Was nach Schicksalsschlägen kommt, sind Phasen, in denen wirklich alles auf seine Sinnhaftigkeit hin infrage gestellt wird. 

Nichts ist wie vorher und jetzt zeigt sich, wer du wirklich bist, ohne das, was dir vorher Halt gegeben hat.

Warum diese Trauer sich anders anfühlt als die vorherigen, erfährst du in diesem Blog.

Ist ja auch irgendwie klar, wenn man jetzt ein komplett neues Leben führen muss, darf, soll. Hier zeigt sich aber, wie gut du vorher für dich gesorgt hast, wie viel Resilienz du aufgebaut hast, wie viele Altlasten du losgelassen hast oder ob du dir sogar schon ein stabiles Fundament gebaut hast.

Dass der Boden dennoch zwischendurch bebt, ist völlig in Ordnung, schließlich stehst du jetzt auch an einem Punkt, an dem sich Wege kreuzen. Vielleicht stehen große Entscheidungen an. Vielleicht ist es einfach ein Gefühl von verlassen sein, das dich gerade trifft.

Ich hatte viele Impulsgespräche, Menschen haben ihr Leben um einen Partner herum aufgebaut, und es ist egal, ob der 2 oder 4 Beine hatte. Seit 25 Jahren hatte ich immer Hunde an meiner Seite, und ja, mein Tagesablauf hat sich an ihnen orientiert, das ist jetzt weg. Eine Gewohnheit, ein Lebensinhalt, eine besondere Aufgabe.

Ich bekomme meine Botschaften immer durch Musik, und gerade läuft „With or Without You“. Könnte es wieder treffender sein?

Wie sich die Trauer – Wochen unterscheiden

Mit Rosi an meiner Seite habe ich meine tiefste innere Arbeit gemeistert und deshalb kann ich heute erzählen, wie sich für mich Trauer anfühlt, wenn man multidimensional lebt? Die Phasen der Trauer sind nach wie vor da und müssen durchlebt werden. Der Unterschied ist lediglich die Intensität und Dauer. Dadurch, dass alles quasi gleichzeitig oder leicht zeitversetzt stattfindet, ist anstrengend, wenn es sich nicht so anfühlt, wie Anstrengung früher.

In der 1. Woche nach Rosis Tod hatte ich noch mit Schock zu tun. Die Erfahrungen waren komplett anders als bisher und ja, ein geliebtes Wesen gehen zu lassen ist nie leicht, aber diesmal wurde ich wirklich nochmal ganz anders auf die Probe gestellt. Der Unterschied zu früher war, dass ich nicht im Funktionieren-Modus war, sondern klar und handlungsfähig trotz allem.

In der 2. Woche war ich unfassbar müde. Mein Körper und Geist brauchten Schlaf, Ruhe, und ich habe es als tiefe Verarbeitungsphase wahrgenommen. Die Trauer habe ich bewusster wahrgenommen und gleichzeitig wurden die Dankbarkeit und Liebe noch intensiver. Dennoch ist die Trauer öfter aufgetaucht als in der 1. Woche.

Die Gefühle sind intensiv und da, aber fließend. Es haftet nichts an. Der größte Unterschied ist aber, dass ich das, was ich wahrnehme ich selbst bin. Früher habe ich den ganzen Schmerz, Wut, Enttäuschung, Traurigkeit und unverarbeitetes anderer mitgetragen und konnte sie nicht von meinen eigenen Empfindungen trennen.

Ich glaube, das ist der größte Unterschied, wenn man seine Schatten integriert hat und eingeschlossene Emotionen befreit wurden. Der große, lange Zeitraum im Schmerz ist weg. Und man spürt das, was wirklich zählt. Welche Erfahrungen hast du gemacht? Ich freue mich deine Erfahrungen zu lesen, schreib sie gerne in die Kommentare.

Die eine Passage, die ich ausschneiden musste

Meine Rosi ist 11 Jahre und 11 Tage alt geworden, und in einem Video, das ich erstellt hatte, habe ich über die letzte Nacht mit ihr gesprochen und etwas gesagt, das einfach nur meine Empfindung war, aber rechtlich ein Genickbruch hätte sein können.

Also habe ich diese kurze Passage ausschneiden müssen, was ich noch nie gemacht habe. Ich schneide nichts, und es wird nicht hübsch geredet. Es kommt raus, was gerade dran ist.

