Selbsttäuschung – Eine Anleitung in vier Schritten

Selbsttäuschung – Eine Anleitung in vier Schritten

Selbsttäuschung ist kein Fehler. Sie ist ein Angebot. Und die meisten nehmen es gerne an.

Hier kommt die Anleitung — damit du garantiert auf dem neuesten Stand bleibst.

Du willst das wirklich wissen? Gut. Dann machen wir das richtig.

Du scrollst täglich an Bildern vorbei, die nicht echt sind. Du liest Versprechen, die sich gut anfühlen aber nichts verändern. Und irgendwo weißt du das. Trotzdem machst du weiter. Ich auch — ich habe mir KI-Bilder erstellen lassen und „Wie lange lässt du dich noch verarschen?“ drübergeschrieben. Die Kommentare waren begeistert. Über die Bilder.

Willkommen in der Selbsttäuschung.

Schritt 1: Schau nur hin. Lies nie.

Neulich habe ich ein Experiment gemacht. Ich habe mir KI-Bilder erstellen lassen — schlank, perfekt ausgeleuchtet, toller Blazer. Und fett drübergeschrieben: Wie lange lässt du dich noch verarschen?

Die Kommentare? Wunderschön. Strahlend. Toll siehst du aus.

Niemand hat den Text gelesen.

Ich habe in den Kommentaren geschrieben, dass das nicht echt ist. Dass ich nicht mal in jungen Jahren so aussah. Es hat nichts geändert. Die Bilder wurden trotzdem verteidigt. Weil sie so schön sind.

Das ist nicht mehr Selbsttäuschung. Das ist eine Entscheidung.

Und wenn du wissen willst, wie sich das anfühlt wenn man aufhört, sich selbst zu belügen — das habe ich hier geschrieben.

Selbsttäuschung funktioniert am besten, wenn man gar nicht erst nachschaut. Das spart Zeit und unbequeme Fragen.

Authentisch oder Fake
Dein Hund als Wegweiser und Spiegel deiner Seele

Schritt 2: Mal alles an.

Jemand findet einen Kieselstein. Schön, glatt, echt. Aber reicht ja nicht. Also Farbe drauf, ein bisschen Glitzer — und schwups, sieht aus wie ein Edelstein.

Alle sind begeistert.

Der Kieselstein ist verwirrt.

Du kannst das auch mit dir machen. Filter, Formeln, Masterclasses. Pssst — streng geheim, nur 1.000 andere wissen das auch. Das Gefängnis sieht danach viel hübscher aus. Verändert hat sich innen nichts, aber es glitzert.

Ich habe das selbst ausprobiert — und in diesem Blog geschrieben, warum es sich trotzdem falsch angefühlt hat.

Schritt 3: Bleib beschäftigt. Immer.

Mit 30 oder 40: Kinder. Job. Keine Zeit. Vielleicht später.

Mit 50: Yoga. Klangschalen. Trommeln. Ich mache so viel für mich. Ja. Stimmt. Nur nicht tief.

Mit 60: Lohnt sich das noch? Und wenn ich mich verändere und mein Mann macht nicht mit?

Mit 70 oder 80 sitzt du dann da. Alleine vielleicht. Und weißt nicht, wer du bist. Weil du dein Leben lang für alle anderen da warst.

Aber du warst schön beschäftigt. Das zählt.

Was dabei wirklich passiert, habe ich in diesem Video erzählt. Schau rein, wenn du magst.

Und falls du gerade merkst, dass du Veränderung willst aber immer wieder Ausreden findest — dann lies das hier.

Schritt 4: Wähle immer das Glitzernde.

Das Echte ist oft unspektakulär. Verwuschelte Haare. Hundeschnauze im Gesicht. Lachen das weh tut und trotzdem rauskommt.

Das Glitzernde verspricht mehr. Fühlt sich besser an. Und solange du das Glitzernde wählst, musst du nie wirklich hinschauen. Nie wirklich fühlen. Nie wirklich du sein.

Blinde Flecken halten dich genau da — im Komfortablen. Das ist keine Schwäche. Das ist menschlich.

Aber irgendwann reicht Glitzern nicht mehr.

Wenn du merkst, dass du aufgehört hast, dich selbst zu täuschen — oder gerade mittendrin bist — dann weißt du, warum du das hier liest.

Du wirst es nicht sehen. Aber du wirst es fühlen.

Vielleicht ist jetzt der Moment für ein Impulsgespräch. Oder du schaust erst noch mal, was Spezialisten übersehen.

Du entscheidest. Jeden Tag neu.

💌 Soul to Soul — Carola

Carola Baum Aufgeben ist keine Option
Echtheit erkennt man nicht mit den Augen

Echtheit erkennt man nicht mit den Augen

Authentizität ist nichts, was man darstellen kann

Bin ich authentisch?

Eines meiner Lieblingsthemen 😉

Ich habe ja auch schon das eine oder andere Bild machen lassen, wie Rosi auf dem Umzugskarton oder in der Badewanne mit Quietscheentchen. Auch eine Plüschfigur habe ich erstellen lassen. Die Bilder, auf denen ich selbst mit drauf bin, sehen so falsch und hässlich aus, die könnte ich gar nicht teilen, selbst wenn ich es wollte.

Gleichzeitig habe ich auch Bilder in verschiedenen Outfits machen lassen, die einfach der Hammer sind. Sie sehen richtig gut aus, keine Frage. Aber sie sind nicht realistisch. Weil ich weder diese Figur habe noch 30 kg weniger wiege.

