuschalten. Eigentlich hielt ich das für zuverlässiger, als mich auf meinen Instinkt zu verlassen.

Und in dem Moment kam der nächste Aha-Moment: Das Navi wie die Coaching-Bubble. Man vertraut, weil man denkt, die weiß Bescheid, macht einen souveränen Eindruck, und die Fototapete verspricht Erfolg über Nacht ohne große Mühe.

Stattdessen hat sie mich in mehrere Sackgassen geschickt, wo ich entgegen meiner Natur umdrehen musste. Zurückfahren ist eigentlich nicht mein Ding, normalerweise suche ich lieber Alternativen, aber hier ging’s nicht anders.

Es gab nur den Weg zurück, was mir einige Zusatzkilometer einbrachte. Aber mal ehrlich, ich habe mich nicht verfahren, sondern die Gegend erkundet.

Es gibt halt Dinge, die wir nicht kontrollieren können. Da hilft nur, unsere Einstellung anzupassen und flexibel zu reagieren. 

Wo die Sache kippte

Irgendwann habe ich beschlossen: auf die hör ich jetzt gar nicht mehr. Und bin der Nase nachgefahren, habe unbekannte Ortschaften erkundet und bin einfach davon ausgegangen, dass meine Intuition mich nach Hause bringen würde.

Nach etlichen Kilometern habe ich dann einen echten Menschen, einen Einheimischen, getroffen und beschlossen, ihn nach dem Weg zu fragen, jemanden der wirklich da zuhause ist, wo ich hinwill.

Und auch hier schließt sich wieder ein Kreis: manchmal ist es nötig, sich helfen zu lassen. Das bedeutet aber nicht nur, jemanden zu fragen, der aus Büchern gelernt hat und eine schöne Fototapete aufgebaut hat, sondern jemanden, der wirklich aus der Region kommt, der da war oder ist, wo man hinwill.

Nicht die Ausbildung zählt, sondern die gelebte Erfahrung, wie es sich anfühlt, im Kreis zu fahren, festzustecken, loszulassen und dem Vertrauen in sich und der eigenen Intuition wieder mehr Gewicht zu geben.

37 Kilometer später

Weiter ging es dann brav nach der Anleitung des Einheimischen, und ich fühlte mich sicherer, obwohl ich immer noch durch unbekanntere Ortschaften fuhr.

Irgendwann kam ich in bekannte Gefilde, und Zuhause angekommen sagte die Navi-Frau: Herzlich Willkommen Zuhause.

Ehrlich, das war nicht ihr Verdienst, dass ich 37 Kilometer später tatsächlich ankam.

Wann hast du das letzte Mal einer fremden Stimme mehr vertraut als deiner eigenen? Im Impulsgespräch schauen wir gemeinsam, wo dein eigenes Navi längst wartet, gehört zu werden und dich daran erinnert, wer du wirklich bist.

Die Checkliste der spirituellen Verdächtigen

Die Checkliste der spirituellen Verdächtigen

Die Checkliste der spirituellen Verdächtigen, die man befragt, bevor man sich die langweiligen Fakten anschaut, kann durchaus sehr lang sein.

Was glaubst du dir immer noch nicht, obwohl du es inzwischen besser weißt?

Oh man, nicht schon wieder

Du manifestierst wie ein Weltmeister und hast alles an Glaubenssätzen aufgelöst und deine Schatten integriert. 

Jetzt sitzt du da, verstehst die Welt nicht mehr. 

Zum Kuckuck noch eins.

Du hast deine Checkliste mit den ganzen spirituellen Verdächtigen überprüft und überall brav deine Häkchen dahinter platziert. 

Nichts vergessen und was bleibt ist die quälende Frage: Was stimmt nicht mit mir?

Schnall dich an, weil jetzt kommt`s… Spoiler Alarm.

Mit dir stimmt alles!

Und wenn du auf deinen langen Weg zurückblickst, weipt du das auch längst.