Als ich fertig war und das Video hochgeladen wurde, fühlte ich mich unruhig. Normalerweise schaue ich mir meine Videos gar nicht an, aber da, bei 11 Minuten … dieser eine Satz … ich musste ihn wirklich entfernen.

Aus diesem Video ist dieser Blog entstanden. Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass du Botschaften für dich entdeckst, dass du dich gesehen fühlst und du ein stabiles Fundament hast, wenn du gerade etwas für dich verarbeiten musst.

Die Seelengespräche mit Rosi bereichern mich und sie erklärt so schön, wieso, weshalb und warum es so sein musste und nicht anders. Die Trauer darf sein, aber sie fließt.

Rosis Erbe

Rosi ist am 22.6.2026 über die Regenbogenbrücke gegangen. Ich lernte sie kennen, da war sie 2,5 Wochen alt und so groß wie ein Meerschweinchen.

Dass sie von all ihren Vorgängern die schwerste Aufgabe hatte, war mir schon sehr früh klar. Aber alles habe ich gar nicht erkannt, weil sie so ein entspannter Hund war. Sie war die meiste Zeit Beobachterin. Vermeintlich pflegeleicht und einfach da.

Aber nur dadurch konnte, ich mit ihr an meiner Seite, diese tiefe Schattenarbeit machen und mich auf mich selbst fokussieren. Sie hat die Umbrüche miterlebt, Umzüge weggesteckt und hat mich dazu gezwungen, auch die Naturzeit mit ihr zu genießen.

In diesen Zeiten hat sie mir Halt gegeben, und ich konnte, mit jeder Ebene näher zu mir selbst finden, ein Fundament aufbauen, das jetzt standhält.

Kleine Momente, die bleiben

Auch wenn ich manchmal von Verlust spreche, empfinde ich das gar nicht mehr so. Ich sehe die ganz vielen Geschenke, die ich bekommen habe. Jeder meiner tierischen Begleiter hat etwas besonderes und nachhaltiges für mich dagelassen, was ich nach und nach erkennen durfte.

Klar, es gibt Momente im Alltag, die mich an unsere gemeinsame Zeit erinnern: Etwas fällt runter, und ich erwische mich dabei, dass ich um die Ecke schaue und mich vergewissere, hat sie sich gerade erschreckt? Ist sie aufgestanden, hat sich ein ruhigeres Plätzchen gesucht? Vielleicht war sie energetisch da. Ich weiß es nicht.

Wenn ich hier sitze und schreibe, fühle ich sie neben mir liegen und höre sie atmen. Gehe ich in die Küche, warte ich drauf, dass sie im Türrahmen erscheint und mich daran erinnert, dass sie Käse wirklich gerne mag.

Rosi hat mit mir alles geübt, mich auf Tag X vorbereitet. Dadurch, dass sie mir vorab schon Botschaften schickte, war ich vorbereitet. Aber mal ehrlich, wer versucht es nicht zu verdrängen, was offensichtlich ist. Dennoch hätte ich ihr ein anderes Ende gewünscht.

Mit ihr an meiner Seite konnte ich die tiefen Phasen meiner Schattenarbeit halten und konnte meine eingeschlossenen Emotionen befreien. Ich habe so vieles nachempfinden dürfen, was ich früher nicht konnte. Wenn Fühlen alles ist – manchmal brauchst du keine Worte mehr.

Dankbarkeit statt Schmerz

Was jetzt neben der Trauer da ist, ist eine unendliche Dankbarkeit, eine ganz tiefe Liebe. Cecilia hat mir schon gezeigt, was bedingungslose Liebe bedeutet, und durch Rosi wurde das jetzt noch mal verstärkt. Alles ist gleichzeitig da. Tief ist vielleicht auch nicht treffend, vielleicht eher weit. Aber auch das trifft es nicht zu 100 %, denn es ist um mich herum.

Ha, begleitet wird es mit „Love Is All Around“. Ist das nicht schön? Einfach wunderbar. Wieder eine musikalische Botschaft.

Lenke doch deine Achtsamkeit mal auf Botschaften, die dich finden wollen. Vielleicht ist dir das noch gar nicht bewusst, aber sie sind überall, wenn wir achtsam werden. Atme und wenn du magst schließe deine Augen einen Moment. Spür hin, was empfindest du? Was entdeckst du?

