Loslassen ist kein Zauberspruch
Loslassen, warum es kein Trick ist und wie es wirklich funktioniert
Fünf Tage. Fünfzehn Stunden täglich. Eine neue Webseite. Und am sechsten Tag saß ich da und habe geheult.
Nicht weil ich versagt hatte. Sondern weil ich endlich bereit war.
Loslassen ist kein Spruch. Kein Kurs. Kein Trick.
Es ist ein Sterben. Und niemand redet darüber.
Loslassen ist kein Zauberspruch. Es ist ein Sterben.
Ich sage dir mal, was mir diese Woche passiert ist.
Fünf Tage. Fünfzehn Stunden pro Tag. Eine neue Webseite.
Die Texte waren schön. Das Design war schön. Alles war schön. Und trotzdem stimmte irgendwas nicht. Diese perfekte Oberfläche hat genau das geschluckt, wofür ich stehe, diese Herzverbindung, diese Seele, dieses Ich.
Am sechsten Tag saß ich da und habe geheult.
Nicht weil ich versagt hatte. Sondern weil ich endlich bereit war.
Was Loslassen wirklich ist und was es nicht ist
In der Coaching-Bubble hört man das ja ständig: Lass los. Manifestiere. Affirmiere. Als wäre Loslassen so ein schnelles Aufräumen in der inneren Schublade.
Das ist kompletter Unsinn.
Loslassen ist kein Trick. Es ist kein 8-Wochen-Kurs. Es ist kein Spruch, den du dir morgens vor dem Spiegel sagst.
Loslassen ist ein Prozess. Und er dauert so lange, wie er dauert.
Und das Härteste daran? Du musst wirklich bereit sein, die Konsequenz zu tragen. Nicht theoretisch bereit. Sondern wirklich. Bis auf die Knochen.
An dem Abend, an dem ich sagte: Okay. Dann schmeiße ich alles hin. Dann gehe ich zurück zum Alten. Dann ist das eben so, in diesem Moment, wo mir wirklich alles egal war, wo ich keine Energie mehr hatte, irgendetwas festzuhalten, da hat es geklickt.
Nicht vorher. Danach.
Das Vakuum, das entsteht
Es gibt diesen Moment im echten Loslassen, den kenne ich inzwischen. Er fühlt sich an wie ein Vakuum.
Keine Gefühle für das Alte. Keine Gefühle für das Neue. Einfach – Stille.
Und in dieser Stille ist Platz. Platz für das, was wirklich sein soll.
Die Webseite? Ich habe danach nur noch die Farben justiert. Die Schriften angeglichen. Und auf einmal, leuchtete sie. Dieselben Texte wie vorher. Plötzlich ganz anders.
Nicht weil ich etwas Neues erschaffen hatte. Sondern weil ich endlich ich war.
Es sind mehrere Tode – nicht einer
Was ich dir sagen will, weil es niemand sagt:
Das ist kein einmaliges Ereignis. Kein großer Knall und dann ist alles anders.
Es sind Schichten. Eine nach der anderen. Wie eine Zwiebel, die sich schält.
Die alte Version von mir, sie ist nicht in einem Moment gestorben. Das waren Prozesse. Phasen. Kleine Abschiede und große. Und ja, manchmal habe ich auch getrauert um das, was geht. Das darf sein. Das gehört dazu.
Die Fledermaus als Krafttierbotschaft hat es heute Morgen nochmal auf den Punkt gebracht:
Altes darf gehen. Neues entsteht. Vertraue dem Wandel.
Und die Frage, die ich dir mitgeben möchte:
Gibt es etwas in deinem Leben, das du loslassen möchtest, aber vielleicht noch brauchst? Wofür brauchst du es noch?
Das ist die eigentliche Frage. Nicht was du loslassen willst. Sondern warum es noch da ist.
Die heimliche Funktion deiner alten Themen
Das ist der Teil, über den wirklich niemand spricht.
Manchmal halten wir an unseren schwierigsten Themen fest – nicht weil wir sie lieben. Sondern weil sie uns dienen.
Als Ausrede. Als Schutzwall. Als Gesprächsstoff. Als Beweis, dass wir nicht können, nicht wollen, nicht müssen.
Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Wie ich noch lange nach der Depression Ausreden aus dieser Zeit genutzt habe, die längst nicht mehr stimmten. Weil mir das Selbstvertrauen fehlte, einfach Nein zu sagen. Einfach ich zu sein, ohne Begründung.
Wenn du anfängst, diese versteckte Funktion deiner Themen zu sehen, verändert sich etwas. Du brauchst sie nicht mehr. Und dann – erst dann – kannst du sie wirklich gehen lassen.
Und weißt du, was dann passiert?
Du brauchst keine Ausreden mehr. Nein ist ein ganzer Satz. Grenzen brauchen keine Erklärung. Und andere werden das nicht in Frage stellen, weil deine Klarheit keinen Raum mehr lässt.
Der Seelenweg ist nicht sanft
Ich sage das mit aller Liebe: Der Seelenweg ist nicht sanft.
Und all diese Angebote, die dir versprechen, dich sanft zu begleiten, sanft aufzuwecken, das ist eine neue Abhängigkeit. Eine andere Verpackung, aber dieselbe Struktur.
Echte innere Freiheit entsteht nicht im geschützten Rahmen eines Kurses. Sie entsteht, wenn du bereit bist, wirklich hinzuschauen. Wenn du bereit bist, in diesem Vakuum zu sitzen. Wenn du aufhörst, auf Rettung zu warten.
Das kann erschrecken, wenn du es nicht weißt. Aber wenn du es weißt, wenn du erkennst, dass das Teil des Weges ist, dann kannst du es annehmen. Und darin ist so viel Kraft.
Für dich heute
Ich lade dich ein, heute mal ehrlich hinzuschauen:
- Was möchtest du loslassen?
- Wofür brauchst du es noch – ganz ehrlich?
- Bist du bereit, die Konsequenz zu tragen?
Nicht als Aufgabe. Nicht mit Zeitplan. Sondern als Einladung.
Du weißt, wann du bereit bist. Dein Inneres weiß es immer.
Soul to soul. Carola
Wenn du gerade spürst, dass da was ist und gleichzeitig nicht weißt, ob du schon bereit bist:
Du musst nicht bereit sein.
Du musst nur schreiben.
Ein Satz reicht. Was gerade drückt, zieht, nicht loslässt. Mehr brauche ich nicht.
Die Energie fließt in jedem Kontakt. Nicht weil ich sie steuere, sondern weil sie schon auf dem Weg zu dir ist.
Und ja, wir werden vielleicht weinen. Herzlich gerne. Denn das ist keine Schwäche. Das ist Reinigung.
→ Schreib mir · oder ruf an: 0160 281 28 83
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