„Wie hast du das geschafft?“ Jahrelang suchte ich nach Antworten in Tools und Techniken. Heute weiß ich: Heilung beginnt mit einer radikalen Entscheidung. Komm mit auf meine Reise von der nächtlichen Suche nach einem Gefängnis in Moabit, über meine tierischen Lehrer bis hin zur unerschütterlichen Ruhe an der Nordsee.

„Carola, warum verrätst du nicht endlich das Geheimnis? WIE bist du da rausgekommen? Wie knackt man die Depression und dreht sein Leben komplett auf links?“

Ganz ehrlich? Bis vor fünf oder sechs Jahren hätte ich dir wahrscheinlich noch die Ohren vollgequatscht mit Tools. Ich hätte dir was von Meditation, Affirmationen und Schattenarbeit erzählt. Das war damals mein Rettungsring, meine „Hilfe zur Selbsthilfe“. Aber heute, hier am Meer, weiß ich: Das war’s nicht. Es waren nie die Techniken. Es waren die Entscheidungen. Dieses radikale „Wie innen, so außen“ – das habe ich nicht in Kursen gelernt, das habe ich durchgezogen.

Dabei fing alles schon viel früher an. Mit zwei und vier Jahren hatte ich diese außerkörperlichen Erfahrungen. Da stand diese Frage im Raum: „Willst du wirklich dieses Leben?“ Ich habe „Ja“ gesagt, die Challenge angenommen und das wurde mein roter Faden. Ich wusste schon immer, dass ich „anders laufe“. Mit fünf Jahren saß ich bei meinem Opa, wir schauten Nachrichten über Berlin und ich sagte staubtrocken: „Da wohne ich mal.“ Ich hatte keine Ahnung, was Berlin ist, aber ich wusste es einfach.

auf meinem Seelenweg

Berlin: Ein Aufbruch ohne Landkarte

Bei einer Geburtstagsfeier meiner Freundin, war jemand, auf der Durchreise von Paris über Königslutter nach Berlin. „Ach, ich komme mit…“ Mehr nicht. Drei Tage später saß ich im Auto. Ohne Plan, ohne Adresse. Ich wusste nur: Meine Tante wohnt in Moabit, irgendwo beim Aldi und beim Gefängnis. Wir haben sie irgendwann nachts tatsächlich gefunden.

Aus vier Tagen Urlaub wurde mein neues Leben. Ich wollte nicht mehr zurück, denn ich musste einfach bleiben, das war so klar. Als mich die Leute auf der Party scherzhaft „Feigling“ nannten, wusste ich, was zu tun ist und habe ich montags telefonisch alles gekündigt. Aber wisst ihr was? Ich suchte mich damals immer noch im Außen. Meine Seelenanteile waren noch verstreut, und die Depression reiste im Koffer mit.

Meine Engel auf Pfötchen: Die vierbeinige Universität

Da ich keine Menschen hatte, die mich ans Händchen nahmen, schickte mir das Leben ab 1999 meine Engel auf Pfötchen. Sie waren meine Schule, mich zu verändern.

Lucy lehrte mich Selbstvertrauen.

Charlie gab mir das Geschenk der Tierkommunikation, und teilte mir mit, dass ich mich selbstständig machen soll. Ich durfte sehen, wie seine Seele aufstieg, als ich seinen letzten Herzschlag in meiner Hand spürte.

Cecilia erinnerte mich an die Kraft der Heilsteine und die Telepathie; ich hörte sie förmlich mit den Augen rollen, wenn ich zum 100. Mal zweifelte, ob ich sie wahrnehme oder es die Stimmen in meinem Kopf sind.

Und Rosi? Bei ihr dachte ich erst, sie hat keine Aufgabe für mich, dabei hatte sie die schwerste. Durch sie durfte ich erkennen, dass ich sogar positive Eigenschaften habe. Sie lehrte mich, Beobachterin zu sein und diese tiefe Ruhe zu entwickeln, wenn es stürmisch wird.

2016: Wenn der Verstand kapituliert und die Wahrheit beginnt

Der echte Aufschlag kam Ende 2016. Das war der Tag, an dem ich gleichzeitig gestorben und neu geboren wurde. Diagnose: schwere depressive Episode. Ich konnte nicht mehr lesen, nicht mehr rechnen, nicht mal mehr meinen Namen schreiben. Mein Verstand hatte kapituliert.

