Gefühle kommen und gehen einfach, beeinflussen deinen Alltag nicht mehr.

Klingt das zu schön um wahr zu sein?

Heute erzähle ich dir, wie aus Wut Mut wurde, was das Pfannkuchen-Bild damit zu tun hat und warum Gefühle loslassen irgendwann aufhört, eine Übung zu sein.

Gefühle kommen und gehen. Sie fließen einfach und beeinflussen deinen Alltag nicht mehr. Klingt das nicht super? Kannst du dir das vorstellen?

Ich war richtig wütend. Eine Emotion, die ich mein Leben lang unterdrückt hatte.

Ganz ehrlich, wenn du dich mal umguckst, wie Kinder erzogen werden oder Hunde – ist es nicht viel anders oder? Sie haben Emotionen, die aus Bedürfnissen entstehen. Meist ist es etwas, das wir so nicht haben wollen. Und statt eine Lösung zu finden um das Bedürfnis zu befriedigen, fangen wir an zu unterdrücken, weg zu kriegen, nehmen das nicht ernst.

Was daraus entsteht, sind VERwickelte Menschen und Tiere, die sich im Laufe ihres Lebens wieder ENTwickeln müssen.

Verhalten ist nie das Problem

Im Bus saß ich neben einer Mutter mit Baby. Das Baby schrie. Sie hat alles probiert, hochnehmen, Schnuller. Nichts hat geholfen. Das Bedürfnis war ein anderes. Es wollte aufrecht sitzen, nicht liegen.

Bei deinem Hund ist es genauso. Zeigt er ein Verhalten – Bellen, Rückzug, was auch immer – ist das nie das Problem selbst. Das ist ein Symptom. Dahinter steckt ein Bedürfnis.

Bei meinen Hunden fragte ich mich das auch immer wieder: was steckt eigentlich dahinter?

Bin ich vielleicht der Auslöser? Oder geht’s ihr gerade einfach nicht gut? Je besser du dein Tier kennst, desto besser kannst du seine Bedürfnisse erkennen und dann auch zusammen mit ihm das Problem lösen, statt dass es da alleine durch muss. Wenn’s ihr nicht gut geht, bleibe ich bei ihr. Muss ich nicht, aber anders würde ich mich nicht wohlfühlen.

Wird das immer wieder unterdrückt, passiert eins von zwei Dingen. Entweder baut sich Druck auf, bis es irgendwann explodiert, aus heiterem Himmel, sagen dann alle. Oder das Tier zieht sich zurück, wird ruhiger und man denkt, super, geht ja schon viel besser. Dabei hat es vielleicht nur aufgehört zu kämpfen.

Bei uns Menschen ist das nicht anders. Und genau das habe ich gestern bei mir selbst gemacht. Nicht weggedrückt. Hingeschaut.

Aus Wut wurde Mut

Ich war gestern richtig wütend. Eine der am tiefsten eingeschlossenen Emotionen, die ich habe – mein Leben lang unterdrückt.

Ich hab mich hingesetzt und beobachtet, was diese Wut eigentlich will.

Und dann kam’s raus: Ich hatte SEO ausgelagert. Vier Menschen dafür bezahlt. Keiner hat’s gemacht.

Unabhängigkeit ist einer meiner größten Werte. Und jedes Mal, wenn ich diese Aufgabe weitergegeben habe, war das ein kleiner Verrat an genau diesem Wert.

Die Wut hat mir das gezeigt. Nicht weil ich gesucht habe – sie war einfach da und hat den Finger drauf gelegt.

Also habe ich die Zähne zusammengebissen und mich selbst rangesetzt. Website aufgebröselt, SEO komplett selbst gemacht. Mitten in der Wut, nicht danach. Und war danach wahnsinnig stolz auf mich.

Die Energie hat sich nicht aufgelöst. Sie hat sich gewandelt. Aus Wut wurde Mut. Aus Mut wurde Handeln. Und am Ende: ein Stück mehr Unabhängigkeit. Ich brauche niemanden mehr zu fragen.

Und dieser Mut hat noch was anderes mit mir gemacht: er hat mich getraut gemacht, mich auf einer anderen Ebene selbst Hand anzulegen, ohne die Angst, etwas kaputt zu machen, vor der ich mich vorher immer gedrückt hatte.

Und genau in diesem Moment kam ein Bild dazu.

Das Pfannkuchen-Bild

Vor ungefähr zwei Jahren habe ich ein Video gemacht. Da habe ich erkannt: Entwicklung verläuft nicht linear. Sie verläuft in Spiralen.

Das war auch der Moment, aus dem der Seelenkompass entstanden ist. Mir ist aufgefallen: die Themen, die Fragen, die bleiben gleich. Aber die Antworten sind andere. Weil du sie auf einer anderen Ebene wahrnimmst.

Gestern habe ich mir erlaubt, wütend zu sein. Und habe beobachtet, was das mit mir macht.

Das war spannend. Denn die Spirale war immer noch da, aber sie sah aus wie ein Pfannkuchen. Es ging nicht mehr in die Tiefe. Es ging in die Breite.

Und das ist der Grund, warum sich alles so friedlich im Innen anfühlt.

Eine Welle braucht Tiefe, um groß zu werden. Ist das Wasser flach, kräuselt sie kurz die Oberfläche und ist wieder weg. Genauso war die Wut gestern. Sie war da. Ich hab sie gesehen. Und dann war’s gut.

Gefühle loslassen – früher und heute

Früher war Gefühle loslassen für mich eine Übung. Eine Entscheidung, die ich jeden Tag neu treffen musste.

Heute passiert es einfach.

Nicht weil ich’s trainiert habe. Sondern weil nichts mehr da ist, wo ein Gefühl hängenbleiben könnte.

Vor ein paar Jahren habe ich geschrieben: „Was wäre, wenn du nur heute beschließt, deinen Zorn durch dich hindurchfließen zu lassen?“ Das war eine Einladung. Eine Übung.

Heute brauch ich diese Einladung nicht mehr. Es ist einfach so.

Die Trigger sind trotzdem noch da. Du kannst immer noch wütend werden. Aber es wirkt sich nicht mehr so aus wie früher. Die Trigger sind dann wirklich nur noch eine Erinnerung.

Wenn du noch mittendrin bist

Vielleicht bist du gerade noch mittendrin. Die Wellen sind noch da, die Gefühle kleben noch, ziehen dich runter.

Das ist nicht falsch. Das ist Spirale – noch mit Tiefe, noch mit Berührungspunkten. Ich kenne das. War selbst lange genug da.

Falls du noch in den Wellen steckst und spürst, dass da was sein darf, das einfach fließt, genau dafür gibt’s das Retreat „Es darf leicht sein“ und den Seelenkompass. Kein Programm, kein Muss. Einfach Raum.

Zum Nachspüren

  • Gibt es gerade ein Gefühl, das da ist, aber dich nicht runterzieht?

  • Was passiert, wenn du einer Welle zusiehst, ohne zu prüfen ob du sie reiten musst?

  • Gibt es etwas, das dich früher aus der Bahn geworfen hätte und heute einfach durchgeht?

  • Was darf einfach durch dich durchgehen, ohne dass du es festhältst?

  • Was wäre, wenn die Ruhe nicht das Ziel ist, sondern das, was übrig bleibt?

In diesem Sinne, ich wünsche dir einen ganz zauberhaften Tag. Macht das Beste draus.

Alles Liebe, Soul2Soul, deine Carola