Rosi bereitet ihren Abschied vor

Rosi bereitet ihren Abschied vor

Elf Jahre. Ein Fundament, das standhält. Und ein Abschied, den ich nicht in Worte fassen kann, aber in Würde begleiten werde.

Rosi hat grünes Licht gegeben. Ich schreibe.

Ihr Lieben,

in den letzten Jahren habe ich nichts mehr über Rosis Gesundheitszustand geschrieben. Ich wollte sie energetisch davor schützen, bemitleidet zu werden, denn Mitleid tut der Gesundheit nicht gut.

Vor etwa vier Jahren wurde ihr zum zweiten Mal ein bösartiger Tumor entfernt. Zur Kontrolle ließ ich eine Stelle an ihrem Kopf punktieren. Das Ergebnis: ein Herd mit bösartigen Zellen. Die Tierärzte rieten von einer Operation ab. Nach der Punktierung ist diese Stelle schnell gewachsen und wurde zu einem Blickfang.

Das war der Grund, warum ich aufgehört habe, über sie zu schreiben.

Warum ich so lange geschwiegen habe

Denn plötzlich sahen Menschen nur noch diese Stelle. Nicht mehr den lustigen Hund mit den schönen Augen. Sondern ein krankes, wunderschönes Tier und hielten mit ihren Therapieansätzen Gespräche am Laufen, um die ich nicht gebeten hatte.

Also schwieg ich. Und nutzte diese Zeit, um unser Fundament zu bauen. Eines, das standhält, auch wenn die Hütte zusammenbricht.

Ein neues Kapitel und die ersten Zeichen

Am 24. Dezember sind Rosi und ich nach Wilhelmshaven gezogen. In den Jahren dazwischen gab es immer wieder Phasen, in denen es ihr nicht so gut ging.

Ich habe darüber geschwiegen, weil ich weiß, dass auch aufrichtige Anteilnahme den Fokus auf die Krankheit richtet.

Schon vor dem Umzug wurden diese Phasen merklich kürzer. Noch nicht beunruhigend. Aber spürbar.

Am 11. Juni ist Rosi elf Jahre alt geworden. Und mir wurde in diesem Moment klar, wie wertvoll jeder einzelne Tag war, den wir miteinander hatten.

Der Sturz und die Botschaft dahinter

Am nächsten Tag wollte sie nicht mehr raus. Das kannte ich aus anderen Phasen und spürte trotzdem, dass es diesmal anders werden würde.

Am 15. Juni bin ich auf dem Weg zur Arbeit heftig gestürzt. Offensichtlich waren meine Gedanken mehr bei Rosi als bei mir. Mir tat alles weh, und ich erkannte klar die Botschaft dahinter.

Ich rief einen Tierarzt nach dem anderen an. Endlich hatte ich Glück, er nahm uns sogar am nächsten Tag dran. Eine liebe Nachbarin bot an, uns zu fahren, weil Rosi nicht mal bis zur Bushaltestelle gekommen wäre.

Die Diagnose und Rosis Botschaft

Der Tierarzt war einfühlsam und nahm ihre gesundheitliche Vergangenheit sehr ernst.

Rosi hat in den letzten Monaten fünf Kilogramm abgenommen, das ist wirklich viel. Sie bekam Kortison.

Rosi schickte mir die Botschaft: Das war eine Generalprobe.

Drei gute Tage — und dann

Drei Tage lang war sie wieder lustig. Wollte sich noch immer nicht viel bewegen, aber das kenne ich von ihr, erst recht in dieser Hitze, die nicht für einen Berner Sennenhund gemacht ist.

Gestern Abend fing es wieder an. Sie zitterte, kam kaum zur Ruhe. Dazu noch das Gewitter. Was davon Hitze war und was Rosi, das zu filtern war nicht mehr wirklich möglich. Und auch nicht mehr wirklich wichtig.

Gestern hat sie kaum gefressen. Den heutigen Tag hat sie verschlafen. Zwischendurch hat sie sich ein Stück Käse geben lassen, den sie so gerne mag.

Ich hatte mich eigentlich auf einen Besuch beim Nottierarzt vorbereitet. Aber weil sie ganz ruhig und entspannt schläft und nicht mehr hechelt, habe ich sie in Ruhe gelassen. Zur Unterstützung steht eine Schungit-Pyramide bei ihr, die ihr am 16. Juni bereits zur Ruhe verholfen hat.

Die schwerste Entscheidung — Rosis Abschied

Jeder, der ein Tier hatte, musste sich irgendwann diese Frage stellen: Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Abschied?

Ich glaube, diese Entscheidung zu treffen ist eine der schwersten überhaupt.

