Sicherer Hafen Seelenweg – Ein Samstag im April
Manchmal ist ein ganz normaler Samstag der beste Beweis dafür, dass der Seelenweg kein Konzept ist, sondern gelebter Alltag.
Sicherer Hafen bedeutet für mich nicht Stillstand. Es bedeutet ankommen.
Jogginghose, Tai Chi, Rosi und ein langer Nachmittag mit meinem eigenen Kram und plötzlich war da alles was ich schon längst wusste.
Ein Samstag im April
Ich liebe es immer wieder etwas Neues auszuprobieren.
Heute war ich zu einem Schnupperkurs Tai Chi angemeldet. Da ich mich immer wieder überwinden muss freiwillig meine heiligen Räume zu verlassen, ist mir aufgefallen, dass ich heute morgen Ausreden gesucht habe, doch nicht hinzugehen.
So richtig hat es aber nicht geklappt.
Also ab in die Jogginghose — ich wollte zumindest schon mal sportlich aussehen — und ab zum Bus.
Schublade auf. Carola mit Jogginghose rein.
Erstaunlich wie Menschen auf Äußerlichkeiten reagieren.
Im Bus selbst haben die Menschen mich gesehen, haben gegrüßt und freundlich gelächelt. Die an der Bushaltestelle und die auf dem Weg zur Tai Chi Veranstaltung haben mein Outfit gesehen — nicht mich als Person.
Ich spüre ihre Gedanken und normalerweise nehme ich das gar nicht mehr bewusst wahr.
Aber heute war ein besonderer Tag und er zeigte mir, dass ich immer noch richtig liege und meiner Wahrnehmung trauen kann.
Menschen sortieren. Meistens schnell. Meistens nach außen.
Man hat gar nicht die Chance sich einander bekannt zu machen, weil wenn die Schublade erst mal zu ist, kommt man auch nicht mehr raus — selbst wenn man sich eigentlich sympathisch finden würde, wenn man sich auf einem anderen Weg kennenlernen würde.
Vier Frauen, neu in der Stadt
Tai Chi selbst war dann wirklich gut.
Kalt — aber nach einer Weile waren wir durch die Übungen auf Betriebstemperatur.
Das Schöne: keiner hat schief geschaut auf meine Jogginghose, denn in diesem Kreis war es normal, obwohl die meisten in Jeans vor Ort waren.
Ganz witzig war, dass ich noch drei weitere Frauen sah, die alleine da standen, während andere Grüppchen bildeten. Wir kamen ins Gespräch und siehe da — alle waren frisch zugezogene Wilhelmshavenerinnen.
Vier Frauen, neu in der Stadt und tolle Gespräche.
Rosi gibt das Tempo vor
Auf dem Heimweg bin ich am Rüstringer Hafen vorbeigekommen.
Der Vorteil wenn man mit dem Bus unterwegs ist — man hat Zeit für Sightseeing.
Also dachte ich, wir könnten ja mal versuchen mit dem Fahrrad dorthin zu kommen. Kein Muss dahinter, sondern ein: wir schauen mal ob es klappt — und wenn nicht, auch gut.
Es war einfach wunderbar.
Insgesamt waren wir über 8 km unterwegs. Rosi hatte Spaß und natürlich hat sie das Tempo vorgegeben — und auch wann es Zeit für eine Pause war.
Wir haben eine gute Entscheidung getroffen und fühlen uns rundherum wohl in WHV.
Ein sicherer Hafen – von innen betrachtet
Dazwischen ein langer Nachmittag in dem ich mir SOUL2SOUL angeschaut habe — nicht als Projekt, sondern als das was es geworden ist.
Ein sicherer Hafen. Für die die kommen. Und für mich selbst.
Meine Blogs, meine Videos, mein Malbuch, das Edelstein-Booklet. Cecilia. Der Karneol. Der Hirsch aus dem Harz.
Die Geschichten meines Lebens die ich aufgeschrieben habe bevor ich wusste warum.
Ich lese meine Blogs nicht und schaue meine Videos nicht an. Nicht weil ich gleichgültig bin — sondern weil ich weiß dass sie sich zeigen wenn es soweit ist.
Wenn ich mal wieder Tomaten auf den Augen habe und das Offensichtliche nicht sehe.
Heute habe ich gehört und gelesen was ich damals gesagt und geschrieben habe. Und wieder erkannt: ich wusste es schon. Lange bevor es passiert ist.
Das ist vielleicht das Einzige was zählt. Dass es noch stimmt.
Da es nur darum geht zu vertrauen und nichts mehr zu kontrollieren. Loszulassen, damit sich alles von selbst entwickeln kann — so wie es vorbestimmt ist.
Wie war dein Samstag?
Was hast du wahrgenommen — unterwegs, im Bus, beim Einkaufen, mit deinem Tier?
Ich bin neugierig. Schreib mir einfach in die Kommentare. Ein Satz reicht. Manchmal steckt da mehr drin als wir denken.