Wenn etwas gut aussieht, sich aber nicht gut anfühlt

Diese Bilder sind schön. Stimmig. Professionell.
Und trotzdem fühlt sich etwas nicht richtig an.

Nicht, weil sie gelogen wären.
Sondern weil sie etwas zeigen, das ich nicht bin.

Keine Fantasieversion von mir.
Kein „So könnte ich auch sein“.
Kein besseres Ich.

Authentisch zu sein heißt für mich nicht, perfekt sichtbar zu sein.
Sondern erkennbar.
Mit allem, was dazugehört.

Echtheit will nichts beweisen.
Sie ist einfach da.

Vielleicht ist es genau das, was mich so irritiert.
Diese Bilder sind schön. Stimmig. Professionell.
Und trotzdem fühlt sich etwas nicht richtig an.
Nicht, weil sie gelogen wären, sondern weil sie etwas zeigen, das ich nicht bin.
Keine Fantasieversion von mir, keine optimierte Möglichkeit, kein „So könnte ich auch sein“.

KI, Perfektion und die große Verunsicherung

Momentan boomt KI von allen Seiten.
Und ehrlich gesagt erschreckt mich das mehr als alles andere.

Bilder, Videos, Texte, alles kann heute täuschend echt wirken.
Und ich frage mich immer öfter:

Wo hört Authentizität auf?
Und woran erkennen wir eigentlich noch, was echt ist?

Diese Frage ist nicht neu.

Wenn Bilder etwas versprechen, was es nicht gibt

Ich erinnere mich an einen kurzen Urlaub mit einer Freundin.
Wir hatten uns sehr darauf gefreut, weil wir beide eine schwere Zeit hinter uns hatten.

Wir hatten uns eine Ferienwohnung ausgesucht, Villa … Trallala.
Die Fotos: schön, hell, einladend.

Als wir ankamen, hat uns fast der Schlag getroffen.
Schimmel schon am Eingang und damit ist nicht das Pferd gemeint.
Dreckig, Tapeten hingen teilweise von den Wänden, die Küche musste komplett gereinigt werden.

Wir hatten nur fünf Tage.
Und die Diskrepanz zwischen Bild und Realität war enorm.

Erwartung versus Begegnung

Ein ähnliches Phänomen höre ich immer wieder beim Thema Dating.
Menschen lernen sich aufgrund von Fotos kennen und beim ersten Treffen steht dann jemand vor ihnen, der dem Bild kaum ähnelt.

Frauen machen das natürlich auch, habe ich gehört 😉

Wer auf der Suche nach Mr. oder Mrs. Right ist, achtet zunächst selten auf die inneren Werte.
Doch funken kann es nur bei echten Begegnungen. Oder eben nicht.

Da spielen so viele Faktoren eine Rolle:

  • Präsenz

  • Humor

  • Ausstrahlung

Wer jemand anderen erwartet, ist im ersten Moment oft überfordert.
Und dann gibt es selten eine zweite Chance, weil das Vertrauen von Anfang an fehlt.

Fake ist nicht nur ein Bildproblem

Fake begegnet uns nicht nur bei Bildern oder Begegnungen.

Ich selbst bin leider schon öfter auf Fake-Seiten oder betrügerische Anrufe hereingefallen.
Angeblich habe ich für tausende Euro etwas in Auftrag gegeben, was schlicht nicht stimmte.

E-Mails, Briefe, Schreiben: alles sah täuschend echt aus.

Einmal wurde ich sogar von einem Rechtsanwalt mit großem „INKASSO“ angeschrieben.
Als ich ihn anrief, sagte er mir, dass seine Daten gestohlen worden seien und dass er seit Tagen versuche, diesen Betrug zu stoppen.

Das hat mir eines sehr deutlich gemacht:
Wir müssen uns nicht schämen, wenn wir jemandem auf den Leim gehen.
Wenn selbst Rechtsanwälte betroffen sind, kann es wirklich jeden treffen.

Wie können wir uns also schützen?

Bleibt die Frage:

Wie können wir uns vor Betrug, Täuschung und falschen Inhalten schützen?

Vielleicht fast gar nicht mehr.
Oder vielleicht doch, auf eine andere Weise.

Deine Wahrnehmung ist kein Fehler

Wenn du meine Blogbeiträge liest oder meine YouTube-Videos ansiehst, bist du vermutlich ein sensibler Mensch.
Vielleicht weißt du das noch gar nicht.
Oder du weißt es, kannst aber noch nicht gut damit umgehen.

Was wäre, wenn genau das dein Schutz ist?

Diese feine Wahrnehmung.
Dieses innere „Da stimmt etwas nicht“.
So, als würdest du den Braten schon riechen, bevor er knusprig im Ofen vor sich hin schmort.

Authentizität ist gelebte Stimmigkeit

Ich glaube, dass genau das die ehrlichste und wirksamste Form von Achtsamkeit ist, die wir uns in dieser Zeit aneignen können.

Nicht perfekt.
Nicht unfehlbar.
Aber echt.

Carola Baum Aufgeben ist keine Option

🧭 Impulsfragen für dich

  • Wo spürst du den Unterschied zwischen gut gemacht und stimmig?

  • In welchen Situationen hast du dein Bauchgefühl schon einmal ignoriert?

  • Was zeigst du von dir und was bist du wirklich?

💬 Einladung zum Kommentieren

Mich interessiert deine Erfahrung.
Hast du schon einmal gemerkt, dass etwas nicht echt war, obwohl alles „perfekt“ aussah?
Oder kämpfst du selbst mit dem Spannungsfeld zwischen Sichtbarkeit und Echtheit?

Teile deine Gedanken gern in den Kommentaren 🤍