Die Stelle an ihrem Kopf ist in den letzten Tagen gewachsen und hat sich verändert. Deshalb habe ich entschieden: Der nächste MUSS-Tierarztbesuch wird keine Lebensverlängerung. Das wäre egoistisch von mir.

Es bricht mir das Herz. Und der Gedanke, nach Hause zu kommen und sie ist nicht da, den kann ich nicht in Worte fassen.

Was diese Phasen bedeuten

Wie lange wir wirklich noch miteinander haben werden, weiß ich nicht. Aus Erfahrung weiß ich, dass diese On-off-Phasen viel Kraft kosten. Ich glaube, sie bereiten uns dadurch auf das Unvermeidbare vor.

Cecilia hat darüber erzählt und ich durfte es aus ihrer Sicht aufschreiben: Seelengespräch mit Cecilia — Botschaften aus dem Jenseits

Kein Mitleids-Blog, sondern Rosis Geschichte

Nein, das hier ist kein Mitleids-Blog.

Ich möchte euch mitnehmen. Ich habe mein ganzes Leben dokumentiert und veröffentlicht, aus einem geheilten Zustand heraus.

Rosi habe ich so lange herausgehalten, weil es um sie geht. Sie hat mir jetzt grünes Licht gegeben, an die Öffentlichkeit zu gehen und unsere aktuelle Situation zu teilen.

Sie hat so vielen Menschen und Tieren mit ihrer unvergleichlich liebevollen Art geholfen.

Mein Fundament ist jetzt so stark, dass ich damit umgehen kann. Und dass Mitgefühl standhält, ohne energetischen Schutz. Einfach liebevolle Anteilnahme.

Ich schreibe, um im Kopf klar zu bleiben. Und um die Stärke beizubehalten, die wir für Rosis Abschied brauchen werden.

CaRoSi

In dem Moment, in dem wir unseren Schatten begegnen…

In dem Moment, in dem wir unseren Schatten begegnen…

Ich hatte eine Übernachtung geschafft. Dann bin ich nach Hause gefahren.

Damals war das ein Meilenstein. Heute weiß ich, es waren erst die ersten Stufen.

🎥 Das Video dazu ist von Juni 2020. Was seitdem passiert ist, liest du im Blog.

In dem Moment, in dem wir uns begegnen…

Juni 2020. Mein Sohn hatte gerade geheiratet. Wunderschön, Plau am See, genau wie die Kinder es sich gewünscht hatten. Und für mein System war es Stress pur.

Direkt danach wollte ich sportlich bleiben und bin zu einer Freundin nach Prerow gefahren. Geplant: vier Tage. Geschafft: eine Übernachtung.

Früher hätte ich mich einfach durchgebissen und funktioniert, ohne Gefühl für mich selbst. An diesem Tag habe ich etwas anderes gemacht.

Ich habe mir eingestanden, dass ich nicht so belastbar bin, wie ich gerne hätte. Ich habe es gesagt. Und bin nach Hause gefahren.

Das war neu. Extrem wichtig und die Entscheidung ist getroffen: Ich will meinen Schatten begegnen.

Eine Übernachtung. Und dann nach Hause.

Das Wichtigste, was ich in dieser Phase gelernt habe, war zu mir selbst zu stehen. Mein Sohn und auch meine Freundin haben mir von Anfang an das Gefühl gegeben: Egal, wie lange ich bleibe und ob ich mich zwischendurch zurückziehen möchte — ES IST OK.

Mehr geht nicht. Genau so, wie ich früher mit meinen Kunden umgegangen bin, durfte ich es dann auch für mich annehmen lernen. Ich musste nichts beweisen, nicht funktionieren. Es war genau so richtig, wie es war. Übrigens habe ich meine Freundin später nochmal besucht und ja, ich habe 5 Tage geschafft. 😉

Such dir die richtigen Menschen.

Das ist mein Tipp für dich: Such dir Menschen, denen du wirklich was bedeutest. Die werden dich nie unter Druck setzen.

Nimm dir ruhig etwas vor, das deine Komfortzone dehnt, nicht zerreißt. Und erlaube dir, offen darüber zu kommunizieren.

Alles ist gut, wenn die anderen mit im Boot sitzen. 

Meine Entscheidung: Diese Krankheit beherrscht mich nicht mehr.

Ich habe in der Phase gelernt, dass ich mich selbst wichtig und ernst nehmen darf. Damals hatte ich noch mit Depressionen zu tun, schon am Abklingen, aber hin und wieder deutlich vorhanden. Aber ich hatte schon längst Entscheidungen getroffen.

Diese Krankheit wird mich nicht weiterhin so beherrschen wie bisher. Ich wollte frei sein. Und das war der Grund, warum ich immer wieder über meine Grenzen gegangen und meinen Schatten begegnet bin.