Aber vielleicht gibt es das eine oder andere, das du dir immer noch nicht glaubst.

Mag sein, dass dir nur die Bestätigung im Außen fehlt. Oder vielleicht kannst du einfach noch nicht akzeptieren, dass du nicht so „funktionierst“ wie alle anderen, und genau deshalb schleichen sich immer wieder Zweifel ein.

Aber ist es nicht diese Besonderheit, die dich ausmacht? Oder willst du von der Stange sein?

Kleine Story am Rand: 

Als Kind wollte ich einfach dazugehören.

Ich hatte tatsächlich Angst aufzufallen, weil ich ja eh schon irgendwie anders war. 

Ich wollte wenigstens von Außen sein wie alle anderen.

Spezielle außergewöhnliche Schuhe, Klamotten oder do?

Bloß nicht. Immer schön unsichtbar bleiben war meine Devise.

Fällt dir gerade etwas ein, das du früher nicht wolltest, obwohl es dich einzigartig gemacht hat?

Die Verhörreihe beginnt mit dir selbst

du bist immer noch davon überzeugt, dass der Fehler irgendwo in deiner DNA stecken muss. Vielleicht ein Erbfehler? Deine Eltern haben dich vielleicht vertauscht?

Oha – Kopf Kino vom Feinsten.

Also ran ans Eingemachte. Die Spiribubble gibt dir alles von der HumanDesign-Analyse über Face Reading bis zur Akasha-Chronik. Da muss doch was zu finden sein. Alles durchleuchtet und immer noch kein Ergebnis in Sicht.

Oh man. Frustrierend ist charmant ausgedrückt. Selbst die Erleuchteten legen sich bei dir die Karten. Keine Schublade in Sicht, wo du reinpasst. Das kann und darf doch nicht sein.

Du bist durch mit deinem Latein. Schlägst die Hände über dem Kopf zusammen und steckst den Kopf in den Sand. 

Und jetzt, genau jetzt, macht es Klick und du siehst glasklar, wo du vorher fette Fleischtomaten auf den Augen hattest. Du kannst es nicht glauben, weil es so einfach ist, dass du betriebsblind warst.

Lehn dich genüsslich zurück, Atme und genieße den Moment.

Jetzt kommt der große Augenblick

Tässchen Kaffee? Kuchen? Irgendwas anderes, was dein Belohnungssystem verlangt?

…die komplette Lösung ist so banal, dass es fast zum Heulen ist. 

Bist du jetzt traurig? Erleichtert? Entsetzt?

Stell dir vor, die Wahrheit, deine eigene, nicht die, die man dir Jahre lang erzählt hat, liegt plötzlich klar vor dir. 

Alles, was bei anderen so mühelos zu klappen scheint, nur für dich nicht, ganz ohne Einhornstaub: du bist vollkommen normal und dennoch einzigartig. 

Du nimmst anders wahr, oder verarbeitest anders. Aber auch das ist für dich längst kein Geheimnis mehr. 

Glaub es dir endlich und sei stolz auf dich!

Es ist, wie es ist, und das ist einfach so. Mehr nicht. 

Stell dir nur mal vor, was für dich alles möglich ist, wenn dir die Meinung anderer nichts mehr ausmacht und du dadurch frei wirst.

Hast du dir nicht Freiheit gewünscht? Oder einfach bei dir ankommen und dir selbst vertrauen? Dich auf deine Intuition verlassen können und ihr einfach folgen?

Wo ist dann der Reiz?

Eine berechtigte Frage oder? 

Stell dir nur mal vor, du musst dich nicht mehr beschäftigen… Es gibt nichts mehr im Innen aufzuräumen, zu heilen oder sonstwas zu tun. Was machst du jetzt mir der ganzen Zeit?

Ist es nicht so, dass du dich über die vielen Jahre daran gewöhnt hast?

Hmmm, das, wonach du gesucht hast, liegt schon die ganze Zeit wie ein offenes Buch vor dir. Und obwohl es sich doch leichter und befreiter anfühlen sollte, macht es das nicht.

