In dem Moment, in dem wir unseren Schatten begegnen…
Ich hatte eine Übernachtung geschafft. Dann bin ich nach Hause gefahren.
Damals war das ein Meilenstein. Heute weiß ich, es waren erst die ersten Stufen.
🎥 Das Video dazu ist von Juni 2020. Was seitdem passiert ist, liest du im Blog.
In dem Moment, in dem wir uns begegnen…
Juni 2020. Mein Sohn hatte gerade geheiratet. Wunderschön, Plau am See, genau wie die Kinder es sich gewünscht hatten. Und für mein System war es Stress pur.
Direkt danach wollte ich sportlich bleiben und bin zu einer Freundin nach Prerow gefahren. Geplant: vier Tage. Geschafft: eine Übernachtung.
Früher hätte ich mich einfach durchgebissen und funktioniert, ohne Gefühl für mich selbst. An diesem Tag habe ich etwas anderes gemacht.
Ich habe mir eingestanden, dass ich nicht so belastbar bin, wie ich gerne hätte. Ich habe es gesagt. Und bin nach Hause gefahren.
Das war neu. Extrem wichtig und die Entscheidung ist getroffen: Ich will meinen Schatten begegnen.
Eine Übernachtung. Und dann nach Hause.
Das Wichtigste, was ich in dieser Phase gelernt habe, war zu mir selbst zu stehen. Mein Sohn und auch meine Freundin haben mir von Anfang an das Gefühl gegeben: Egal, wie lange ich bleibe und ob ich mich zwischendurch zurückziehen möchte — ES IST OK.
Mehr geht nicht. Genau so, wie ich früher mit meinen Kunden umgegangen bin, durfte ich es dann auch für mich annehmen lernen. Ich musste nichts beweisen, nicht funktionieren. Es war genau so richtig, wie es war. Übrigens habe ich meine Freundin später nochmal besucht und ja, ich habe 5 Tage geschafft. 😉
Such dir die richtigen Menschen.
Das ist mein Tipp für dich: Such dir Menschen, denen du wirklich was bedeutest. Die werden dich nie unter Druck setzen.
Nimm dir ruhig etwas vor, das deine Komfortzone dehnt, nicht zerreißt. Und erlaube dir, offen darüber zu kommunizieren.
Alles ist gut, wenn die anderen mit im Boot sitzen.
Meine Entscheidung: Diese Krankheit beherrscht mich nicht mehr.
Ich habe in der Phase gelernt, dass ich mich selbst wichtig und ernst nehmen darf. Damals hatte ich noch mit Depressionen zu tun, schon am Abklingen, aber hin und wieder deutlich vorhanden. Aber ich hatte schon längst Entscheidungen getroffen.
Diese Krankheit wird mich nicht weiterhin so beherrschen wie bisher. Ich wollte frei sein. Und das war der Grund, warum ich immer wieder über meine Grenzen gegangen und meinen Schatten begegnet bin.
Wenn dich interessiert, wie das bei mir angefangen hat, lies gerne Mein Weg aus der Dunkelheit der Schuldgefühle und Depressionen.
Ein kleiner Disclaimer: DU entscheidest natürlich für dich, ob du einen Arzt oder Therapeuten brauchst. Ich teile meinen Weg, meine Entscheidungen und gelegentlich auch, was ich gemacht habe. Aber für dich ist das am wichtigsten: Wie möchtest du dich fühlen? Was musst du dafür tun und was lassen?
Du musst keine Angst haben, andere mit deinen Entscheidungen zu verletzen, oder dir Schuldgefühle aufladen, wenn du mit offenen Karten spielst. Natürlich habe ich auf meinem Weg auch diese Emotionen gehabt, ganz klar. Habe mich die ersten Male gar nicht gut gefühlt. Es braucht halt Übung, wenn man sonst anders gehandelt hat. Also, was soll’s. Andere Ergebnisse brauchen andere Handlungen.
Du weißt es doch längst.
Ich glaube, der größte blinde Fleck, mit dem wir durch unser Leben rennen, ist der, dass wir glauben, der oder die zu sein, die wir morgens im Spiegel sehen.
Viele fühlen, dass da mehr ist, aber trauen sich selbst zu wenig zu. Sie glauben das, was man ihnen über sie erzählt hat, und die Angst, dahinter zu blicken und die eigene Wahrheit zu finden, ist einfach da. Die lässt sich nicht wegdrücken.
Aber du spürst doch, dass das nicht stimmt. Du versuchst doch oft genug, gegen den Strom zu schwimmen. Aber dann ruderst du wieder zurück. „Alle anderen sagen was anderes, machen was anderes, also muss das richtig sein.“
Was, wenn du damit aufhörst, zurückzurudern?
Was, wenn genau diese Zeiten vorbei sind, wo alle wie Lemminge dem einen hinterherlaufen?
Stell dir nur mal vor, du sprichst aus, was du fühlst, was du wahrnimmst, und alle gucken dich mit großen Augen an. Erst mal ist es fremd, oder? Aber dann kommt jemand und sagt: „Das ist so mutig von dir. Ich empfinde es ähnlich…“
Und glaub mir, das ging mir so oft so. Nein, viele haben sich nicht getraut. Aber die, die es dann auch gewagt haben, sie selbst zu werden, die haben Meilen der Befreiung hinter sich gebracht.
Vielleicht fragst du dich gerade, ob das, was du durchmachst, wirklich Depression ist, oder schon Aufstiegsschmerz. Dazu habe ich etwas geschrieben, das dir helfen kann einzuordnen: Depression oder Wachstum?
Und wenn du merkst, dass du immer wieder kämpfst und trotzdem nicht weiterkommst, dann lies das hier: Warum du nicht loslassen kannst.
Wenn wir uns begegnen
In dem Moment, in dem wir uns begegnen, telefonisch oder persönlich, bin ich mit dir verbunden. Ich nehme wahr, was du wirklich sagst, ohne es auszusprechen. Ich bin der Kanal, damit das fließen kann, was jetzt für dich fällig ist.
Du bekommst nie mehr aufgebrummt, als du tragen kannst. Ist es das, was du hören willst? Nicht unbedingt, aber ich glaube, das hast du auch schon oft genug gehört.
Ich weiß, dass manches unbequem sein wird, aber nicht fremd. Ich weiß, dass du einen Widerstand aufbauen wirst, aber auch, dass genau dieser Widerstand dich schützen will.
Wir laufen zu schnell weg, statt dranzubleiben und zu beobachten, was am Ende wirklich dabei rauskommt, wohin sich was entwickelt.
Du wirst es spüren.
SOUL2SOUL – Deine Carola
Eine Einladung für dich
Wenn du spürst, dass es Zeit ist, nicht irgendwann, sondern jetzt, dann schau gerne hier: Retreat für die Sinne: Farben, Klänge, Natur – wie ich meinen Weg zurück fand oder direkt zum kommenden Retreat.