Wenn dich interessiert, wie das bei mir angefangen hat, lies gerne Mein Weg aus der Dunkelheit der Schuldgefühle und Depressionen.

Ein kleiner Disclaimer: DU entscheidest natürlich für dich, ob du einen Arzt oder Therapeuten brauchst. Ich teile meinen Weg, meine Entscheidungen und gelegentlich auch, was ich gemacht habe. Aber für dich ist das am wichtigsten: Wie möchtest du dich fühlen? Was musst du dafür tun und was lassen?

Du musst keine Angst haben, andere mit deinen Entscheidungen zu verletzen, oder dir Schuldgefühle aufladen, wenn du mit offenen Karten spielst. Natürlich habe ich auf meinem Weg auch diese Emotionen gehabt, ganz klar. Habe mich die ersten Male gar nicht gut gefühlt. Es braucht halt Übung, wenn man sonst anders gehandelt hat. Also, was soll’s. Andere Ergebnisse brauchen andere Handlungen.

Du weißt es doch längst.

Ich glaube, der größte blinde Fleck, mit dem wir durch unser Leben rennen, ist der, dass wir glauben, der oder die zu sein, die wir morgens im Spiegel sehen.

Viele fühlen, dass da mehr ist, aber trauen sich selbst zu wenig zu. Sie glauben das, was man ihnen über sie erzählt hat, und die Angst, dahinter zu blicken und die eigene Wahrheit zu finden, ist einfach da. Die lässt sich nicht wegdrücken.

Aber du spürst doch, dass das nicht stimmt. Du versuchst doch oft genug, gegen den Strom zu schwimmen. Aber dann ruderst du wieder zurück. „Alle anderen sagen was anderes, machen was anderes, also muss das richtig sein.“

Was, wenn du damit aufhörst, zurückzurudern?

Was, wenn genau diese Zeiten vorbei sind, wo alle wie Lemminge dem einen hinterherlaufen?

Stell dir nur mal vor, du sprichst aus, was du fühlst, was du wahrnimmst, und alle gucken dich mit großen Augen an. Erst mal ist es fremd, oder? Aber dann kommt jemand und sagt: „Das ist so mutig von dir. Ich empfinde es ähnlich…“

Und glaub mir, das ging mir so oft so. Nein, viele haben sich nicht getraut. Aber die, die es dann auch gewagt haben, sie selbst zu werden, die haben Meilen der Befreiung hinter sich gebracht.

Vielleicht fragst du dich gerade, ob das, was du durchmachst, wirklich Depression ist, oder schon Aufstiegsschmerz. Dazu habe ich etwas geschrieben, das dir helfen kann einzuordnen: Depression oder Wachstum?

Und wenn du merkst, dass du immer wieder kämpfst und trotzdem nicht weiterkommst, dann lies das hier: Warum du nicht loslassen kannst. 

Wenn wir uns begegnen

In dem Moment, in dem wir uns begegnen, telefonisch oder persönlich, bin ich mit dir verbunden. Ich nehme wahr, was du wirklich sagst, ohne es auszusprechen. Ich bin der Kanal, damit das fließen kann, was jetzt für dich fällig ist.

Du bekommst nie mehr aufgebrummt, als du tragen kannst. Ist es das, was du hören willst? Nicht unbedingt, aber ich glaube, das hast du auch schon oft genug gehört.

Ich weiß, dass manches unbequem sein wird, aber nicht fremd. Ich weiß, dass du einen Widerstand aufbauen wirst, aber auch, dass genau dieser Widerstand dich schützen will.

Wir laufen zu schnell weg, statt dranzubleiben und zu beobachten, was am Ende wirklich dabei rauskommt, wohin sich was entwickelt.

Du wirst es spüren.

SOUL2SOUL – Deine Carola

Eine Einladung für dich

Wenn du spürst, dass es Zeit ist, nicht irgendwann, sondern jetzt, dann schau gerne hier: Retreat für die Sinne: Farben, Klänge, Natur – wie ich meinen Weg zurück fand oder direkt zum kommenden Retreat.

Gefühle loslassen, wenn es aufhört, eine Übung zu sein

Gefühle loslassen, wenn es aufhört, eine Übung zu sein

Gefühle kommen und gehen einfach, beeinflussen deinen Alltag nicht mehr.

Klingt das zu schön um wahr zu sein?

Heute erzähle ich dir, wie aus Wut Mut wurde, was das Pfannkuchen-Bild damit zu tun hat und warum Gefühle loslassen irgendwann aufhört, eine Übung zu sein.

Gefühle kommen und gehen. Sie fließen einfach und beeinflussen deinen Alltag nicht mehr. Klingt das nicht super? Kannst du dir das vorstellen?

Ich war richtig wütend. Eine Emotion, die ich mein Leben lang unterdrückt hatte.