Letzte gefürchtete Frage: Warum fühlt es sich nicht vollständig und richtig an?

Schreib es gern in die Kommentare. Ich freue mich, von dir zu lesen. 

Und weißt du was? Genau dafür habe ich den Seelenkompass intuitiv bekommen.

Die Fragen sind auf jeder Ebene die gleichen. Die Antworten verändern sich, weil du dich veränderst. Immer.

Gibt es einen Seelenweg?

Gibt es einen Seelenweg?

Neulich stolperte ich über einen Post, der behauptet, es gibt keinen Seelenplan.

Das hat mich zum Reflektieren gebracht, über Plan, Weg und Aufgabe, und über das, was ich selbst erlebt habe.

Vielleicht kennst du das: du suchst etwas, weißt aber nicht was. Du möchtest irgendwo dazugehören, hast aber auch keinen Bock mehr, so zu tun, als wäre das noch deine Wahrheit.

Das ist kein Widerspruch in sich, sondern ein sicheres Zeichen dafür, dass du dich, vielleicht noch unbewusst, entschieden hast, einen anderen Weg zu gehen.

Du hast dich schon in eine andere Richtung entwickelt als deine Mitmenschen und fühlst dich vielleicht noch nicht sicher genug, das auch öffentlich und laut zu äußern.

Der Post, der mich hat innehalten lassen

Die Überschrift und die Aussage haben mich dazu angehalten, reinzufühlen. In meinem Leben habe ich zu viel erlebt und deshalb bin ich 100% überzeugt, dass es einen Seelenweg gibt.

Vielleicht nicht für jeden, denn nicht jeder hat die Ambitionen, sich auf die Suche nach seiner Wahrheit zu machen.

Aber die, die sich immer wieder fragen „wer bin ich überhaupt und warum“, der sollte sich mal in Ruhe darüber Gedanken machen und reflektieren, wie sein Leben sich entwickelt hat.

Neulich stolperte ich über einen FB-Post, in dem eine Frau behauptet, es gibt keinen Seelenplan.

Vielleicht ist der Begriff an sich nur eine Schublade. Aber nach zwei Sätzen war klar: das war auch nur eine Marketingstrategie.

Ich empfand die Aussage als arrogant, denn damit wurden wieder alle über einen Kamm geschoren. Der eigentliche Widerspruch kam am Ende: „hör auf niemanden“ ,gefolgt von „folge mir, der Erfinderin“.

Plan oder Weg

Ein Seelenplan klingt wie eine Anweisung und engt ein. Er bietet keinen Raum zum Experimentieren.

Das würde auch unseren freien Willen ausschließen, und die Entscheidungen, die wir treffen, könnten dann kein Learning für unseren Seelenweg sein. Ein Plan ist etwas, das vorliegt und systematisch abgearbeitet werden kann.

Einen Seelenweg hingegen geht man, direkt oder nicht. Man erkennt die Zusammenhänge erst im Nachhinein, sodass sich die Puzzleteile sortieren können und nachträglich das gesamte Bild ergeben.

Der Seelenweg macht für mich deshalb Sinn, weil er nachträglich Sinn ergibt. Wenn du auf dein Leben zurückblickst und erkennst, wozu alles, was du erlebt hast, wichtig war.

Natürlich hast du es in dem Moment nicht so erlebt. Ich kenne das nur allzu gut. Aber rückwirkend betrachtet hat alles zu etwas Rundem geführt.

Wie eine Seelenaufgabe entsteht

Die Seelenaufgabe kann ich dir anhand meines Beispiels erklären: Mein erster Stadthund sollte in die Welpenschule, weil ich selbst noch zu unsicher und mit wenig Selbstvertrauen ausgestattet war.

Ja, ich bin zwar mit Hunden aufgewachsen, aber das war auf dem Land. Ein Berliner Stadthund hatte andere Ansprüche. Später sollte ich herausfinden, dass damals eine meiner Seelenaufgaben geboren wurde.

