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Du fragst dich wahrscheinlich: „Wann zum Geier ist das denn passiert?“

Du fühlst dich nicht wichtig und auch wie ein Ersatzteil, und obwohl du schon vieles vermeintlich verändert hast, hast du immer noch das Gefühl, alles kontrollieren zu müssen.

Kontrolle abgeben? Eher nicht.

Kontrolle abgeben und dann verliere ich alles?

Und weißt du was? Bei mir war genau das der Punkt: Solange ich alles kontrollieren wollte, habe ich mir selbst nichts zugetraut.

Wahrscheinlich rollst du jetzt mit den Augen und denkst: „Waaas? Kontrolle ist das Einzige, was ich beeinflussen kann, und wenn ich das aufgebe, verliere ich alles.“

Oh ja, dieses Gefühl kenne ich nur zu gut. Und ja, ich habe vor großen Transformationsprozessen vieles verloren. Aber das war auch wichtig, weil es mich aufgehalten hat.

Erst zuschlagen, dann fragen

Vielleicht hast du dich auch von anderen entfernt und irgendwann entschieden, lieber niemanden an dich heranzulassen, aus Selbstschutz. Das kann ich gut verstehen, denn gerade das Ego der Menschen ist größer als der kleine Planet, auf dem sie wirklich zuhause sind.

Vielleicht hast du auch gelernt, erst zuzuschlagen (im übertragenen Sinne natürlich) und dann zu fragen. Vielleicht entspricht diese Strategie dir gar nicht und ist nur ein Schutzmechanismus.

Du denkst vielleicht, dass dich sowieso niemand wirklich versteht, geschweige denn mag. Also ist es dir im Laufe deines Lebens auch egal geworden, was andere von dir halten.

Zehn Meter höher

Jetzt stell dir mal vor, du stehst neben dir. Nein, Stopp, nicht neben dir, das machst du ja schon 😉 Stell dir vor, du stehst über dir. 5 Meter, 10 Meter, und du blickst hinunter.

Kannst du diese ganzen Schutzschilde um dich herum sehen? Diese ganzen Panzer, die nichts und niemanden mehr an dich heranlassen, nicht mal dich selbst?

Wer bist du unter diesen Schichten?

Du hast dir perfekte Masken zugelegt, weil niemand sehen soll, wie du wirklich bist. Und ganz ehrlich: Weißt du, wer du unter diesen Schichten bist?

Vielleicht hast du Angst davor, dass andere eine Schwäche an dir feststellen könnten. Aber so what? Was wäre daran wirklich so falsch? Stell dir nur mal vor, du würdest im Reinen sein mit deinen vermeintlichen Defiziten.

Stattdessen hast du möglicherweise gelernt, deine Unsicherheiten zu überspielen, indem du dich selbst inszenierst, für große Auftritte sorgst und so viel schauspielerisches Talent entwickelt hast, nur damit niemand erkennt, wie es in dir aussieht.

Oh ja, das macht einsam, oder? Diese Einsamkeit kenne ich auch, allerdings aus anderen Gründen. Aber das Gefühl ist das gleiche.

Immer wieder beweisen, wie unabhängig du bist

Kennst du das, dass du immer wieder beweisen willst, wie unabhängig du bist? Das zieht sich wie eine Spirale durch dein Leben. Aber sie führt dich nicht weiter in die Richtung, in die du eigentlich willst, sondern lässt dich im Kreis drehen, und du stehst wieder alleine da.

Eigentlich wünschst du dir doch ein Feld, in dem Zugehörigkeit und Vertrauen normal sind, oder? Und dann fängst du wieder an, die Kontrolle zu übernehmen, und verscheuchst damit alle, die dich eigentlich interessant finden könnten.

Vielleicht steckt Angst vor Ablehnung dahinter. Dann sabotiert man lieber selbst, als andere wählen zu lassen.

Wo erkennst du dich wieder?

Vielleicht betreffen dich nicht alle aufgezählten Punkte, aber dennoch gibt es ein paar Berührungspunkte. Was ist es bei dir? Wo erkennst du dich selbst wieder?

Woran im Alltag erkennst du, dass du gerade wieder eine Rolle spielst, dass du auf Beifall hoffst und dann schnell die Reißleine ziehst?

Welche Sabotagemuster hast du erkannt? Wann versuchst du mit Humor eine tote Kuh zu retten, obwohl der Zug schon abgefahren ist?

Wenn dich eine dieser Fragen nicht loslässt: Im Seelenkompass warten zehn weitere, die mit dir wachsen. Und wenn du nicht allein hinschauen magst, gibt es das Impulsgespräch, am liebsten am Telefon, weil die Stimme keine Maske trägt.