Ganz ehrlich, wenn du dich mal umguckst, wie Kinder erzogen werden oder Hunde – ist es nicht viel anders oder? Sie haben Emotionen, die aus Bedürfnissen entstehen. Meist ist es etwas, das wir so nicht haben wollen. Und statt eine Lösung zu finden um das Bedürfnis zu befriedigen, fangen wir an zu unterdrücken, weg zu kriegen, nehmen das nicht ernst.

Was daraus entsteht, sind VERwickelte Menschen und Tiere, die sich im Laufe ihres Lebens wieder ENTwickeln müssen.

Verhalten ist nie das Problem

Im Bus saß ich neben einer Mutter mit Baby. Das Baby schrie. Sie hat alles probiert, hochnehmen, Schnuller. Nichts hat geholfen. Das Bedürfnis war ein anderes. Es wollte aufrecht sitzen, nicht liegen.

Bei deinem Hund ist es genauso. Zeigt er ein Verhalten – Bellen, Rückzug, was auch immer – ist das nie das Problem selbst. Das ist ein Symptom. Dahinter steckt ein Bedürfnis.

Bei meinen Hunden fragte ich mich das auch immer wieder: was steckt eigentlich dahinter?

Bin ich vielleicht der Auslöser? Oder geht’s ihr gerade einfach nicht gut? Je besser du dein Tier kennst, desto besser kannst du seine Bedürfnisse erkennen und dann auch zusammen mit ihm das Problem lösen, statt dass es da alleine durch muss. Wenn’s ihr nicht gut geht, bleibe ich bei ihr. Muss ich nicht, aber anders würde ich mich nicht wohlfühlen.

Wird das immer wieder unterdrückt, passiert eins von zwei Dingen. Entweder baut sich Druck auf, bis es irgendwann explodiert, aus heiterem Himmel, sagen dann alle. Oder das Tier zieht sich zurück, wird ruhiger und man denkt, super, geht ja schon viel besser. Dabei hat es vielleicht nur aufgehört zu kämpfen.

Bei uns Menschen ist das nicht anders. Und genau das habe ich gestern bei mir selbst gemacht. Nicht weggedrückt. Hingeschaut.

Aus Wut wurde Mut

Ich war gestern richtig wütend. Eine der am tiefsten eingeschlossenen Emotionen, die ich habe – mein Leben lang unterdrückt.

Ich hab mich hingesetzt und beobachtet, was diese Wut eigentlich will.

Und dann kam’s raus: Ich hatte SEO ausgelagert. Vier Menschen dafür bezahlt. Keiner hat’s gemacht.

Unabhängigkeit ist einer meiner größten Werte. Und jedes Mal, wenn ich diese Aufgabe weitergegeben habe, war das ein kleiner Verrat an genau diesem Wert.

Die Wut hat mir das gezeigt. Nicht weil ich gesucht habe – sie war einfach da und hat den Finger drauf gelegt.

Also habe ich die Zähne zusammengebissen und mich selbst rangesetzt. Website aufgebröselt, SEO komplett selbst gemacht. Mitten in der Wut, nicht danach. Und war danach wahnsinnig stolz auf mich.

Die Energie hat sich nicht aufgelöst. Sie hat sich gewandelt. Aus Wut wurde Mut. Aus Mut wurde Handeln. Und am Ende: ein Stück mehr Unabhängigkeit. Ich brauche niemanden mehr zu fragen.

Und dieser Mut hat noch was anderes mit mir gemacht: er hat mich getraut gemacht, mich auf einer anderen Ebene selbst Hand anzulegen, ohne die Angst, etwas kaputt zu machen, vor der ich mich vorher immer gedrückt hatte.

Und genau in diesem Moment kam ein Bild dazu.

Das Pfannkuchen-Bild

Vor ungefähr zwei Jahren habe ich ein Video gemacht. Da habe ich erkannt: Entwicklung verläuft nicht linear. Sie verläuft in Spiralen.

Das war auch der Moment, aus dem der Seelenkompass entstanden ist. Mir ist aufgefallen: die Themen, die Fragen, die bleiben gleich. Aber die Antworten sind andere. Weil du sie auf einer anderen Ebene wahrnimmst.

Gestern habe ich mir erlaubt, wütend zu sein. Und habe beobachtet, was das mit mir macht.

Das war spannend. Denn die Spirale war immer noch da, aber sie sah aus wie ein Pfannkuchen. Es ging nicht mehr in die Tiefe. Es ging in die Breite.

Und das ist der Grund, warum sich alles so friedlich im Innen anfühlt.

Eine Welle braucht Tiefe, um groß zu werden. Ist das Wasser flach, kräuselt sie kurz die Oberfläche und ist wieder weg. Genauso war die Wut gestern. Sie war da. Ich hab sie gesehen. Und dann war’s gut.