Da bei uns alles Herkömmliche versagte, war ich gezwungen, aus der Not heraus selbst ganzheitliche Hundetrainerin zu werden. Ich wollte anderen ersparen, was ich mit meinem Hund erlebt habe.

Wie ich es erlebt und beobachtet habe, entwickeln sich Seelenaufgaben mit der eigenen Persönlichkeit auf dem Weg zu sich selbst.

Warum ich nicht kommentiert habe

Ich hatte mich bewusst entschieden, auf diesen Post nicht zu kommentieren, denn es hätte eine endlose Diskussion nach sich gezogen und würde keinen Sinn ergeben. Weil ich darauf keine Energie und Aufmerksamkeit verschwenden wollte.

Ich muss mich nicht beweisen oder anlegen und kann meiner Wahrheit dafür die Aufmerksamkeit schenken, die sie verdient. So bleibe ich bei mir und nicht im Außen.

Ich muss keine Meinung widerlegen, die mir nicht passt. Für mich ist das lediglich etwas, womit ich meine Empfindungen reflektiere.

Ich nutze solche Gelegenheiten zum Reflektieren oder einen blinden Fleck zu erkennen. Ich muss auch nicht recht haben, weil es zu viele Wahrheiten gibt. Jeder muss selbst wissen, was für ihn stimmig ist.

Meine Empfehlung an dich: spür immer in dich hinein. Fühlt es sich richtig an? Wie reagiert dein Körper, wenn du dieses oder das liest? Wenn du an die Dinge, die dir begegnen, so rangehst, erkennst du schnell, ob es für dich ist oder dich vielleicht nur beschäftigt hält.

Meine aktuelle Seelenaufgabe

Ich hatte lange geglaubt, meine Seelenaufgabe zu kennen, bis zur Diagnose und der tiefen Schattenarbeit. Das hat alles verändert. Das habe ich nicht sofort verstanden. Das hat sich alles entwickelt und erst in der Reflexion gezeigt.

Gespürt habe ich es über Jahre, dass das nicht mehr passte. Aber ich wollte und konnte noch nicht loslassen. Das ist halt ein Prozess.

Ich glaube nicht, dass wir von Anfang an genau wissen müssen, was die Seelenaufgabe wirklich vollständig ist. Sie darf sich entwickeln, verändern oder eine vollkommen andere Richtung einschlagen, wenn sich das besser und richtiger anfühlt.

Wissen wir vorher, wohin das führt? Nein. Ist das wichtig? Auch nein. Sonst wären wir alle Propheten, und das Leben hätte keine Überraschungen mehr für uns.

Nichts war Zufall

Im Laufe meines Lebens und der Reflexion aller Stationen wurde mir klar: nichts war Zufall, nichts ist einfach so passiert.

Die Entscheidungen, die ich getroffen habe, haben alle Sinn ergeben, auch wenn ich es damals nicht so verstanden habe.

Wer will schon gefühlt freiwillig in der Dunkelheit umherwandeln.

Ergebnis wollen, ohne den eigenen Anteil

Mit manchen Menschen konnte und wollte ich nicht mehr ehrlich weiterarbeiten.

Meine eigene Entwicklung hat das nicht mehr zugelassen, weil meine Wahrnehmung so fein wurde, dass es mich geschmerzt hat, es nicht mehr auszuhalten.

Ich habe oft erlebt, dass der Wunsch nach Veränderung sich nach außen richtet, der Hund soll anders werden, das Kind, der Partner. Aber das Ergebnis soll kommen, ohne dass man selbst etwas verändert. Sie wollten das Ergebnis, sofort. Aber nichts dafür tun.

Im Umgang mit Menschen und ihren Hunden habe ich immer wieder erlebt, dass am Hund erzogen wurde, der Partner sich ändern sollte, am liebsten alles andere sich ändern sollte.

