Der Moment ist da und dein Programm läuft ab. Du spürst schon, dass es gar nichts mehr mit dir zu tun hat und trotzdem hast du das so verinnerlicht, dass es ganz einfach abgespult wird. Oh man, ich kenne das so genau.
Halt einfach einen Moment die Luft an. Ganz sanft und weiter atmen. Langsam ein, halten und lange wieder aus.
Spürst du deinen Körper? Spürst du was da passiert? Und jetzt fühl nach ob es sich anfühlt wie echte Schuld, weil du wirklich etwas verursacht hast oder ob es etwas ist, dass dir das Leben schwer macht, weil es gar nicht deins ist, sondern du es irgendwann aufgebürdet bekommen hast.
Spürst du es? Atme. Alles ist gut.
Wenn das Programm tiefer sitzt als du dachtest
Ich habe damit schon lange nichts mehr zu tun — aber gemerkt, dass ich es schnell annehme. Prophylaktisch. Ohne nachzudenken. Heute weiß ich, wann es sich lohnt meinen Senf dazuzugeben und wann es die Energie nicht wert ist.
Das fing sehr früh an. Vor ein paar Jahren, ich war noch in der Depression, wollte ich mit meiner Cecilia mal raus und musste noch etwas einkaufen. Anschließend, auf dem Weg vom Parkplatz, rammte mich ein VW Bus. Die Polizei kam und ich fing gleich an zu heulen. „Ich habe ihn nicht gesehen. Es tut mir so leid. Ich weiß gar nicht wie das passieren konnte.“ Ich habe mich selbst belastet, obwohl der Polizist mir sagte, dass es eine Gang sei, die sich auf solche Opfer spezialisiert hätten. Das hörte ich gar nicht und erfand tatsächlich weitere Geschichten, weshalb ich abgelenkt gewesen sein könnte.
Manchmal ist der Kern so tief vergraben, dass er noch Jahre später brodelt und bei der nächsten Gelegenheit wieder aufploppt.
Wie das bei mir wirklich aussah findest du hier.
Was mir eine sensible Seele beigebracht hat
Meine Engel waren meine besten Lehrer und Coaches.
Lucy und ich hatten keinen guten Start.
Ich hatte wenig Selbstvertrauen, sie war mein erster Stadthund und ich ehrgeizig genug alles richtig machen zu wollen. Lucy war hochsensibel. Vom ersten Tag an ging also alles schief, obwohl ich spürte, dass das so für uns nicht stimmte.
Das war auch der Grund, warum ich dann selbst ganzheitliche Hundeerziehungs- und Verhaltensberaterin wurde. Alle haben mich ausgelacht.
Die Geschichte mit dem Vorstand war zu einem Zeitpunkt, als Lucy und ich uns schon gefunden hatten.
Der Leiter des Vereins hatte eine kleine Kampfmaschine, die unter dem Barhocker saß und meine Lucy wirklich aggressiv angreifen wollte. Und ja, auch kleine Hunde können aua machen.
Lucy hatte inzwischen so viel Vertrauen zu mir, dass sie dem kleinen Kläffer den Rücken zudrehte und es vorzog, die Natur durch die geöffnete Tür zu genießen.
Der Vereinschef fing an sich über uns lustig zu machen. Ich vermied eine Diskussion und bedankte mich für seine Zeit. Er verabschiedete sich mit folgendem Kommentar: Das ist Meideverhalten. Du bist ja wie dein Hund.
In dem Moment war ich so stolz und glücklich. Ich fuhr mit Lucy in die Stadt und wir teilten ein Eis.
Sie hat mir durch ihr Verhalten geholfen mich selbst zu entdecken. Nicht mehr auf andere, sondern auf mein Bauchgefühl zu hören. Durch meine Engel auf Pfötchen habe ich gelernt nicht nur zu ihnen zu stehen, sondern auch mich zu finden.
Bibedi babedi bu und du bist geheilt?
Genau das ist, was in der Bubble erzählt wird. Du machst deine Glaubenssatz-Loslassübung und bibedi babedi bu, du bist geheilt. Aber das stimmt so nicht. Manchmal ist der Kern so tief vergraben, dass er noch Jahre später brodelt und bei der nächsten Gelegenheit wieder aufploppt.
Du wirst in Watte gepackt. Innere Heilung passiert aber nicht, indem wir uns schonen und mit Einhornstaub hantieren, sondern wenn wir uns erlauben, wirklich tief zu tauchen und lernen loszulassen, was nicht mehr zu uns gehört. Alles andere ist nur langfristige Kundenbindung.
Es funktioniert auch nicht in einem 10-Schritte-System oder einem vorgegebenen Zeitplan. Wenn du bereit bist, wird sich dein Thema auch auflösen. Aber das geht halt nur, wenn wir den Weg auch gehen. Den kann uns niemand abnehmen.
Das größte Problem ist, dass wir so auf Symptombehandlung ausgelegt sind. Aber das, was uns bewusst ist, ist ja gar nicht das eigentliche Problem. Erst wenn wir uns erlauben, tiefer einzusteigen, können wir die Schichten erreichen, wo der Ursprung ist. Und das geht halt nicht von jetzt auf gleich.
Beobachten. Mehr nicht.
Am Anfang habe ich mir trotzdem die Schuldgefühle anhängen lassen auch wenn ich mich schon gar nicht mehr verantwortlich gefühlt habe, weil ich Auseinandersetzungen vermeiden wollte.
Auf meinem Weg gab es eine Phase, in der ich mehr Beobachter war als wirklich Betroffene. Ich hörte auf gleich zu reagieren und nahm mir Zeit. Für mich fühlte es sich an wie eine kleine Ewigkeit aber es waren nur wenige Sekunden.
Beobachte wie sich der Moment anfühlt. Was der Körper sagt, welche Gedanken kommen. Atmen.
Inzwischen ist da so gut wie keine Reaktion mehr. Ich reflektiere im Nachhinein und entscheide dann ob ich es ansprechen sollte oder ob es das wert ist. Ich entscheide ob es sich lohnt etwas gerade zu rücken oder ob ich es so stehen lassen und abhaken kann.
Das ist der Prozess.
Wenn du merkst dass du alleine feststeckst und deine blinden Flecken endlich sehen willst — dann ist jetzt vielleicht der Moment.
Carola
Ein wichtiger Hinweis:
Ich arbeite energetisch und Energie ist kein Wunschkonzert. Ich heile nicht, sondern bin Kanal für das was für dich jetzt bereit ist. Die Verantwortung für dein Leben und deine Entscheidungen trägst du selbst.
Bei mentalen und psychischen Erkrankungen ist eine ärztliche Untersuchung immer der erste Schritt. Bitte geh diesen Weg, du bist es wert.