Gefühle loslassen – früher und heute

Früher war Gefühle loslassen für mich eine Übung. Eine Entscheidung, die ich jeden Tag neu treffen musste.

Heute passiert es einfach.

Nicht weil ich’s trainiert habe. Sondern weil nichts mehr da ist, wo ein Gefühl hängenbleiben könnte.

Vor ein paar Jahren habe ich geschrieben: „Was wäre, wenn du nur heute beschließt, deinen Zorn durch dich hindurchfließen zu lassen?“ Das war eine Einladung. Eine Übung.

Heute brauch ich diese Einladung nicht mehr. Es ist einfach so.

Die Trigger sind trotzdem noch da. Du kannst immer noch wütend werden. Aber es wirkt sich nicht mehr so aus wie früher. Die Trigger sind dann wirklich nur noch eine Erinnerung.

Wenn du noch mittendrin bist

Vielleicht bist du gerade noch mittendrin. Die Wellen sind noch da, die Gefühle kleben noch, ziehen dich runter.

Das ist nicht falsch. Das ist Spirale – noch mit Tiefe, noch mit Berührungspunkten. Ich kenne das. War selbst lange genug da.

Falls du noch in den Wellen steckst und spürst, dass da was sein darf, das einfach fließt, genau dafür gibt’s das Retreat „Es darf leicht sein“ und den Seelenkompass. Kein Programm, kein Muss. Einfach Raum.

Zum Nachspüren

  • Gibt es gerade ein Gefühl, das da ist, aber dich nicht runterzieht?

  • Was passiert, wenn du einer Welle zusiehst, ohne zu prüfen ob du sie reiten musst?

  • Gibt es etwas, das dich früher aus der Bahn geworfen hätte und heute einfach durchgeht?

  • Was darf einfach durch dich durchgehen, ohne dass du es festhältst?

  • Was wäre, wenn die Ruhe nicht das Ziel ist, sondern das, was übrig bleibt?

In diesem Sinne, ich wünsche dir einen ganz zauberhaften Tag. Macht das Beste draus.

Alles Liebe, Soul2Soul, deine Carola

Warum du nicht loslassen kannst?

Warum du nicht loslassen kannst?

Du versuchst es loszuwerden. Seit Wochen, Monaten, vielleicht Jahren.

Und je mehr du dich damit beschäftigst, desto größer wird es. Loslassen hat nichts mit Versagen zu tun und ist auch kein Zufall.

Deine Aufmerksamkeit ist das Futter. Und solange das Problem im Mittelpunkt steht, bleibt es.

Du willst es loswerden. Genau das hält es fest.

Warum du nicht loslassen kannst und was das mit deinem Fokus zu tun hat

Der Grund warum du immer wieder, vermeintlich oder tatsächlich, stecken bleibst?

Klick jetzt nicht weg, nur weil du denkst du bist im falschen Film. Natürlich willst du dein Ziel erreichen, das ist doch völlig normal, oder?

Die Frage ist nur: was ist eigentlich dein Ziel?

Wenn du sagst „ich will die Angst loswerden“, „ich will die Krankheit loswerden“, „ich will dass mein Hund endlich alltagstauglich ist“, dann ist dein Ziel gar nicht das Ziel. Dein Ziel ist: weg von dem was gerade ist.

Und das bedeutet, dein Fokus liegt immer noch auf dem was du nicht mehr willst. Du siehst was falsch läuft, was dich nervt, was weg soll.

Und das ist Futter für das PROblem. Sieh es mal so, es ist ein PRO-blem, weil es eigentlich FÜR dich ist. Verrückt oder?

Solange es so viel Aufmerksamkeit bekommt, fühlt es sich wichtig. Quasi ein PROblem mit Ego. Und was sich wichtig fühlt, kann gar nicht gehen.

Das ist keine Schwäche. Das ist Physik.

Deine Aufmerksamkeit ist Energie. Energie fließt dahin wo dein Fokus ist.

Solange du auf das schaust was weg soll, bekommt es genau das was es braucht um zu bleiben.

Das klingt frustrierend. Und gleichzeitig ist es die beste Nachricht die du heute bekommen kannst.

Weil es bedeutet: nicht du bist das Problem. Dein Fokus ist es.

Das war auch der Grund, warum sich meine Depression länger bei mir aufgehalten hat als eigentlich notwendig. Wenn ich darüber gesprochen oder geschrieben hab, hab ich sie immer MEINE Depression genannt. Wie soll denn bitte etwas gehen, was ich als MEINS deklariert hab? Ja, wir Menschen stehen uns gerne selbst im Weg. Es könnte so einfach sein.