Aber in diesem Trümmerhaufen war ein Wissen, das messerscharf war: Ich wusste jetzt, mit wem ich es zu tun hatte. Medikamente? Nicht mit mir. Dieser Punkt war nicht verhandelbar. (Wichtiger Hinweis: Dies war meine persönliche Entscheidung für meinen Weg; bitte besprich medizinische Fragen immer mit deinem Arzt oder Therapeuten.) Ich musste meine eigene Wahrheit finden und mich selbst kennenlernen, ganz ohne die Geschichten meiner Vergangenheit.

Königslutter: Das Trainingslager der Standhaftigkeit

Diese Ruhe wurde in meinem „Trainingslager“ in Königslutter ab 2019 bis aufs Blut geprüft. Ich verlor alles. Ich war hoch verschuldet, stand kurz vorm Kollaps und wusste doch: Das hier gehört zu meinem Weg.

Ich suchte mir einen Job, um aus meiner selbstgewählten Isolation wieder in der Menschenwelt zurechtzukommen und zu prüfen, wofür ich noch zur Verfügung stehe und wofür nicht. Ich wollte nicht mehr in den Flucht-Modus gehen, jetzt ging es ums verkörpern dessen, was ich gelernt hatte.

Unerschütterlich: Wenn die Entscheidung alles verändert

Mitte 2025 fing ich plötzlich an zu packen. Warum? Keine Ahnung. Dann kam die Nachricht, dass mein befristeter Arbeitsvertrag nicht verlängert wird. Ein Schock? Klar. Aber innerlich habe ich gejubel, denn ich wusste, dass ich für den Job geblieben wäre und das, obwohl meine Zeit längst rum ist.

Wilhelmshaven fand mich, obwohl es nicht mal suchte. Ich wollte nie an die Nordsee, ich wollte ans Meer, wo das Wasser auch da ist, wenn ich es sehen will!

Ab dem Moment, wo die Entscheidung für WHV stand, war ich so ruhig wie nie zuvor in meinem Leben. Rings um mich herum brach alles zusammen, noch dazu wickelte sich mein treues Auto um eine Laterne. Und ich? Ich stand daneben und beobachtete mich selbst. Souverän. Chillig. Unerschütterlich.

Der Crash im Außen will nur sehen, wo wir im Innen stehen…

Warum es sich heute so leicht anfühlt

Seit dem 24.12.2025 bin ich hier in Wilhelmshaven. Die Heilung endete an den Bachläufen in Königslutter und beginnt jetzt am Meer.

Die Leute sagen oft: „Bei dir hört sich das so leicht an.“ Und ja, so fühlt es sich heute auch an, wenn ich auf meinen Weg zurückblicke und das, obwohl ich weiß, was ich gemeistert und verkörpert habe. Aber diese Leichtigkeit kam nicht vor der Entscheidung. Sie kam durch sie.

Wir warten immer darauf, dass das Gefühl im Innen sich ändert, damit wir im Außen endlich loslegen können. Es ist genau andersrum: Du handelst, und das Innen zieht nach.

Wenn du mich also fragst, wie ich das gemacht habe: Ich habe aufgehört zu suchen. Ich habe angefangen, Entscheidungen zu treffen und die volle Verantwortung für jede einzelne Konsequenz zu übernehmen. Ich habe die alte Tür sauber zugemacht, ohne Altlasten.

Entscheide dich. Übernimm die Verantwortung für dich und deinen Weg. Das ist das einzige „Wie“, das ich kenne.

SOUL2SOUL – Carola.

Du musst nicht allein da durch

Vielleicht stehst du gerade an deinem eigenen Nullpunkt und wartest auf ein Zeichen oder das richtige Werkzeug. Doch das einzige Zeichen, auf das du wirklich warten musst, ist dein eigenes ‚Ja‘. Hab den Mut, die Regie zu übernehmen, nicht weil es leicht ist, sondern weil du es dir selbst wert bist. Ich bin den Weg gegangen, und ich weiß: Du kannst das auch. Ich bin für dich da!

Carola Baum Aufgeben ist keine Option