So funktioniert das nicht. Es gibt einen Grund, warum das Außen so reagiert. Warum der Hund jeden ankläfft, der sich auf 10 Meter nähert, warum der Partner nicht im Haushalt hilft.

Du solltest immer zuerst fragen, was du eigentlich ausstrahlst. Dann kannst du die Sache umkehren und beobachten, was sich entwickelt.

Andere Ergebnisse brauchen andere Handlungen. Die richtigen Menschen setzen dich nie unter Druck, egal wie du dich entscheidest.

Zum Staatsfeind werden

Den Weg durch die eigenen Schatten zu gehen, sie anzunehmen und zu integrieren, ist ein großer Prozess, der zu einem vollkommen neuen inneren Leben führt. Für das Umfeld kann das beängstigend sein.

Du wirkst auf einmal selbstsicherer, traust dich, nein zu sagen, und meinst es auch so. Vielleicht wirkst du kalt und egoistisch, weil du nicht mehr permanent zur Verfügung stehst.

Die Entscheidung, die ich getroffen habe, ist, mich selbst ernst zu nehmen. Mehr nicht. Zu sich selbst zu stehen und für sich gut zu sorgen ist eigentlich die größte Aufgabe, der wir uns stellen dürfen.

Und wenn wir nicht mehr funktionieren wie bisher, werden wir zum Staatsfeind Nr. 1 gekürt, und manche Freundschaften brechen weg. Aber waren die wirklich echt, wenn sie nur funktionierten, weil du funktioniertest?

Manche haben mich damals ausgegrenzt, weil sie noch nicht bereit waren, jemanden anders leben zu sehen. Ich bin quasi zum Staatsfeind geworden, nur weil ich meinen eigenen Weg gegangen bin.

Rosi als Spiegel

Meine Engel auf Pfötchen haben mir am Anfang meiner bewussten Reise geholfen, auf den Seelenweg zu kommen. Sie hatten ihre Aufgaben mitgebracht, und ich war quasi ihre Seelenaufgabe.

Rosi, meine letzte Hündin, war anders als ihre Vorgänger, ihre Aufgabe war nicht mehr, mich zu lehren, sondern mich zu spiegeln. Mir zu zeigen, dass auch ich gute Eigenschaften habe. Das anzunehmen war das Schwerste, was ich je lernen musste.

An einen Moment erinnere ich mich, als ich fast zu spät zur Therapie kam. Ich komme nie zu spät. Also kam ich angehechelt und sagte, dass ich Rosi vor einem Höllenhund beschützen musste und mich todesmutig dazwischen geschmissen habe, weil er sich über sie hermachen wollte.

Meine Therapeutin fragte, warum sie das nicht selbst erledigt. Meine Antwort: „Rosi ist viel zu sensibel. Sie hat mich, um sie zu beschützen. Sie muss das nicht selbst machen.“

Rosi mochte keinen Streit oder wenn jemand laut wurde, und zog sich lieber zurück, wenn jemand anderes das Spielzeug oder Futter für sich beansprucht hat. Das war mein erster Spiegel, und meine blinden Flecken sind sichtbar geworden.

Als Suchende Wanderbaustelle auf dem Seelenweg

Bis ich zu meinem Seelenweg gefunden habe, war ich Suchende. Ständig krank, nicht ernst genommen, weil es keine eindeutige Diagnose gab. Die Symptome wechselten ständig, ich war eine Wanderbaustelle.

Auch das konnte mir niemand von außen abnehmen oder erklären, das war mein eigener Weg.

Niemand von außen kann dir sagen, wer du bist oder was dein Weg ist. Das findest du nur bei dir selbst.

Manchmal ist es einfach nur wichtig, zu beobachten, sich selbst, das Außen, die Mitmenschen. Ein Moment der Ruhe und sich auf sich selbst einlassen, ohne manipuliert zu werden. Ein Augenblick für die Sinne, die sich öffnen, und die Seele, die wieder gespürt werden kann.

Genau dafür habe ich das Retreat entwickelt.