Das ist nämlich die fiese Falle, die lauert, wenn du dein Problem gelöst hast: du kannst es gar nicht glauben dass es weg ist und suchst danach. Dein Unterbewusstsein sitzt da und würde seinen Kopf schütteln, wenn es einen hätte. Es sieht deine verzweifelte Suche, weil du etwas vermisst — und gibt es dir zurück. Und damit es für dich jetzt einfacher wird, schenkt es dir eine gratis Portion.

Was hier eigentlich fehlt, ist der Unterschied zwischen Loslassen und Annehmen.

Was Loslassen wirklich bedeutet.

Loslassen will noch kontrollieren. Es schaut noch hin, kämpft noch, will steuern wie es geht.

Annehmen entzieht das Futter.

Stell dir Nebel vor. Du kannst ihn anschreien, analysieren, wegwollen mit aller Kraft. Er bleibt. Oder du lässt die Sonne rein.

Der Nebel verschwindet nicht weil du ihn wegwillst. Er verschwindet weil die Sonne scheint.

Übrigens, das was du ablehnst ist oft genau das was du brauchst. Ich kenn jemanden der unbedingt eine ganz bestimmte Katze wollte. Eine die so und so aussieht, so und so ist, auf keinen Fall anders. Beim Aussuchen krabbelte dann genau die Katze auf sie zu, die sie eigentlich nicht wollte. Adoptiert wurde sie trotzdem. Und es war genau richtig.

(Den Unterschied zwischen Loslassen und Annehmen hab ich hier ausführlicher beschrieben. Und warum Loslassen kein Zauberspruch ist — hier.)

Der Perspektivwechsel kündigt sich selten laut an. Er kommt leise.

Als Morgen wo du anders aufwachst. Als Moment in der Natur wo plötzlich etwas klick macht. Als Gespräch das dich noch Tage später beschäftigt.

Er passiert wenn du Raum lässt. Und Raum entsteht wenn du aufhörst zu kämpfen.

Also pack die Boxhandschuhe ein und lass dich auf ein neues Spiel ein.

Sun Tzu wusste das schon: Kennst du deinen Feind und dich selbst, brauchst du den Ausgang hunderter Schlachten nicht zu fürchten. Oder nimm die geheime Zutat aus Kung Fu Panda — ganz egal wofür dein Herz schlägt, letztendlich geht es nur darum, deinen eigenen Weg zu finden und mit dir im Reinen zu sein.

(Was das konkret bedeutet — hier und hier.)

Ich hab das nicht aus einem Buch.

Damals nannte ich meine Arbeit noch Mentaltraining für Hund und Halter. Ich dachte ich helfe Menschen mit ihren Hunden.

Dann kamen die Rückmeldungen. Und ich merkte, die Menschen redeten gar nicht so sehr über ihre Hunde. Sie redeten über sich. Über Dinge die sich verschoben hatten. Über einen Blickwinkel der sich geändert hatte.

Der Hund war die Tür. Was dahinter war, hatte mit dem Hund oft wenig zu tun.

Ihre Testimonials hätten mir eigentlich schon die Augen öffnen können, für das was wirklich dahinter steckte. Aber ich war noch nicht soweit. Ich durfte noch wachsen, lernen, tiefer gehen als ich es mir je hätte erträumen lassen.

Ich verurteile das nicht, ich war ja selbst lange auf der Suche. Bis ich gemerkt hab: es geht nie um Technik, nie darum den Hund „in die Spur“ zu bringen. Es geht um Beziehung. Und Beziehungen verändern sich manchmal so, dass sie sich mit mehr Abstand anfühlen und gleichzeitig viel enger sind. Nicht abhängiger. Sondern freier.

(Mehr dazu hier.)

Aber wie soll man nicht dran denken, wenn es die ganze Zeit nervt?

Gute Frage. Und ich hab da was. Nicht von Ratiopharm, sondern von meinem Seelchen.

Mein Krafttier-Malbuch, der Seelenkompass und das Retreat sind nicht entstanden weil ich sie geplant habe.

Sie sind entstanden weil mein Unterbewusstsein längst verstanden hatte, dass ich nur loslassen kann, wenn ich den Fokus verändere, weg vom Problem, hin zu etwas das mich trägt.

Aus reiner Energie. Für genau diesen Moment.

Egal von welchem Punkt aus du startest.

Egal was du erreichen möchtest. Egal wie tief du zu deiner Wahrheit vordringen willst, oder ob du einfach nur mal den Kopf frei bekommen willst.

Du nimmst etwas mit das sich schwer in Worte fassen lässt. Aber dein Alltag wird es merken.

Wenn du dich an irgendeiner Stelle angesprochen gefühlt hast, bist du reif, die Trilogie für die Sinne in vollen Zügen zu genießen.