Das Bild, das alles vorwegnahm

Als ich den Impuls bekam, dass wir nach WHV ziehen, ahnte ich noch nicht, was ich entdecken würde. Ende 2016 bekam ich endlich eine Diagnose und fing ich an zu malen. Die Depression, die mich über Jahrzehnte mal mehr, mal weniger begleitete hatte endlich einen Namen, konnte somit angenommen und losgelassen werden. Erst hier in WHV, erkannte ich, dass alles vorbestimmt war, in meinen Bildern prophezeit.

Meine Bilder haben jetzt ihren Platz auf meiner Website gefunden, die sich auch ganz anders als zuvor zeigt. Alles fühlt sich stimmig an. Und dass ich das loslassen muss, was mir am meisten bedeutet, stand schon fest. Rosi hat mir immer wieder kleine Hinweise gegeben.

Aber wer will das schon so klar sehen? Wir Menschen sind doch Meister im Verdrängen, oder? Trotzdem müssen wir uns früher oder später den Tatsachen stellen, und genau dann zeigt sich, wie wir mit den Schicksalsschlägen umgehen und wie gut wir uns dann selbst tragen können.

Die letzte Prüfung

Eine von Rosis Aufgaben war, das Fundament mit mir zu bauen, das jetzt meine Seelenaufgabe trägt und die grausame Prüfung war diese letzte Nacht, sie bis zum letzten Herzschlag zu begleiten, sie zu halten und zu versuchen, ihr die Angst zu nehmen.

Zehn Jahre Schattenarbeit waren kein Spaziergang, und Spaß sieht definitiv anders aus. Aber das Ergebnis zählt: was ich jetzt wahrnehme, was jetzt da ist. So wie Übergänge sich anfühlen, fließend, nicht wie Stillstand, sondern wie Steigen.

Was von damals bis heute trägt

Die Blogbeiträge, die ich damals anfing zu schreiben, begleiten auch dich, weil ich weiß, dass du dich schon auf dem Weg zu deiner Wahrheit befindest. Botschaften habe ich nicht nur für mich dort hinterlassen, die ich erst später erkennen sollte, sondern auch Impulse für dich.

Die letzten Jahre waren nicht mehr die Arbeit in der Tiefe. Wenn du ein Steinchen ins Wasser wirfst, geht es irgendwann nicht mehr in die Tiefe, sondern nur noch in die Weite. Ich hatte kein Wort dafür und hab dann Pfannkuchen dafür als Impuls bekommen.

Weißt du, auf welcher Ebene du dich befindest? In welcher Phase du dich gerade mit dir auseinandersetzt? Als ich nach WHV kam, hatte ich den Impuls, den Seelenkompass ins Leben zu rufen. Die Fragen scheinen dir banal. Du bekommst keine vorgefertigten Antworten, sondern einen Begleiter, der dich genau da unterstützt, wo du gerade stehst. Das ist für mich Energiearbeit. Arbeiten und wirken auf allen Ebenen.

Ein letztes, offenes Versprechen

Rosi war meine Lehrerin und eine besondere Herzöffnerin für fast jeden, der sie kennenlernte, auf ihre eigene Art. Die große Anteilnahme hat mir erst gezeigt, was wahre Fülle und erfüllt sein ist.

Ein Versprechen, das ich ihr gab, ist noch offen geblieben. Die Fahrradtour, die ich ihr zum Geburtstag versprochen habe. Ich wollte eine Fahrrad mieten, mit einer integrierten Box für sie. Es sollte anders kommen…

Aber das Versprechen werde ich einlösen, ein „richtiges“ Fahrrad kaufen und wir werden zum Strand fahren. Rosi hat mir schon die grobe Richtung vorgegeben, wo ich langfahren soll, genaues aber noch nicht verraten. Ich werde sie dalassen, da, wo sie sich am wohlsten gefühlt hat. Erst dann ist der Prozess für mich rund und ein Lebensabschnitt wird vollendet.

Und ja, ich habe sie noch in derselben Nacht losgelassen. Vielleicht konnte sie sich deshalb schon am nächsten Tag im Seelengespräch bei mir melden und Botschaften schicken.

Wenn du gerade selbst in einem Übergang steckst, nicht weißt, was als Nächstes kommt, und dir gerade Klarheit fehlt: Genau dafür sind Trauerbegleitung und Retreat der das Impulsgespräch da.

Ich bin für dich da, denn ich weiß, wie es sich anfühlt – aber auch, wie es anders gehen kann.