Selbsttäuschung ist kein Fehler. Sie ist ein Angebot. Und die meisten nehmen es gerne an.

Hier kommt die Anleitung — damit du garantiert auf dem neuesten Stand bleibst.

Du willst das wirklich wissen? Gut. Dann machen wir das richtig.

Du scrollst täglich an Bildern vorbei, die nicht echt sind. Du liest Versprechen, die sich gut anfühlen aber nichts verändern. Und irgendwo weißt du das. Trotzdem machst du weiter. Ich auch — ich habe mir KI-Bilder erstellen lassen und „Wie lange lässt du dich noch verarschen?“ drübergeschrieben. Die Kommentare waren begeistert. Über die Bilder.

Willkommen in der Selbsttäuschung.

Schritt 1: Schau nur hin. Lies nie.

Neulich habe ich ein Experiment gemacht. Ich habe mir KI-Bilder erstellen lassen — schlank, perfekt ausgeleuchtet, toller Blazer. Und fett drübergeschrieben: Wie lange lässt du dich noch verarschen?

Die Kommentare? Wunderschön. Strahlend. Toll siehst du aus.

Niemand hat den Text gelesen.

Ich habe in den Kommentaren geschrieben, dass das nicht echt ist. Dass ich nicht mal in jungen Jahren so aussah. Es hat nichts geändert. Die Bilder wurden trotzdem verteidigt. Weil sie so schön sind.

Das ist nicht mehr Selbsttäuschung. Das ist eine Entscheidung.

Und wenn du wissen willst, wie sich das anfühlt wenn man aufhört, sich selbst zu belügen — das habe ich hier geschrieben.

Selbsttäuschung funktioniert am besten, wenn man gar nicht erst nachschaut. Das spart Zeit und unbequeme Fragen.

Authentisch oder Fake
Dein Hund als Wegweiser und Spiegel deiner Seele

Schritt 2: Mal alles an.

Jemand findet einen Kieselstein. Schön, glatt, echt. Aber reicht ja nicht. Also Farbe drauf, ein bisschen Glitzer — und schwups, sieht aus wie ein Edelstein.

Alle sind begeistert.

Der Kieselstein ist verwirrt.

Du kannst das auch mit dir machen. Filter, Formeln, Masterclasses. Pssst — streng geheim, nur 1.000 andere wissen das auch. Das Gefängnis sieht danach viel hübscher aus. Verändert hat sich innen nichts, aber es glitzert.

Ich habe das selbst ausprobiert — und in diesem Blog geschrieben, warum es sich trotzdem falsch angefühlt hat.

Schritt 3: Bleib beschäftigt. Immer.

Mit 30 oder 40: Kinder. Job. Keine Zeit. Vielleicht später.

Mit 50: Yoga. Klangschalen. Trommeln. Ich mache so viel für mich. Ja. Stimmt. Nur nicht tief.

Mit 60: Lohnt sich das noch? Und wenn ich mich verändere und mein Mann macht nicht mit?

Mit 70 oder 80 sitzt du dann da. Alleine vielleicht. Und weißt nicht, wer du bist. Weil du dein Leben lang für alle anderen da warst.

Aber du warst schön beschäftigt. Das zählt.

Was dabei wirklich passiert, habe ich in diesem Video erzählt. Schau rein, wenn du magst.

Und falls du gerade merkst, dass du Veränderung willst aber immer wieder Ausreden findest — dann lies das hier.

Schritt 4: Wähle immer das Glitzernde.

Das Echte ist oft unspektakulär. Verwuschelte Haare. Hundeschnauze im Gesicht. Lachen das weh tut und trotzdem rauskommt.

Das Glitzernde verspricht mehr. Fühlt sich besser an. Und solange du das Glitzernde wählst, musst du nie wirklich hinschauen. Nie wirklich fühlen. Nie wirklich du sein.

Blinde Flecken halten dich genau da — im Komfortablen. Das ist keine Schwäche. Das ist menschlich.

Aber irgendwann reicht Glitzern nicht mehr.

Wenn du merkst, dass du aufgehört hast, dich selbst zu täuschen — oder gerade mittendrin bist — dann weißt du, warum du das hier liest.

Du wirst es nicht sehen. Aber du wirst es fühlen.

Vielleicht ist jetzt der Moment für ein Impulsgespräch. Oder du schaust erst noch mal, was Spezialisten übersehen.

Du entscheidest. Jeden Tag neu.

💌 Soul to Soul — Carola

Carola Baum Aufgeben ist keine Option