→ Mehr zum Retreat „Es darf leicht sein“

Retreat für die Sinne: Farben, Klänge, Natur – wie ich meinen Weg zurück fand

Retreat für die Sinne: Farben, Klänge, Natur – wie ich meinen Weg zurück fand

Heute Morgen ein Foto. Mohnblumen.

Und plötzlich wusste ich wieder, warum dieser Retreat existiert, nicht als Methode, sondern als das, was mich selbst zurückgebracht hat.

Farben, Klänge, Natur – warum dieser Retreat aus meiner dunkelsten Zeit entstanden ist

Heute Morgen entdeckte ich ein Foto. Mohnblumen. Und mit einem Mal war ich wieder da — auf dem Feldweg, mit Rosi, in einer Zeit, in der ich gerade anfing wieder zu spüren, dass Leben auch leicht sein kann.

Das ist der Grund, warum ich diesen Retreat mache. Nicht weil ich eine Methode entwickelt habe. Sondern weil ich weiß, was diese drei Dinge — Farben, Klänge, Natur — in mir bewegt haben. In einer Zeit, in der ich lieber gar nichts mehr fühlen wollte.

Lass mich dir erzählen, wie das alles angefangen hat.

Die Mohnblume, die gesprochen hat

Es ist ein paar Jahre her. Ich versuchte mich gerade von der ganzen Coaching-Bubble abzunabeln und kämpfte noch damit, meinen eigenen Wert anzuerkennen. An diesem Morgen ging ich mit Rosi einen unserer Feldwege entlang. Und dann stand sie einfach da. Eine Mohnblume. Wunderschön, kraftvoll, ließ sich vom Wind schaukeln und ich hätte schwören können, sie sprechen zu hören.

An diesem Morgen ist etwas mit mir passiert.

Das war nicht das einzige Mal, dass mir die Natur etwas gesagt hat, das ich eigentlich schon wusste. Im Wald verlief ich mich einmal so gründlich, dass es dunkel wurde. Ich fotografierte wie ein Weltmeister und war so überwältigt von den gewaltigen Bäumen, dass ich die Zeit vergaß. Irgendwann hörte ich: „du hast die Weisheit auch in dir. Du hast es nur vergessen. Erinnere dich.“

Mein erster Gedanke: ich hab nen Knall.

Mein zweiter: verflixte Kiste, wo bin ich hier überhaupt?

Was ich in der Tagesklinik über Farben gelernt habe

Zum Malen bin ich in der Ergotherapie gekommen. Es ging mir wirklich schlecht. Und da ich noch nie malen konnte, lehnte ich das Angebot komplett ab.

Zum Glück hatte ich einen Therapeuten, der mich nicht unter Druck setzte. Er lümmelte mir gegenüber, die Arme auf dem Tisch, und sah aus, als wollte er ein Nickerchen machen. Dann sagte er: „alles gut. Mal halt nicht. Ich sitze hier auch nur meine Zeit ab.“

Das wars.

Am nächsten Tag nahm ich mir die kleinste Leinwand, die zur Verfügung stand. Ich konnte wirklich nicht malen, das steht außer Frage. Aber die Farben machten etwas mit mir. Ich liebte es einfach, alles bunt zu machen, wo es doch in mir noch dunkel war.

Nach und nach wurde ich kreativer. Und der Umgang mit Farben hat sich auf meine innere Welt ausgewirkt. Ich fing an zu summen beim Malen. Zu singen, leise. Ich hatte Zuschauer und hab es nicht mal gemerkt, weil ich so vertieft war. Nie im Leben hätte ich mich das getraut. Aber beim Malen war ich in einer ganz anderen Welt.

Das Trommeln, das Wände einreißt

In der Tagesklinik gab es Musiktherapie. Jemand saß mir gegenüber, grinste und sagte: „heute wird getrommelt.“

Nachdem ich wieder atmen konnte, sagte ich mit angstvoll aufgerissenen Augen: „träum weiter.“

Bis dahin hatte ich mir immer die kleinsten, leisesten Instrumente gesucht. So sollte es bleiben, dachte ich. Der Plan ging schief.

Was in dieser Einheit passiert ist, weiß ich nicht genau. Als ich zu mir kam, hatte ich keine Frisur mehr und war klatschnass geschwitzt. Alle schauten mich an. Ich nicht mehr, denn es ist etwas passiert. Als wären Wände eingekracht. Unsichtbare Mauern, die ich aufgebaut hatte, damit nichts mehr an mich rankommen sollte. Mauern, die ich brauchte, bis ich sie nicht mehr brauchte.

Ich hatte mich irgendwann entschieden, lieber nichts mehr zu fühlen als so viel. Nicht weil ich es nicht wollte, sondern weil ich nicht wusste, wie ich damit umgehen sollte. Das Trommeln hat das aufgebrochen, was ich alleine nicht öffnen konnte.

Wenn ich das überlebt habe, haut mich nichts mehr um

Nach der Reha hatte ich einen Entschluss: ich verstecke mich nicht mehr. Also traf ich mich mit einer Freundin und wir gingen in den Kletterwald. Trotz Höhenangst. Ich kam bis zur vorletzten Stufe, dann mussten wir abbrechen, weil die schließen wollten. Ich war so stolz. Hätte mir das einer zwei Monate vorher gesagt, dem hätte ich kein Wort geglaubt.

Aber ich wusste: wenn ich das überlebt habe, haut mich nichts mehr um.

Also kam ich auf die Idee, mir eine Gitarre zuzulegen.

Zwei Gitarren. Kann immer noch nicht spielen.

Schon als Kind wollte ich Gitarre spielen. Mein Opa brachte mir irgendwann eine mit. Echtes Talent wollte sich nicht einstellen.

Also gut — die Gitarre war bestellt, bevor der Gedanke fertig war. 2 Griffe später waren meine Übungen bei YouTube. Es war furchtbar. Aber genauso lustig. Inzwischen hatte ich entschieden, dass Keith Urban mein Lehrer sein sollte. Der arme. Zum Glück weiß er nichts davon. Er hätte sie mir übergezogen.

Dann dachte ich, vielleicht liegt es an der Gitarre. Zu groß, falsche Saiten. Eine Westerngitarre zog ein.

Spoiler: daran lag es nicht.

Und trotzdem mache ich weiter. Weil der Spaß daran nichts mit Können zu tun hat. Weil das Ausprobieren selbst schon etwas öffnet.

Was Rosi mich gelehrt hat, ohne es zu wollen

Obwohl ich durch meine Tiere täglich in der Natur war, konnte ich sie nicht sehen. Nicht die Schönheit, das Besondere wahrnehmen. In der Depression hat man die Nase wie ein Bluthund am Boden. Wie soll man so die Schönheit sehen?

Aber nach dem Klinikaufenthalt wandelte sich etwas. Ich fing an, die Farben und Formen in der Natur wahrzunehmen. Düfte. Die Kraft der Bäume. Ich fing an zu fotografieren, weil ich so überwältigt war von dem, was es alles zu betrachten gab. Nie zuvor hatte ich so viele Käfer, Schmetterlinge gesehen. Junge Füchse spielten und ließen sich von mir nicht ablenken. Die Jahreszeiten, die ich zuvor nur aus Büchern kannte, jetzt sah ich sie wirklich.

Die Natur ist ein Wunder. Und wir laufen täglich dran vorbei.

Hör auf zu suchen und lass dich finden

Einmal im Wald suchte ich Fliegenpilze und fand keine. Irgendwann hörte ich: „hör auf zu suchen und lass dich finden.“ Ich hörte auf. Fand immer noch keine. „Du suchst ja immer noch. Nur weil du die Nase vom Boden genommen hast, ist das kein Nicht-Suchen.“

Ich musste lachen. Spielte mit Rosi. Und da waren sie. Einer schöner als der andere.

Warum dieser Retreat aus genau diesen drei Dingen besteht

Nicht weil ich ein Konzept entworfen habe. Sondern weil das die drei Dinge sind, die mir den Weg zurück zu mir geöffnet haben. In einer Zeit, in der ich lieber gar nichts mehr gespürt hätte.

Farben, weil sie etwas in dir aufmachen, ohne dass du weißt wie. Klänge, weil sie Wände einreißen, die du alleine nicht öffnen kannst. Natur, weil sie dich erinnert, dass du nicht alleine bist — und nie warst.

Du musst nicht malen können. Ich kann es immer noch nicht wirklich. Du musst keine Instrumente spielen. Ich hab zwei Gitarren und bring kaum einen Akkord. Du musst die Natur nicht lieben. Ich hab sie jahrelang nicht mal gesehen.

Dieser Retreat ist nicht darauf ausgerichtet, dass du am Ende etwas Produktives geschaffen hast. Er ist dafür da, dass du dich erinnerst, wie es sich anfühlt einfach da zu sein. Alles darf, nichts muss.

Den Anspruch auf Perfektion kannst du draußen lassen.

Und du nimmst etwas mit nach Hause, das sich schwer in Worte fassen lässt — aber dein Alltag wird es merken.

Es darf leicht sein — ein Retreat für die Sinne. Sa + So | je 10–14 Uhr | 99 €

👉 Alle Infos und Anmeldung

Kreative Prozesse können intensive Erfahrungen auslösen. Dieser Retreat kann therapeutische Begleitung ergänzen, ersetzt sie jedoch nicht. Hier ist Eigenverantwortung gefragt.